Konzernsicherheit: Telekom kontrolliert gesamten Telefonverkehr auf Betrugsversuche

exklusivKonzernsicherheit: Telekom kontrolliert gesamten Telefonverkehr auf Betrugsversuche

von Jürgen Berke

Die Deutsche Telekom unterhält mit wachsendem Erfolg in der Abteilung Konzernsicherheit eine Ermittlungsgruppe, die Betrug und Missbrauch bei Telefon-Flatrates nachgeht.

Nach einer vertraulichen Erfolgsbilanz, die der WirtschaftsWoche vorliegt, hat die Einsatzgruppe mit dem internen Kürzel GBS-MIS im vergangenen Jahr Schäden von rund 200 Millionen Euro durch ihr Eingreifen verhindert.

Computergesteuerte Überwachungssysteme der Telekom kontrollieren den gesamten Verkehr im Festnetz und Mobilfunk und werten automatisch die Verbindungsdaten aus, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Das System schlägt Alarm, wenn Verbindungsdaten erheblich von der Norm des Durchschnittstelefonierers abweichen. In solchen Fällen geht es beispielsweise um betrügerische Kunden mit günstiger Auslandsflatrate, die auffallend häufig lange Gespräche in Länder wie São Tomé oder Guinea führen, die dort zu hohen Gebühreneinnahmen führen. Während der Telekom-Kunde die Flatrate zahlt, muss die Telekom an diese Länder besonders hohe Minutenpreise abführen, die zum Teil in die Taschen der Betrüger wandern. 162 800 Rufnummern hat die Telekom allein aus diesem Grund im vergangenen Jahr gesperrt.

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Die Ermittler sind zudem Hackern auf der Spur, die TK-Anlagen von Telekom-Kunden während der Nachtstunden knacken, die Software manipulieren und eine Rufumleitung zu einer teuren Premium-Servicenummer im Ausland schalten, bevorzugt in Lettland, Litauen, Guinea, Somalia und Kuba. 525 Fälle registrierte die Telekom im vergangenen Jahr, der Schaden lag bei rund 1,9 Millionen Euro.

Die Telekom ist so zufrieden mit der Arbeit ihrer Flatrate-Polizei, dass es nach Informationen der WirschaftsWoche Überlegungen gibt, dass System auch einzusetzen, um „unwirtschaftliche Kunden“ aufzuspüren. Die Telekom verneinte das Bestehen derartiger Überlegungen. Die Telekom könnte dann künftig Kunden, die deutlich mehr telefonieren als sie für ihre Flatrate bezahlen, zu einem teureren Tarif drängen. Akzeptieren die Kunden den neuen Tarif nicht, könnte die Telekom Klauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen so ändern, dass sie solchen Kunden dann kündigen kann.

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