KPN: Reichster Mann der Welt setzt Telekom unter Druck

KPN: Reichster Mann der Welt setzt Telekom unter Druck

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Aktuell ist Carlos Slim der reichste Mann der Welt. Sein Vermögen machte er hauptsächlich mit Telekommunikation.

von Matthias Hohensee und Jürgen Berke

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim könnte mit einem Einstieg beim Mutterkonzern von E-Plus der Deutschen Telekom das Leben noch schwerer machen.

Was hat der mexikanische Unternehmer Carlos Slim dem Softwaremilliardär Bill Gates voraus? Rund acht Milliarden Dollar Vermögen nach Kalkulationen des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“, das jährlich eine Liste der reichsten Menschen der Welt zusammenstellt. Derzeit führt Slim, gefolgt von Gates und dem US-Investmentguru Warren Buffett. Der 72-jährige Magnat Slim, der sich nach außen bescheiden gibt, hat seinen Superreichtum vor allem mit Telekommunikation gemacht.

Als die mexikanische Regierung 1990 die staatliche Telefongesellschaft Telmex privatisierte, erhielt ein von Slim angeführtes Investorenkonsortium den Zuschlag. Ihm gehörten unter anderem France Télécom und einer der Vorläufer der US-Telefongesellschaft AT&T an. Heute ist Telmex ein wichtiger Teil der von Slim im Jahr 2000 gegründeten Mobiltelefongesellschaft America Movil, des größten Anbieters in Lateinamerika.

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Und was bedeutet das alles für die Deutsche Telekom? Bislang beobachtete Konzernchef Obermann den Milliardär nur aus der Ferne, doch jetzt kreuzen sich die Wege ausgerechnet in Deutschland. Die Telekom muss sich auf schärferen Wettbewerb einstellen – und das in einer Situation, in der ihr auch im Mobilfunk wichtige Ertragsquellen wegzubrechen drohen.

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Quelle: dpa

Denn Slim will über seinen Konzern America Movil (rund 246 Millionen Kunden) den Anteil am niederländischen Telekommunikationskonzern KPN von derzeit 4 Prozent auf 28 Prozent aufstocken. Slim ist bereit, dafür 3,4 Milliarden US-Dollar (2,6 Milliarden Euro) zu zahlen. Kommt der Mexikaner zum Zuge, reicht sein Arm dann bis zu E-Plus, dem drittgrößten Mobilfunkbetreiber in Deutschland. Damit steht für Experten fest, dass ein immer wieder diskutierter, möglicher Zusammenschluss unter den vier hiesigen Anbietern so gut wie vom Tisch ist und der Kampf um Marktanteile noch härter wird.

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Marktanteile im deutschen Mobilfunkmarkt (in Prozent; Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Mit Slim erhält die Telekom vor der eigenen Haustür einen Giganten als neuen Gegenspieler. Der Börsenwert seines Telekommunikationskonzerns, der außer in Mexiko besonders stark im boomenden Brasilien aktiv ist, beträgt derzeit 104 Milliarden Dollar und ist damit ungefähr so viel wert wie der Online-Händler Amazon. Slim kontrolliert zusammen mit seinen drei Söhnen rund 46 Prozent von America Movil, etwa ein Viertel gehört dem US-Konzern AT&T.

KPN hat Slims Angebot erst einmal zurückgewiesen. Es setze den Wert von der E-Plus-Mutter „deutlich zu gering an“, sagte KPN-Chef Eelco Blok. Er werde sich das Angebot genau angucken und alle „strategischen Optionen ausloten“.

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