Krise bei RIM: Neues Blackberry-System soll's richten

Krise bei RIM: Neues Blackberry-System soll's richten

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RIM hat internationalen Mobilfunkanbietern das neue Betriebssystem vorgestellt. Foto: AP

Erster Blick aufs Blackberry 10: Der Hersteller Research in Motion (RIM) hat internationalen Mobilfunkanbietern das neue Smartphone-Betriebssystem vorgestellt. Die Resonanz sei positiv ausgefallen, sagte der Leiter des kanadischen Geschäftsbereichs von RIM, Andrew McLeod. Doch auf einen schnellen Verkaufsstart kann das Unternehmen nicht hoffen.

RIM werde bald mit den Anbietern Einzelheiten zur Markteinführung und andere geschäftliche Aspekte besprechen. "Wir sind dabei, der Software den letzten Schliff zu geben", sagte McLeod weiter. "Das war eine Phase, in der wir wirklich Vertrauen hatten, dass wir die Funktionstüchtigkeit der Produkte und der Software demonstrieren konnten."

Hoffnungen auf einen schnellen Verkaufsstart machte Vizepräsident der Entwicklungsabteilung bei RIM indes nicht. Davon sei man noch "monatelang" entfernt, sagte Alec Saunders.

Die Smartphones mit dem Blackberry-System 10 sollen Anfang 2013 erhältlich sein. Mit der neuen Technologie will der strauchelnde kanadische Konzern die Wende schaffen. Denn bislang ist es dem einstigen Platzhirsch auf dem Smartphonemarkt nicht gelungen, seine Dominanz beim Firmenkundengeschäft auf die Privatnutzer zu übertragen. In dem Segment dominieren das iPhone von Apple und Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android. Zuletzt hatte RIM angekündigt, bis zu 5.000 seiner rund 16.500 Mitarbeiter zu entlassen. Mit dem Schritt will der Konzern eine Milliarden Dollar einsparen.


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Samsung ist der neue Platzhirsch

Einfache Handys sind weltweit auf dem Rückzug und selbst das große Interesse an Smartphones kann die Lücke derzeit nicht ausfüllen. Im zweiten Quartal schrumpfte der Absatz von Mobiltelefonen im Jahresvergleich um 2,3 Prozent auf 419 Millionen verkaufte Geräte, wie das Marktforschungsunternehmen Gartner berechnete. Die Smartphones machen inzwischen 36,7 Prozent des Marktes aus. Ihre Verkäufe stiegen um 42,7 Prozent.

Dabei hat sich Samsung inzwischen endgültig zu einer Supermacht im Mobilfunk-Geschäft entwickelt. Im gesamten Handy-Markt führen die Südkoreanern mit einem Anteil von 21,6 Prozent. Bei den lukrativen Smartphones haben sie mit dem Start des neuen Top-Modells Galaxy S3 einen besonderen Sprung gemacht: Mit 45,6 Millionen Geräten kamen rund 30 Prozent der weltweit abgesetzten Computer-Telefone von Samsung.

Ein Grund für diese klare Führung ist auch, dass viele Apple Fans auf das nächste iPhone warten, das im Herbst erwartet wird. Apple hielt fest den zweiten Platz im Smartphone-Markt mit einem leicht gestiegenen Marktanteil von 18,8 Prozent. Entsprechend eng ist es für alle anderen: Apple und Samsung halten zusammen rund die Hälfte des Marktes. Kein anderer Hersteller kommt auch nur nahe an die Marke von zehn Prozent heran, betonte Gartner-Analyst Anshul Gupta am Dienstag.


Nokia ist der große Verlierer in der aktuellen Statistik: Im gesamten Markt bleibt der langjährige Spitzenreiter mit einem Anteil von 19,9 Prozent zwar relativ nahe an Samsung dran. Bei den Smartphones mit ihren hohen Margen sieht es jedoch düster aus: Der Marktanteil des betagten Symbian-Systems brach von 22,1 auf 5,9 Prozent ein. Die neuen Lumia-Smartphones haben zwar nahezu im Alleingang erstmals den Marktanteil von Microsofts Windows-Phone-Plattform steigen lassen - es ist aber nur eine Verbesserung von 1,6 auf 2,7 Prozent. Die Symbian-Lücke ist damit lange nicht gestopft. Allerdings erwartet Nokia im Herbst mit dem Start von Windows Phone 8 eine weitere Produkt-Offensive.

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Thorsten Heins, CEO von Research in Motion (RIM), gibt bekannt, dass das Blackberry 10 ab 2013 zu haben ist. Foto: dapd


Im gesamten Handy-Markt Apple belegt mit seinem iPhone fest Platz drei mit 6,9 Prozent. Rang vier gehört inzwischen dem chinesischen Hersteller ZTE, der seinen Marktanteil von 3 auf 4,3 Prozent steigern konnte. Der Grund für den Rückgang des Marktes insgesamt im zweiten Quartal in Folge sei, dass weniger Kunden ihre alten Handys durch neue einfache Geräte ersetzen, erläuterte Gupta. Und nicht alle von ihnen stiegen sofort auf Smartphones um. Mit dem nächsten iPhone und erwarteten neuen Geräten anderer Hersteller dürfte der Markt zum Jahresende aber wieder in Gang kommen.

Bei den Smartphones führt weiterhin klar das Google-Betriebssystem Android mit 64,1 Prozent. Vor einem Jahr lag der Android-Marktanteil noch bei 43,4 Prozent. Damit kommen die Android-Geräte und das iPhone zusammen auf knapp 83 Prozent und lassen anderen Systemen immer weniger Raum. Besonders drastisch sackte der Blackberry-Anbieter RIM ab: auf 5,2 Prozent von 11,7 Prozent vor einem Jahr.

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