Markenrecht: China macht Apple das iPad madig

Markenrecht: China macht Apple das iPad madig

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 02:23 Uhr
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Chinesen probieren iPads im Apple-Store in Peking aus.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Beim Streit um Markenrechte hat Apple bisher meist auf der Gewinnerseite gestanden. Jetzt urteilt ein chinesisches Gericht gegen Apple. Der Konzern verliert die Rechte am Namen „iPad“ - gerade als er in China investiert.

San FranciscoApple hat in der Volksrepublik China die Rechte an der Marke iPad verloren. Ein Gericht in der chinesischen Provinz Shenzhen urteilte nach langem Tauziehen jetzt zu Gunsten des Konkurrenten Proview. Der Schaden für den erfolgsverwöhnten Konzern aus Kalifornien könnte über eine Milliarde Dollar betragen.

Normalerweise steht das Unternehmen mit dem angebissenen Apfel auf der Gewinnerseite, wenn es um Markenrechte geht. Aber diesmal hat das Team um CEO Tim Cook das Glück verlassen. Proview hatte vor Jahren bereits einen Rechner namens i-Pad verkauft und sich so die Namensrechte gesichert.

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Für Europa und Taiwan konnte Apple die Rechte später kaufen und war offenbar der Meinung, dass der Kauf der taiwanesischen Rechte „Mainland-China“, also die Volksrepublik China und Hongkong mit abdeckt. Dem ist nicht so, urteilte allerdings das Gericht in Shenzhen. Diese Rechte liegen klar bei der Proview-Tochter in Shenzhen und konnten von der Mutter nicht verkauft werden.

Apple selbst schweigt zu den Vorgängen, bestätigt nur den Prozess an sich. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet jedoch, dass der taiwanesische Monitorhersteller nun eine Schadenersatzsumme von 1,5 Milliarden US-Dollar einfordern will, dazu die nicht unerheblichen Gerichts- und Anwaltskosten.

Falls Apple das iPad unter seinem gewohnten Namen weiter in China verkaufen will, müssen zudem Verhandlungen mit dem Markeninhaber aufgenommen werden, sonst droht ein Verkaufsverbot. Ein entsprechendes Verfahren hat Proview nach eigenen Angaben bereits angestrengt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Apple kann noch in die Berufung gehen.

China ist längst zu einem strategischen Markt geworden, der Verlust der iPad-Rechte kommt zur Unzeit. CEO Cook will stark investieren und weitere Apple-Stores eröffnen, bislang sind es sechs. Dazu kommen 200 lizenzierte Händler und insgesamt rund 7000 Verkaufsstellen für das iPhone. „Hier ist nur der Himmel die Grenze“, schwärmte Cook in der jüngsten Analystenkonferenz zu den Quartalsergebnissen.

China ist nach Umsatz bereits zweitstärkster Markt geworden. Cook: „Ich habe noch niemals ein Land gesehen, in dem so viele Menschen auf einmal in den Mittelstand aufsteigen.“ Steuerte China im Finanzjahr 2009 noch zwei Prozent zum Konzernumsatz bei, waren es 2011 schon zwölf Prozent. Alleine im vierten Geschäftsjahresquartals 2011 waren es 16 Prozent oder 4,5 Milliarden Dollar.

Angesichts dieser Marktbedeutung wird sich Cook auf harte Gespräche mit Proview einstellen müssen. Vor dem Verkaufsstart des Tablet-Computers konnten die Europarechte noch über eine zwischengeschaltete Tarnfirma für einige tausend Euro erworben werden. Jetzt aber weiß man, wer hinter iPad steht. Und bei einem Marktanteil von 75 Prozent im globalen Markt für Media-Tablets wird sich die geforderte Summe für den Zukunftsmarkt China mit Sicherheit dramatisch erhöhen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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