Megadeal in der Musikbranche: Sony und Universal teilen sich EMI

Megadeal in der Musikbranche: Sony und Universal teilen sich EMI

, aktualisiert 17. November 2011, 22:22 Uhr
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Die Beatles, aufgenommen am 28. Februar 1968: EMI hat einen der wertvollsten Rechtekataloge der Welt.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach monatelangem Bieterkampf zeichnet sich die Zukunft des traditionsreichen Labels ab: Die Citigroup gibt das Unternehmen an zwei Käufer ab - sie sichern sich den Zugriff auf einen der lukrativsten Rechtekataloge.

LondonDie Citigroup hat für die traditionsreiche Plattenfirma EMI offenbar mehrere Käufer gefunden. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg und das Onlineportal des Wall Street Journal berichten, übernimmt Universal Music, eine Tochter der französischen Vivendi SA, das Tonträgergeschäft "EMI Music". Der Musikverlag "EMI Music Publishing" geht an ein Konsortium unter der Führung von Sony. Die britische Traditionsfirma würde damit zerschlagen. Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann ist als Bieter für den Musikverlag draußen.

Der Verkaufspreis für beide Sparten liegt nach Angaben des Wall Street Journal bei rund 4,1 Milliarden Dollar und damit über den Erwartungen von Branchenkennern.

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Vor einer Woche hatte sich überraschend der favorisierte russische Milliardär und Eigner des Konkurrenten Warner Music, Len Blavatnik, vom Verhandlungstisch zurückgezogen. EMI ist derzeit die kleinste der vier großen, weltweit agierenden Plattenfirmen nach Marktführer Universal, Sony Music und Warner. Der Strukturwandel in der Branche mit einbrechenden CD-Verkäufen hatte dem Unternehmen schwer zu schaffen gemacht. Der frühere Eigner, der Finanzinvestor Terra Firma von Guy Hands, musste das Unternehmen schließlich seiner Hausbank, der Citigroup, überlassen.

Das amerikanische Institut übernahm das Plattenlabel, das Künstler wie Kate Perry und Coldplay unter Vertrag hat, im Februar dieses Jahres und startete im Sommer den Verkaufsprozess. Bei einer ersten Bieterrunde hatten Finanzkreisen zufolge mehr als zehn Unternehmen - darunter die Konkurrenten Sony, Warner Music, BMG und Universal - Interesse an EMI signalisiert und unverbindliche Angebote von bis zu vier Milliarden Dollar abgegeben.


Plattengeschäft kämpft mit sinkendem Umsatz

Das Unternehmen besitzt einen der lukrativsten Musikrechtekataloge der Branche, der die Beatles und Pink Floyd umfasst. Die zweite Sparte, das klassische Plattengeschäft, kämpft dagegen mit schrumpfenden Umsätzen, Internetpiraterie und der Konkurrenz von Apples iTunes. Diese Sparte hat Künstler wie Katy Perry und Coldplay unter Vertrag.

Die zuletzt für EMI veröffentlichten Zahlen stammen aus dem Geschäftsjahr, das im März 2010 endete. Damals hat das Unternehmen 1,65 Milliarden Pfund umgesetzt und einen Verlust von 512 Millionen Pfund gemacht. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 332 Millionen Pfund.

Analysten gehen davon aus, das im darauf folgenden Geschäftsjahr (bis März 2011) das Ebitda um zehn bis 20 Prozent gesunken ist - also auf etwa 266 Millionen Pfund (436 Millionen Dollar). Potenzielle Käufer, die zuletzt knapp vier Milliarden Dollar für EMI gebten, bewerten das Unternehmen also mit mehr als dem Neunfachen des Ebitda.

Ähnlich war das Preisniveau beim Verkauf des EMI-Konkurrenten Warner Music. Das Unternehmen ging im Frühjahr für gut drei Milliarden Dollar an den russischen Milliardär Len Blawatnik. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg entsprach das dem 9,2-Fachen des Ebitda.

Warner Music ist die weltweit drittgrößte Plattenfirma, EMI dagegen mit einem Marktanteil von etwa zehn Prozent die Nummer vier der Branche. "Der EMI-Musikrechtekatalog entschädigt für den kleineren Marktanteil im traditionellen Plattengeschäft", sagt ein Londoner Analyst, "am Ende wird EMI daher wohl für einen ähnlichen Preis wie Warner Music den Besitzer wechseln, wenn die Interessenten noch etwas genauer in die EMI-Bücher geschaut haben."

Quelle:  Handelsblatt Online
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