Microsoft: Ballmer schlägt seine entscheidende Schlacht

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Microsoft: Ballmer schlägt seine entscheidende Schlacht

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Microsoft-Chef Steve Ballmer ist höchst umstritten. Windows 8 und das Surface-Tablet könnten seine Position stärken - oder ihn den Posten kosten.

von Matthias Hohensee und Michael Kroker

Microsofts neues Windows soll das erste Betriebssystem sein, das einheitlich auf PC, Tablet-Rechner und Smartphone läuft. Für Konzernboss Steve Ballmer ist es die letzte Chance gegen Apple und Google.

Am Mittwoch werden die Mitarbeiter der Microsoft-Zentrale in Redmond an der amerikanischen Westküste in Gedanken in New York sein. Denn dort soll für sie Einschneidendes passieren. Zusammen mit dem finnischen Handyhersteller Nokia will Microsoft die ersten Smartphones präsentieren, die auf dem neuen Betriebssystem Windows Phone 8 laufen. Nokia-Boss Stephen Elop wird höchstpersönlich an den Hudson jetten, obwohl bei ihm in Helsinki gerade die eminent wichtige Nokia-Hausmesse läuft.

Microsoft und sein Neuheiten-Gewitter

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Die Vorstellung von Windows 8 für Smartphones markiert den Startschuss für ein Gewitter, das der US-Softwaregigant seit seiner Gründung vor 37 Jahren in dieser Form nicht inszeniert hat. Ende Oktober will Konzernchef Steve Ballmer der Welt Windows 8 für Personal Computer (PC) bescheren, eine völlig umgekrempelte Version des Microsoft-Klassikers und wichtigsten Profitbringers. Ungefähr zeitgleich soll der erste Computer, den Microsoft selber verkauft, auf den Markt kommen: der selbst entwickelte Tablet-Rechner Surface. 2013 schließlich soll der Verkauf von Office 13 starten, der modernisierten Version der Microsoft-Bürosoftware und zweitwichtigsten Profitquelle des Konzerns.

Die Produktoffensive hat für den unangefochtenen König der klassischen PC-Software existenzielle Bedeutung. Sie entscheidet über nicht weniger als die Zukunft des Konzerns und seines Vorstandschefs Ballmer. Der hat Windows erst im Juli auf einer weltweiten Konferenz mit Geschäftspartnern im kanadischen Toronto beschrieben als „Herz und Seele des Konzerns, das Fundament von Microsoft, auf dem alles andere aufbaut“. Aber das ist inzwischen in die Jahre gekommen. Deshalb soll und muss der neue Mehrklang aus Windows 8, Windows Phone 8 und Tablet-Rechner Surface, so der Plan des bulligen 56-Jährigen, jetzt endlich auch ins Internet, vor allem ins mobile. Ob Smartphones oder Tablets, bei denen Microsoft zurzeit nur verschwindend vertreten ist: Ohne Erfolge auf dieser neuen Handy- und Computergeneration wird der Konzern die Erzrivalen Apple und Google für immer ziehen lassen müssen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Windows

  • Ändert sich die Bedienung?

    Besitzer von Handys mit Windows-Phone-Betriebssystem kennen die quadratischen Kacheln der neuen Programmoberfläche bereits. Sie gibt es künftig auch für PCs sowie für Tablet-Rechner, deren Gebrauch sie durch die
    Fingerbedienung erleichtern. Auf dem PC tut’s ein Mausklick. Die gewohnte PCOberfläche erreichen Freunde der klassischen Window-Optik über eine Kachel.

  • Läuft Windows 8 auf meinem alten PC?

    Mindestens wer einen Windows-7-tauglichen PC besitzt, der sollte auch Windows 8 installieren können. Selbst ältere Netbooks sollten damit klarkommen. Anders sieht es bei Handys aus. Ein Update von Windows Phone 7 oder 7.5 auf Version 8 ist wegen der geänderten Hardwareanforderungen nicht möglich.

  • Laufen alte Programme auf Windows 8?

    Mehrheitlich ja. PC-Programme für Windows 7 sollten mit Windows 8 klarkommen. Gleiches gilt für Smartphone-Apps, die für Windows 7.5 entwickelt wurden. Sie sollten funktionieren, wenn der Besitzer auf ein Handy mit Windows Phone 8 umsteigt und sein Benutzerkonto auf das neue Gerät überträgt.

  • Was kostet Windows 8?

    PC-Besitzern bietet Microsoft Windows 8 zum Kampfpreis: Ab Verkaufsstart Ende Oktober bekommen Windows-Nutzer die Software bis 31. Januar 2013 für knapp 40 Dollar als Download aus dem Netz. Der Euro-Preis ist noch offen.

Ballmer steht vor seiner wichtigsten Schlacht

Weil immer mehr Kunden zum Smartphone und Tablet statt dem klassischen Computer greifen, muss Ballmer jetzt einen Gewaltakt wagen, den der Softwarekonzern in dieser Form noch nicht erlebt hat. „Was Microsoft jetzt macht, ist eine gewagte Wette“, sagt Axel Oppermann, Analyst bei der IT-Unternehmensberatung Experton Group und dort spezialisiert auf Microsoft.

Experten sind sich einig: Ballmer steht vor seiner wichtigsten, wenn nicht vor seiner letzten Schlacht. Zwar ist das traditionelle Windows allen Unkenrufen zum Trotz mit einem operativen Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr von mehr als elf Milliarden Dollar noch immer eine gigantische Profitquelle für den weltgrößten Softwarehersteller.

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