Microsoft: Ballmer will mit der Xbox Windows 8 pushen

ThemaMicrosoft

Microsoft: Ballmer will mit der Xbox Windows 8 pushen

von Matthias Hohensee und Michael Kroker

Am Abend hat Microsoft die neue Xbox vorgestellt. Die Spielekonsole soll dem US-Konzern helfen, mit Windows 8 doch noch den Durchbruch zu schaffen.

Sie wird noch mehr können als ihr Vorgängermodell: ballern wie auf dem Schlachtfeld, Filme vorführen wie im Kino, TV-Serien streamen wie im Internet. Die Neuauflage der Xbox aus dem Hause Microsoft, mehr Wunder- statt Daddelbox – und zu bedienen über viele bunte Kacheln auf dem Flachbildfernseher.

Am Dienstagabend gegen 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es so weit. Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentierte am Konzernsitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington sein neues Computer-Spielgerät, das den Namen Xbox One trägt. Doch die Spielkonsole steht für mehr als die noch schönere neue Welt am Computer. Die neue Xbox One soll wie ein Turbo helfen, gleichzeitig dem stotternd gestarteten neuen Betriebssystem Windows 8 langfristig zum Durchbruch zu verhelfen.

Anzeige

Microsoft reagiert auf Kritik Ein neuer Geschmack für Windows 8

Viele Kunden mögen Windows 8 nicht. Diese Mäkelei nimmt sich Microsoft zu Herzen: Noch in diesem Jahr überarbeitet der Software-Konzern sein Betriebssystem. Dabei geht es jedoch nicht nur um Geschmacksfragen.

„Das wichtigste Produkt seit Jahren“: Für Microsoft-Chef Steve Ballmer ist der Erfolg von Windows 8 essenziell. Quelle: dpa

Katalysator im Wohnzimmer

Mit Windows 8 hatte Ballmer im Oktober dem US-Softwaregiganten einen radikalen Kurswechsel verordnet. Anstelle einzelner Fenstern („Windows“) prangen bei Geräten mit Microsoft-Betriebssystem nun bunte Kacheln auf dem Bildschirm. Und neben herkömmlicher Windows-Software wie Word oder Excel laufen auf den Geräten nun vor allem spezielle Apps – nach dem Vorbild der Smartphones. Damit schuf Microsoft erstmals ein Betriebssystem, das für PCs, Smartphones und Tablets gleich aussieht – und nun auch noch die Xbox steuert.

Die Mission des neuen Wunderkastens ist offenkundig. Wer die neue Xbox erwirbt, klinkt sich von einer ganz neuen Seite in die künftige Windows-8-Welt ein. Wer über die Kacheln auf dem Bildschirm im Wohnzimmer spielt, soll auf die gleiche Weise auch am Computer im Büro arbeiten, am Notebook zu Hause oder mit dem Tablet und dem Smartphone unterwegs im Internet surfen. Und je mehr Kunden über die Kacheln zu Spielen, Filmen, Fernsehserien, Videos und Fotos finden, desto mehr kaufen sie auch Geräte, die ebenfalls auf Windows 8 laufen.

Grafik "Weniger abhängig von Windows"

Umsatzentwicklung der Microsoft-Sparten (zum Vergrößern bitte anklicken).

Dass die neue Xbox zum Umsatzkatalysator für Windows 8 werden soll, ist kein Zufall. Denn die Xbox hat für Microsoft eine besondere Symbolkraft. Sie steht für die Fähigkeit des weltgrößten Softwarekonzerns, neue Märkte zu erobern. Als Ballmer die Xbox 2001 einführte, ein Jahr nach der Übernahme des Chefpostens von Bill Gates, hatte Microsoft in dem von Sony und Nintendo dominierten Markt nichts zu melden. Heute, eine Dekade und Milliardeninvestitionen später, liefert sich Microsoft ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sony um die Marktführerschaft und macht Gewinne in der neuen Sparte.

Zu ähnlichem Erfolg soll die Xbox nun dem neuen Betriebssystem Windows 8 verhelfen. Mit ihm will Ballmer ebenfalls in einen Markt eindringen, auf dem Microsoft bisher kaum etwas zu melden hat: ins Geschäft mit Smartphones und Tablets. Hier dominieren Google mit seinem Betriebssystem Android und Apple mit iPhone und iPad den Markt. Trotz Milliardeninvestitionen in die Allianz mit Nokia kam Microsoft hier nur in Trippelschritten voran.

Vor allem die revolutionäre Idee, mit der ersten einheitlichen Bedienoberfläche für PCs, Smartphones und Tablets den Markt aufzurollen, verfing bisher nicht wie erhofft. Laut Erhebung des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Kantar sind Handys mit Windows 8 zwar mittlerweile die am schnellsten wachsende Smartphone-Plattform in den USA, doch liegt der Marktanteil weiterhin bei lächerlichen vier Prozent (Google mit Android: mehr als 50 Prozent, Apple bei gut 44 Prozent). Im Tablet-Geschäft schafft Microsoft dem Marktforscher IDC zufolge sogar nur 3,3 Prozent (Android knapp 57 Prozent, Apple 40 Prozent).

Schon befürchten Kritiker, Microsoft könnte deswegen dank seiner Abhängigkeit vom klassischen, aber rückläufigen PC-Geschäft langfristig auf die abschüssige Bahn geraten. Doch die Sorge ist nur bedingt gerechtfertigt.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%