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exklusivMicrosoft in der Kritik: Acer-Chef: Windows 8 ist zu kompliziert

26. Januar 2013
Acer-Tablet mit Windows 8 und Tastatur Quelle: dapdBild vergrößern
Acer-Tablet mit Windows 8 und Tastatur Quelle: dapd
von Sebastian Matthes

Der Chef des Computerherstellers Acer, Jim Wong, kritisiert das neue Betriebssystem Windows 8 als zu erklärungsbedürftig.

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„Ich glaube, Windows 8 ist zu kompliziert. Die Menschen verstehen das System nicht. Dabei müssen wir ihnen nun helfen“, sagte Wong der WirtschaftsWoche. Acer wolle deshalb sogenannte Experience-Center, die das Unternehmen bereits in einigen westeuropäischen Ländern und in Australien betreibt, bald auch „im Rest Europas, in China und Singapur“ eröffnen, um Kunden das neue Betriebssystem zu erläutern.
Windows 8 sei ein Grund für die schwachen Absatzzahlen im Laptop-Markt, die Wong als „enttäuschend“ bezeichnet.

„Nach dem Launch im Oktober ist der Markt für Computer weiter geschrumpft. Zwar langsamer als in den Monaten zuvor, aber die Hoffnung auf Wachstum hat sich nicht erfüllt. Das gilt auch für die Acer-Zahlen: Allerdings wachse der Marktanteil, weil das Unternehmen in einem schrumpfenden Gesamtmarkt zumindest stagnierende Verkäufe erziele. In Deutschland liege der Acer-Marktanteil bei Laptops derzeit bei rund 15 Prozent.

Sorge bereitet Wong, dass der Patentkrieg zwischen Google, Samsung und Apple die Innovationskraft der Branche beeinträchtigt. „Das Patentrecht wird viel zu sehr als Waffe gegen Wettbewerber eingesetzt. Das kostet viel Geld und behindert den Wettbewerb. Vor allem für kleine Unternehmen ist es gefährlich. Die haben kein Geld, um zu kämpfen, und schrecken möglicherweise vor Innovationen zurück.“

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Kommentare | 5Alle Kommentare
  • 26.01.2013, 14:14 Uhrmatzo

    Der Acer-Chef bemerkt offenbar nicht den grössten Fehler, den er und fast alle seine Mitkonkurrenten machen: Nämlich Notebooks nach wie vor standardmässig mit althergebrachter HDD auszuliefern statt standardmässig mit SSD-Systemplatte und allenfalls optionaler grosser HDD für Video/Musiksammler.
    Das würde deutlich mehr Käufer anlocken...

  • 27.01.2013, 18:05 Uhrdereinst

    Tja, vielleicht sollten sie doch Win-7 als Alternative weiter anbieten ... Dann hätten Microsoft, Acer und viele Andere Antworten, wer was will. Hätte auch etwas mit Kundennähe zu tun.
    Das Win 8 ein zu extremer Bruch in der Bedienung und wenig sinnvoll für normale Anwender (Desktop und Notebook) ist, könnte, wenn man will, auch als Begründung für den sehr schlechten Hardwareverkauf gelten.
    Ja ja ich weiß, Microsoft will mit aller Gewalt (!) Win 8 den Menschen aufdrängen und hat deshalb kein Interesse daran, das Win 7 weiter verkauft wird (überhaupt vorinstalliert).
    So lügen sie sich alle lieber in die eigene Tasche und nerven die Menschen bis sie eine Alternative (Linux? Kaum zu glauben, da dort die selben Fehler wie bei MS passieren, Apple, wohl auch nur für wenige) finden.
    Ich persönlich kaufe genau wegen Win 8 kein neues Gerät! Auch, weil ich nicht gewillt bin, für Win 7 Aufpreis zu zahlen (sorry, ich persönlich finde das krank).
    Gebt dem Konsumenten was der Konsument will und ihr müsst keine Center einrichten, die Leute "auffordern" einen Win 8 Kurs zu absolvieren (!?) und würdet nicht mit so schmerzlichen (€$) Konsequenzen leben müssen.
    Wie war das noch mal: "Der Kunde ist König!"? Ahh ja ...

  • 27.01.2013, 19:23 UhrEwigNeu

    Rechner sollen dazu dienen, die Arbeit zu erleichtern, aber nicht dazu, die Menschen am Ende zu beschäftigen und zu nerven.

    Der Consumerbedarf an immer leistungsfähigeren Rechensystemen nimmt heute langsam ab. Um stets noch leistungsfähigere Geräte und immer neue Betriebssysteme sinnvoll verwenden zu können, muß man bereits neue Anwendungen an den Haaren herbeiziehen. Man versucht es mit rechenintensiven Spielen für die Kleinen sowie Tablets und Smartphones für die Großen. Aber jeder Meister in der Werkstatt, jede Sekretärin im Büro und jeder, der die Einladung für die nächste Taubenzüchtervereinssitzung schreibt, weiß ganz genau, daß er dafür Win 8 nicht braucht, denn alles läuft schon lange bestens. Schon Win 7 war für sie alle überdimensioniert. Die Genannten könnten alles mit Win NT oder Win 2000 erledigen. Die Notwendigkeit nach ständig Neuem sinkt inzwischen dramatisch.

    Es gibt andererseits selbstverständlich die davon strikt zu unterscheidende techn.-wiss. Forschung und Entwicklung. Hier wachsen naturgemäß die Anforderungen an Rechner unendlich weiter. Es gibt auch andere Bereiche wie die der Verkehrslenkung, der industriellen Prozeßsteuerung , der Telekommunikation usw., die ebenfalls immer schnellere Rechner brauchen.

    Diese Nicht-Consumer-Nachfragemarkt ebenso wie der militärische Nachfragemarkt ist aber sehr eng. Die Software- und Hardwareindustrie braucht für geringe Preise im Investitionsgüterbereich deshalb einen sehr breiten und großen Abatzmarkt: Daher versucht man den Menschen klar zu machen, daß eine Kaffeemaschine ohne USB-Anschluß heute einfach unzeitgemäß ist und daß er nur etwas zählt, wenn er seine Briefe mit einer 4 GHz CPU schreibt. Und ohne Smartphone soll er sich nicht blicken lassen. Die UdSSR hatte keinen Consumermarkt und hat die Nachfrage für den engen MIL-Bereich mit Geräten bestückt, die zu immensen Kosten einzeln gefertigt waren. Daran ging sie bankrott.

    Der erwünschte breite Absatzmarkt mag ein Grund für das ewig Neue sein.

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