Microsoft: Rekordabschreibung im Online-Geschäft

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Microsoft: Rekordabschreibung im Online-Geschäft

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von Matthias Hohensee

Das Internet-Geschäft erleidet einen Rekordverlust von 6,2 Milliarden Dollar. Seit 2007 schreibt der Konzern in diesem Bereich rote Zahlen. Warum sich Redmond trotzdem nicht aus dem Online-Geschäft verabschieden kann.

Zehn Jahre ist es her, als Steve Ballmer und Bill Gates im Sommer 2002 auf der jährlichen Finanzanalysten-Tagung über die Pfründe dozierten, die im Internet-Anzeigengeschäft liegen würden und den Analysten den Mund wässrig machten. Ballmer prophezeite, dass die Internet-Sparte dank des Wachstumsmarkts zu einem lukrativen Geschäftsfeld aufsteigen würde.

So ist es allerdings nicht gekommen. Ganz im Gegenteil. In den vergangenen zehn Jahren hat Microsoft rund 8,5 Milliarden Dollar miese in dieser Sparte angehäuft.

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Am Montag musste der Softwarekonzern nach Börsenschluss bekanntgeben, dass er die Rekordsumme von 6,2 Milliarden Dollar abschreiben muss. Laut Analysten entspricht das ungefähr dem gesamten Gewinn, den Microsoft von April bis Juni erzielte.

Das Gros der Wertberichtigung entfällt auf den Online-Anzeigenvermittler aQuantive, den der Softwarekonzern 2007 erworben hatte. Vor allem um den Aufkauf des aQuantive Wettbewerbers Doubleclick zu kontern, den Konkurrent Google wiederum für 3,1 Milliarden Dollar übernommen hatte.

Ein Ausstieg wäre ein Rückschlag für den Partner Yahoo

Google wollte mit dem Kauf stärker ins Online-Bannergeschäft expandieren, um nicht allzu abhängig von suchbasierter Werbung zu sein. Während dem Silicon Valley Online-Giganten das erfolgreich gelungen ist – auch weil seine Verkäufer rasch beide Online-Werbekategorien gemeinsam an ihre Kunden vermarkten konnten – ging der Microsoft-Vorstoss weitgehend ins Leere. Der Softwarekonzern brauchte zu lange, um aQuantive in sein Online-Geschäft zu integrieren.

Die Online-Sparte ist das Sorgenkind des Konzerns. Ballmer gerät immer mehr unter den Druck von Aktionären, sich von dem kostspieligen Abenteuer zu verabschieden. Dies wäre wiederum ein herber Rückschlag für Allianzpartner Yahoo, der seine Suchmaschine und deren Vermarktung an Microsoft ausgelagert hat und dafür Garantiezahlungen erhält, egal wie schlecht das Geschäft läuft.

Bislang hat Ballmer allem Drängen widerstanden, die Sparte dicht zu machen. Vor allem weil die Websuche strategisch wichtig ist. Er setzt stattdessen auf eine engere Kooperation mit dem sozialen Netzwerk Facebook, um dessen Inhalte stärker in seine Suchmaschine Bing einzubinden und damit die Suchergebnisse relevanter zu machen. Bislang hat sich das allerdings nicht in Markanteilen niedergeschlagen.

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