Microsoft: Steve Ballmer erneuert Kampfansage an Apple

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Microsoft: Steve Ballmer erneuert Kampfansage an Apple

von Michael Kroker

In einem Interview beteuert Steve Ballmer: Microsoft werde Apple kein Terrain kampflos überlassen. Selbst ein eigenes Microsoft-Smartphone schließt er nicht rundweg aus.

In seiner offiziellen Eröffnungsrede am ersten Tag der Microsoft-Partnerkonferenz WPC in Toronto hatte Konzernchef Steve Ballmer noch Kreide gefressen: Auf einem Stuhl sitzend ließ er sich vor den rund 16.000 Zuhörern im Air Canada Center interviewen – und beließ es dabei bei Beschwörungsformeln an die Partner-Community: Die kommende Neuauflage des Betriebssystems Windows 8 sei das wichtigste Microsoft-Produkt seit Windows 95; insgesamt „sei dieses Jahr das wichtigste in der Microsoft-Geschichte“.

In einem späteren Interview mit der amerikanischen IT-Fachhandels-Zeitung „Computer Reseller News“ (CRN) hat Ballmer freilich die Samthandschuhe wieder ausgezogen und sie als Fehdehandschuh dem Erzrivalen Apple vor die Füße geworfen: „Wir werden kein Terrain, auf dem sich Apple gegenwärtig bewegt, unbeackert lassen“, so Ballmer gegenüber CRN. „Und wir überlassen ihnen kein Feld kampflos – weder die Consumer Cloud noch Innovationen im Software- oder Hardware-Bereich.“

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Mehr noch: Der Microsoft-Chef schließt beim Kampf gegen den im Mobilgeschäft weit enteilten Apple-Konzern nicht einmal aus, ein eigenes Smartphone gegen das extrem populäre iPhone ins Rennen zu schicken. Laut CRN habe Ballmer auf eine entsprechende Nachfrage pausiert und dann geantwortet: „Wir warten ab, was passiert. Mit Nokia und HTC verfügen wir über gute Partner im Handygeschäft.“

Konzentration auf Surface-Tablet

Doch erst einmal gelte sein Hauptaugenmerk dem ersten Microsoft-eigenen Tablet-Rechner namens Surface, den er Ende Juni völlig überraschend vorgestellt hat. „Wir arbeiten mit aller Kraft an Surface“, so Ballmer. „Es ist wirklich beachtlich, was wir da bereits auf die Beine gestellt haben. Daher konzentrieren wir unsere Bemühungen derzeit auf Surface und unsere anderen Windows-8-Tablet-Partner – und schauen mal, dass wir in diesem Segment gemeinsam etwas bewegen können.“

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Surface markiert geradezu eine Zäsur in der gut 37-jährigen Unternehmensgeschichte von Microsoft: Erstmals bieten die Redmonder bei einem Computer Hardware und Software aus einer Hand an ­– ein indirektes Eingeständnis, dass Erzrivale Apple – der genau jenes Geschäftsmodell von Anfang an verfolgt – offenbar doch richtig liegt. Bezeichnenderweise war es Konzernchef Ballmer höchstpersönlich, der die Entwicklung von Surface in den vergangenen Monaten in einem Geheimprojekt vorangetrieben hat.

Einen offiziellen Verkaufsstart für Surface hat Microsoft auf der WPC nicht genannt, aber indirekt angedeutet, dass die Rechenflunder zeitgleich mit der Veröffentlichung von Windows 8 Ende Oktober auf den Markt kommen soll. Trotz aller vordergründiger Begeisterung tritt Ballmer aber erst einmal auf die Erwartungsbremse: „Ein paar Millionen Surface-PCs“ wolle er im kommenden Jahr verkaufen – das ist im Vergleich zu vollmundigen Kriegserklärung an die Adresse von Apple eine geradezu hasenfüßige Ansage.

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