Mobile Werbung: Was Apple der Topsy-Kauf bringt

Mobile Werbung: Was Apple der Topsy-Kauf bringt

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Kunden stehen im Apple-Store in München neben dem Logo des Unternehmens. Das Unternehmen hat den Spezialisten für Twitter-Analyse Topsy gekauft.

von Meike Lorenzen

Apple-Chef Tim Cook setzt seine Shopping-Tour fort. Kurz nach der Übernahme von PrimeSense landete nun die Firma Topsy im Einkaufskorb. Der Big-Data-Spezialist wertet Inhalte aus, die im Kurzmitteilungsdienst Twitter gelaufen sind.

Was will Apple mit Topsy? Bisher hat Apple sich aus dem Social-Media-Geschäft weitestgehend herausgehalten. Nun gibt Chef Tim Cook 200 Millionen Dollar für das Twitter-Analyse-Tool aus. Der Konzern bestätigte den Kauf gegenüber dem „Wall Street Journal“, gab aber keiner weiteren Informationen preis, wie das Multi-Media-Werkzeug letztlich eingesetzt werden soll. Dabei könnte Topsy ein Instrument werden, um die Werbung bei Apple attraktiver zu machen.

Auf den ersten Blick scheint der Kauf untypisch für Apple. Der iPhone-Konzern ersteht üblicherweise Firmen, die direkt die Fähigkeiten seiner Geräte oder Dienste erweitern können. So basiert die Fingerabdruck-Erkennung im neuen iPhone 5S ebenso auf einem Zukauf und es gab mehrere Übernahmen für den hauseigenen Kartendienst und die Chip-Entwicklung.

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Jetzt also Topsy. Der Dienst hat sich auf die Auswertung von Aktivitäten beim Kurznachrichtendienst Twitter spezialisiert. Durch die Analyse der einzelnen Tweets lässt sich zum Beispiel herausfinden, welche Themen gerade besonders beliebt sind oder wer besonders viel Einfluss innerhalb des Netzwerkes hat. Dabei hat Topsy laut WSJ als einer von wenigen Twitter-Partnern vollen Zugriff auf die sogenannte Firehose. Damit ist der Strom aller Nachrichten gemeint, die seit 2006 abgesendet worden sind. Inzwischen werden pro Tag 500 Millionen Tweets gesendet.

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Wie Apple Topsy genau integrieren möchte, ist bisher unklar. Doch dass das Tool wichtig werden kann, steht außer Frage. Anders als Google, Amazon oder Facebook verfügt Apple über relativ wenige Daten seiner Kunden. Google speichert jeden Suchvorgang und passt die einzelnen Suchen so mit Hilfe des sogenannten Page-Ranks – einen gigantischen Algorithmus – individuell an. Dadurch gewinnt das Unternehmen so viele Informationen, dass es geschickt individuell Werbung schalten kann. Und das rechnet sich. Im dritten Quartal (Oktober 2013) strömten die Werbegelder regelrecht auf die Google-Konten. Der Umsatz des Internetkonzerns stieg um zwölf Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Euro).

Ganz ähnlich machen es Amazon und Facebook. Vor allem Facebook ist es gelungen, das mobile Geschäft für sich zu nutzen. Bei den jüngsten Quartalszahlen (Oktober 2013) legte der Umsatz um satte sechzig Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,02 Milliarden Dollar zu.

Die Chance auf besser Werbung

Apple hingegen spielt auf den Netzbühnen bisher keine große Rolle. Das Unternehmen ist vom Verkauf seiner Geräte abhängig. Das Geschäft läuft ohne jeden Zweifel gut. Apple schreibt Zahlen, von denen andere Unternehmen nur träumen. Von Juli bis September konnte das Unternehmen 37,5 Milliarden Dollar umsetzen – ein Zuwachs von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch aufgrund höherer Werbeausgaben und einer immer stärker schrumpfenden Marge im umkämpften Smartphone- und Tablet-Markt bleibt der Profit konstant, von Wachstum keine Spur. Gleichzeig schrumpft das Geschäft mit Desktop-Rechnern und Notebooks.

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Ebenfalls ein Stück vom mobilen Werbemarkt abzubekommen, kann nur im Interesse von Apple-Chef Tim Cook sein. Denn derzeit scheint Apple als Werbepartner nur mäßig attraktiv. Seit 2010 können Unternehmen auf der Plattform iAd Werbeplätze kaufen, die innerhalb der iOS-Apps für iPhone, iPad und iPod ausgespielt werden. Mit einem sportlichen Preis von einer Million Dollar pro Kampagne hatte Apple möglich Kunden jedoch eher abgeschreckt. Inzwischen verlangt das der IT-Konzern noch 100.000 Dollar pro iAd-Kampagne. Durch konkrete „Echtzeit-Informationen“ können die Werber ihre Anzeigen schneller anpassen und individueller gestalten. Und darauf kommt es im schnelllebigen Online-Geschäft an. Hier könnte Topsy die Daten liefern und Anzeigen auf iOS somit attraktiver machen.

Ganz ähnlich könnte die Werbung auf dem Musikdienst iRadio angepasst werden, der derzeit nur in den USA verfügbar ist und mit Firmen wie Spotify konkurriert. Als Spezialist für die Analyse von großen Datenmengen könnte Topsy auch dazu beitragen, die Bedürfnisse der Apple-Kunden in Big-Data-Analysen genauer zu ermitteln. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Google oder Microsoft verfügt Apple nur über vergleichsweise wenige eigene Datenbestände.

Mit Material von dpa

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