Mobilfunk: Lange Mängelliste bei Nokias Betriebssystem

Mobilfunk: Lange Mängelliste bei Nokias Betriebssystem

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Lange Mängelliste: Nach Aktualisierung traten beim Smartphone E7 mehr Fehler auf

von Jürgen Berke

Mängel beim Betriebssystem Symbian vergraulen die Nokia-Kunden so sehr, dass ein Unternehmer sogar Strafanzeige stellt.

Andreas Damm ist eigentlich ein typischer Hanseat. Tauchen Probleme auf, findet der Inhaber eines Hamburger Außenhandelsunternehmens in der Regel selbst in aussichtslosen Fällen eine praktikable Lösung.

Wütend wird Damm immer nur dann, wenn sich lange gar nichts bewegt. Dann überrascht er seine Umgebung mit ungewöhnlichen Aktionen wie am vergangenen Montag. Punkt 14 Uhr betrat der 52-Jährige mit viel Frust im Bauch die Hamburger Staatsanwaltschaft und erstattete als langjähriger Besitzer eines Nokia-Handys Strafanzeige gegen den finnischen Mobilfunkriesen. Sein Vorwurf: Verdacht auf Betrug, Sachbeschädigung und Datenveränderung beim Verkauf von Handys mit dem alten Nokia-Betriebssystem Symbian. Die Staatsanwaltanwalt bestätigt den Eingang der Strafanzeige und prüft nun, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet.

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Mit der Strafanzeige eskaliert der Streit

Mit Damms Attacke eskaliert ein Streit, der eng mit dem Strategiewechsel von Nokia zusammenhängt. Seit Monaten häufen sich Beschwerden von Kunden über Probleme mit Nokia-Geräten, die mit dem auslaufenden Betriebssystem Symbian arbeiten. Um den Niedergang von Nokia zu stoppen, entschied der neue Konzernchef Stephen Elop vor knapp einem Jahr, seine internetfähigen Handys künftig gemeinsam mit dem US-Softwareriesen Microsoft zu entwickeln und mit dem Betriebssystem Windows Phone auszurüsten.

Mit der Anzeige rührt Damm an einem Ärgernis, das alle Betriebssysteme betrifft. Wie beim PC modernisieren auch Smartphone-Hersteller routinemäßig ihre Betriebssysteme. Dabei ersetzen sie alte Programmbausteine durch neue, ohne die Kunden darüber im Detail zu informieren. Dabei fallen bisweilen auch gewohnte Features weg, deretwegen sich Kunden für ein Gerät entschieden haben.

Nahmen die meisten das bisher murrend hin, macht Unternehmer Damm nun Schluss mit der Leisetreterei. „Viele Kunden empfinden es als Rückschritt, wenn ein Hersteller vertraute Features aussortiert“, sagt Jens Nebel, Fachanwalt für IT-Recht bei der Essener Kanzlei Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare. „Doch per Klage ist noch kein Kunde dagegen vorgegangen.“

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