Möbelhersteller: Pekingente aus deutschen Küchen

Möbelhersteller: Pekingente aus deutschen Küchen

von Nele Hansen

Russen und Chinesen stehen auf deutsche Sofas, Sessel und Küchen. Die Nachfrage im europäischen Ausland hingegen schwächelt.

Ob bei Küchen oder Sesseln und Sofas – die Deutschen sparten im ersten Halbjahr 2012 dieses Jahres nicht an neuen Möbeln. Das verschaffte der Möbelbranche einen Erlösanstieg um 4,5 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro, wie  der Verband der Deutschen Möbelindustrie am Vormittag in Köln mitteilte. Bis zum Jahresende rechnet die Branche mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent.

Besonders die Nachfrage im Inland sorgte für Aufschwung. Neben den niedrigen Zinssätzen sowie einer guten Wohnungsnachfrage und Arbeitsmarktlage setzten die Konsumenten auf Investitionen in bleibende Werte innerhalb ihrer eigenen vier Wände, sagte Verbandspräsident Elmar Duffner.

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Auf dem asiatischen Markt sind Küchen mit beigefarbener Musterung vom Hersteller Bauformat beliebt.

Im europäischen Ausland hingegen hatten die Möbelhersteller zu kämpfen. In Frankreich ging der Umsatz um rund 23 Prozent zurück, in Griechenland sogar um 29 Prozent. Dagegen sorgten Russland und China für Aufschwung. Gerade die Küchenmöbelhersteller finden immer mehr Abnehmer in Asien. „Made in Germany“ kommt hier gut an.

Für eine Appartementanlage in Shanghai lieferte beispielsweise der zweitgrößte deutsche Küchenhersteller Alno aus Pfullendorf, nördlich des Bodensees, zuletzt mehr als 600 Küchen. Alno ist gerade dabei,  ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner abzuschließen. Er kann das Wachstum gut gebrauchen.  Im ersten Halbjahr 2012 verbuchte das Unternehmen, zu dem auch die Marken Pino, Impuls und Wellmann gehören, erstmals seit Jahren wieder steigende Umsätze.  

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Dieses Modell von Siematic kommt bei den Asiaten gut an.

Von Januar bis Juni stiegen die Erlöse um 3,7 Prozent auf 230,9 Millionen Euro an. Alno erwirtschaftete vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn von 5 Millionen Euro nach einem Verlust von 8,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Eine schwarze Zahl vor Zinsen und Steuern hält der Küchenmöbelhersteller allerdings erst für 2013 für realistisch – dabei soll auch das Auslandsgeschäft helfen.

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Der Hersteller Bauformat aus Löhne, der zuletzt mit Umsatzrückgängen und Entlassungen Schlagzeilen machte,  verzeichnet seit zehn Jahren kontinuierlich wachsende Umsätze im asiatischen Markt. Er verkauft Küchen für rund 32 000 US-Dollar mit hochwertigen Elektrogeräten und Granit-Arbeitsplatten.

Auch der ebenfalls in Löhne ansässige Küchenbauer Siematic stattet in Asien  hochwertige Wohn-Tower, Penthouse-Wohnungen oder exklusive Villen aus. Genaue Verkaufszahlen nennt das Unternehmen nicht, erwartet aber weiter steigende Umsätze in Asien.

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