Nach Concur-Übernahme : SAP will ohne weitere Großübernahmen wachsen

Nach Concur-Übernahme : SAP will ohne weitere Großübernahmen wachsen

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Der Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP, Bill McDermott

Im September hat SAP das Softwarehaus Concur übernommen und Milliarden gezahlt. Jetzt will der Konzern einen Gang zurückschalten und ohne größere Übernahmen weiter wachsen.

Nach der größten Übernahme der Firmengeschichte will der Softwarekonzern SAP ohne größere Zukäufe wachsen. SAP werde bei Übernahmen jetzt eine viel langsamere Gangart einlegen und sein Angebot allenfalls noch abrunden, erklärte Vorstandschef Bill McDermott am Mittwoch auf einer Konferenz der Investmentbank Morgan Stanley in Barcelona. "Das wird Sie eher einschläfern", ergänzte er mit Blick auf künftige Übernahmen.

SAP hatte im September die Übernahme des US-Softwarehauses Concur für umgerechnet 6,2 Milliarden Euro angekündigt. Der Spezialist für Programme zum Organisieren und Abrechnen von Dienstreisen bietet seine Software überwiegend als Cloud-Programme, also zur Miete über das Internet, an. In den vergangenen drei Jahren hat SAP das als zukunftsträchtig geltende Cloud-Geschäft rasch durch mehrere Milliardenübernahmen in den USA ausgebaut. Da sich die Einnahmen bei der Mietsoftware aber über mehrere Jahre verteilen, dauert es, bis das Geschäft so profitabel ist wie der klassische Verkauf von Software über Lizenzen. SAP musste deshalb seine Gewinnziele bereits zurückschrauben .

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Im Januar werde er eine Wachstumsstrategie für alle Geschäftszweige von 2015 bis 2020 präsentieren, kündigte McDermott an. Sowohl das Kerngeschäft mit Lizenz-Software als auch das Cloud-Geschäft werde SAP mit Innovationen das Wachstum vorantreiben und das operative Ergebnis steigern.

Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Bei seinen deutschen Kunden stößt der weltweit führende Anbieter von Firmensoftware mit seinen neuen Angeboten noch auf große Zurückhaltung. Nach der jüngsten Umfrage des Verbandes der Deutschsprachigen SAP-Anwender (DSAG) setzen zwar 30 Prozent der Unternehmen, die SAP-Software nutzen, auf Cloud-Programme. Das übliche gesamte Paket von Programmen zur Firmensteuerung wollen aber nur fünf Prozent der Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Cloud verlagern. Die Firmen haben demnach Bedenken, ob ihr Know-how ausreichend geschützt ist.

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