Softbank will Sprint weiter kontrollieren

Nach Fusions-Aus mit Telekom-Tochter: Softbank will Sprint weiter kontrollieren

, aktualisiert 06. November 2017, 10:04 Uhr

Das US-Geschäft brummt für die Telekom, doch aus dem lange ersehnten Mega-Deal mit T-Mobile US wird nichts. Die Telekom-Aktie geriet unter Druck.

Bild vergrößern

Frau vor SoftBank Filiale

Nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Telekom-Tochter T-Mobile US will Softbank-Chef Masayoshi Son auch in den kommenden Jahren die Kontrolle über den US-Mobilfunker Sprint behalten. Es sei seine Entscheidung gewesen, die Gespräche abzublasen, sagte der Tech-Milliardär am Montag in Tokio zur Bekanntgabe eigener Geschäftszahlen.

Die Telekom-Aktie geriet derweil unter Druck, Händler und Analysten sprachen von einer Enttäuschung. Die Papiere fielen am Montagvormittag um fast drei Prozent.

Anzeige

Am Samstag hatten die Deutsche Telekom, T-Mobile US und Sprint mitgeteilt, dass monatelange Gespräche über einen milliardenschweren Zusammenschluss auf dem US-Markt gescheitert seien. Son konnte sich nicht damit abfinden, die Kontrolle über Sprint in einem gemeinsamen Unternehmen an die Telekom abzutreten. Seit Jahren sucht er nach Partnern für die chronisch verlustbringende Sprint.

T-Mobile und Sprint Geplatzte Fusion bringt Softbank-Chef unter Druck

Softbank legt am Montag seine Bücher für das zweite Quartal des seit April laufenden Bilanzjahres offen. Nach der gescheiterten Fusion der Tochter Sprint mit T-Mobile verharren die Märkte noch in Lauerstellung.

Son ist immer für eine Überraschung gut. Kaum ein Unternehmen versteht sich so gut auf finanzielle Tricks wie Japans größter Investor. Quelle: Reuters

Er sei heiter gestimmt, sagte Masa Son, auch wenn aus dem geplanten Megadeal nichts geworden sei. „Auch wenn die kommenden drei bis vier Jahre ein harter Kampf werden, wird fünf bis zehn Jahre später klar sein, welch ein strategisch unschätzbares Geschäft das ist“, sagte Son. Sprint-Aktien dürften mit der Nachricht zwar fallen - das sei aber ein Grund, weiter zuzukaufen.

Bereits vergangene Woche hatte sich angedeutet, dass diesmal nicht die US-Wettbewerbshüter die größte Hürde für die Branchenkonsolidierung auf dem US-Markt sind, sondern die Vorstellungen der Konzernmütter aus Bonn und Tokio. Die Telekom besitzt knapp zwei Drittel an T-Mobile US, Softbank rund 84 Prozent an Sprint. Zusammen hätten die Unternehmen rund 125 Millionen Kunden und 70 Milliarden Umsatz jährlich gehabt.

Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint beenden Fusionsgespräche

Die Spekulationen um eine milliardenschwere Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile mit dem US-Konkurrenten Sprint war zuletzt ein Dauerbrenner an der Börse. Nun gibt es Klarheit: Die Gespräche sind gescheitert.

Der Mobilfunker wird nicht mit Sprint fusionieren. Quelle: REUTERS
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%