Nach Radikalumbau: Philips mit Wellness-Strategie auf der Jagd nach Samsung

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Nach Radikalumbau: Philips mit Wellness-Strategie auf der Jagd nach Samsung

, aktualisiert 28. Januar 2014, 08:02 Uhr
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Frans van Houten ist seit dem 1. April 2011 amtierender CEO der niederländischen Firma Royal Philips Electronics

von Rüdiger Kiani-Kreß und Harald Schumacher

Europas letzter Elektronikriese versucht durch einen Radikalumbau den Niedergang vergessen zu machen. Mit skurrilen High-Tech-Geräten zielen die Niederländer auf die weltweit wachsende Mittelschicht – und auf die Platzhirsche Siemens und Samsung.

Der Frans ist da, und alle sind an diesem Morgen, einem der letzten des vergangenen Jahres, ganz aufgeregt. Denn Frans van Houten, der Chef von Philips, kommt heute persönlich von der Zentrale im niederländischen Amsterdam nach Hamburg, in die Deutschland-Zentrale im Stadtteil St. Georg. Deutschland-Statthalterin Carla Kriwet, Abteilungsleiter und Auszubildende begrüßen ihren obersten Boss im klinisch gewienerten Foyer. Das im Konzern neuerdings übliche Du kommt ihnen nur zögerlich über die Lippen.

Umso selbstbewusster führt das Empfangskomitee van Houten die neuen Erfindungen an rund einem Dutzend Ständen vor. Da ist die Blue-Touch-Auflage, eine Art Heizkissen, das statt mit Wärme mit blauem LED-Licht Rückenschmerzen lindern soll. Eine Auszubildende erläutert leicht nervös ihrem fröhlich deutsch radebrechenden Konzernchef den Rapid Air, der Kartoffeln fast fettfrei mit Heißluft frittiert.

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Wie Konzernchef Frans van Houten den Elektroriesen durch schlankere Produktion und neue Produkte modernisiert hat.

Frans van Houten hat den Elektronikriesen von Grund auf modernisiert. Quelle: REUTERS

Die gute Laune des sonst eher spröden 53-Jährigen rührt an diesem Morgen nicht nur aus den teilweise skurrilen Ideen seiner Mitarbeiter. Mehr noch heben die Geschäftszahlen für 2013 die Stimmung.

Die eigenen Wachstums-Ziele für das abgelaufene Jahr erreichte der Konzern und schaffte mit der Bilanz für 2013 die besten seit Langem. 

Der starke Euro kostete die Niederländer zwar ein paar Prozentpunkte Wachstum beim Umsatz. Doch Somit stiegen die Erlöse im Zeitraum Oktober bis Dezember nur noch um ein Prozent auf 6,799 Milliarden Euro. Gute Nachfrage verzeichnete Philips in den Schwellenländern, während USA und weite Teile Europas schwach waren.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) hat sich mehr als verdoppelt auf 2,5 Milliarden Euro und nach Steuern blieben 1,2 Milliarden Euro übrig – nach einem Verlust von 30Millionen Euro – nicht zuletzt wegen der hohen Kartellstrafe vor gut 500 Millionen Euro. Mehr Gewinn gab es zuletzt im Jahr 2000. 

Das ist mehr als eine Trendwende. Der letzte europäische Elektronikriese – und das ist Philips, seit Siemens weitgehend aus dem Konsumgeschäft ausstieg – steht den Zahlen nach vor seiner Wiederauferstehung. 13 Jahre lang häufte der Traditionskonzern Milliardenverluste an und schrumpfte auf fast die Hälfte des Umsatzes und der Mitarbeiter. Viele sahen in dem taumelnden Riesen einen Kandidaten für eine Zerlegung oder Übernahme.

Doch es kommt offenbar anders. „Die Märkte unterschätzen Philips derzeit“, sagt Analyst Ben Uglow von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Selbst skeptische Kollegen wie Andreas Willi von JP Morgan prophezeien einen weiteren langen Aufschwung und sehen den Umsatz 2017 bei gut 30 Milliarden Euro – ein Drittel höher als heute – und den Vorsteuergewinn bei fast vier Milliarden.

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