Netflix vs. HBO in Spanien: Das Kampfgebiet der Streaming-Dienste

Netflix vs. HBO in Spanien: Das Kampfgebiet der Streaming-Dienste

, aktualisiert 08. Februar 2016, 11:13 Uhr
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Der US-Bezahlsender startet einen Internet-Streaming-Dienst in Spanien.

Quelle:Handelsblatt Online

Netflix hat den Streaming-Markt aufgerollt. Doch in Spanien bekommt der neue Star am Fernsehhimmel starke Konkurrenz: Der US-Bezahlsender HBO bietet Streaming ohne ein Pay-TV-Abo an. Ein Vorbild für Deutschland?

MadridDer US-Bezahlsender HBO will in Spanien einen eigenen Internet-Streaming-Dienst starten – und eröffnet damit eine neue Front gegen den Konkurrenten Netflix. Bis zum Ende des laufenden Jahres werden die Spanier erstmals einen direkten Zugang zu dem Film- und Serienangebot von HBO über das Internet erhalten. Ein Abo für ein Pay-TV-Paket ist dann nicht mehr erforderlich.

Erst Anfang Januar hatte Netflix bekanntgegeben, dass es seinen Dienst in 130 weiteren Ländern anbieten wird. In Spanien selbst ist der Branchenpionier schon seit vergangenem Jahr aktiv.

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In dem südeuropäischen Land gibt es viele Haushalte, die lediglich über einen Breitband-Anschluss verfügen und auf ein bezahltes TV-Angebot ganz verzichten. Das ist vielversprechend für Unternehmen wie HBO. Gleichzeitig gilt die Rate illegaler Downloads in Spanien aber auch als hoch.

Für HBO ist die Expansion daher eine kalkulierte Wette. Der Sender wird die exklusiven Rechte für seine Inhalte für den eigenen Streaming-Dienst behalten und diese nicht mehr an Pay-TV-Anbieter verkaufen. Zwar gibt das Unternehmen damit einige Lizenzeinnahmen auf. Doch es setzt darauf, dass es mit einem Angebot in Eigenregie langfristig mehr Geld verdienen kann, erklärt HBO- Geschäftsführer Richard Plepler. „Wir folgen dem Geld“, sagt Plepler. „Wir schätzen ab, wo unserer Meinung nach der höchste Gewinn zu finden ist“

Wie viel Geld der Dienst in Spanien kosten soll und welche Inhalte er genau bieten wird, will der HBO-Präsident für internationale Angebote, Simon Sutton, nicht verraten. Erfahrungen mit eigenen Internet-Streaming-Diensten hat das Unternehmen bereits seit 2012 in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark gesammelt, wo es HBO Nordic anbietet. Ähnliche Schritte kündigte es im April 2015 für die USA und Ende des vergangenen Jahres für Kolumbien an. HBO versucht, jene Kunden anzusprechen, die ihren TV-Anbieter gekündigt oder noch nie ein TV-Abo besessen haben.

Während Netflix nicht über die globalen Rechte für einige der eigenen Produktionen wie etwa die Erfolgsserie „House of Cards“ verfügt, besitzt HBO nahezu alle Programmangebote selbst. Das bedeutet, HBO kann die eigenen Inhalte als Basis für einen Streaming-Dienst nutzten – ohne erst noch Rechte für Serien und Spielfilme hinzukaufen zu müssen.


„Raubkopien sind ziemlich verbreitet“

In Spanien verfügen rund drei Viertel der Einwohner über einen schnellen Zugang zum Internet. Rund die Hälfte geht online via Breitband ohne zugleich auch ein Abo fürs Pay-TV zu haben. Zum Vergleich: In den USA liegt diese Quote bei rund 16 Prozent. Das geht aus Angaben des Parks Associates hervor.

Leicht dürfte es in Spanien allerdings dennoch nicht werden. Schon jetzt existieren in dem Land mindestens acht Streaming-Dienste für Bewegtbilder. Dazu zählen ein Angebt von Telefónica, dem dominierenden spanischen Telekomkonzern. Netflix ging im Oktober an den Start. Kunden von Vodafone erhalten einen Zugang sechs Monate lang umsonst.

HBO muss vor diesem Hintergrund in zusätzliche Programme, ins Marketing und den Kundendienst investieren, meint Barclays-Analyst Kannan Venkateshwar. Nicht zuletzt haben sich viele Menschen in Spanien daran gewöhnt, Online-Videos ohne Bezahlung zu gucken, sagt Brett Sappington vom Marktforscher Parks Associates. „Raubkopien sind ziemlich verbreitet“, berichtet er. Kunden dazu zu bewegen, etwas für Abo-Video-Dienste und Pay-TV in Spanien zu bezahlen, sei „schon immer schwierig gewesen“.

HBO lässt sich davon nicht entmutigen. Das Unternehmen schaut sich bereits nach anderen Ländern um, in denen es seinen internetbasierten Streaming-Dienst anbieten könnte. Welche Regionen dabei im Blick sind, sagt HBO-Präsident Sutton nicht. Nur so viel: „Spanien ist nicht das erste Land, und wird auch nicht das letzte sein.“

Quellle:  Handelsblatt Online
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