Neue Finanzierungsrunde: Spotify will mit Goldman Sachs 500 Millionen einsammeln

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Neue Finanzierungsrunde: Spotify will mit Goldman Sachs 500 Millionen einsammeln

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Das Logo von Spotify. Der Musikstreaming-Dienst hat große Pläne.

von Stefan Hajek

Der Musikstreaming-Dienst Spotify braucht Geld. Die Investmentbank Goldman Sachs soll dabei helfen, für das Unternehmen 500 Millionen Dollar von privaten Investoren einzusammeln. Ein Börsengang dürfte damit vertagt sein - vorerst zumindest.

Diese Meldung lässt die Internetbranche aufhorchen: Musik-Streamer Spotify arbeitet mit der US-Investmentbank Goldman Sachs an einer neuen Finanzierungsrunde. Eine halbe Milliarde Dollar will Goldman bei ausgewählten Anlegern einsammeln - ein so genanntes private placement. Ein Börsengang soll damit noch um ein weiteres Jahr hinausgeschoben werden.

Seit 2006 bekam Spotify insgesamt bereits sechs Mal Geld von Risikokapitalgebern, Banken, Plattenfirmen und Privatleuten - darunter Sony, Universal, Warner Music, Goldman Sachs selbst und Fidelity sowie der Multimilliardär Li Ka-Shing. Je nach Verlauf der neuen Finanzierungsrunde soll der Musik-Flatrate-Abo-Dienst dann bis zu sieben Milliarden US-Dollar Wert sein. Zuletzt war Spotify auf einen Marktwert von rund fünf Milliarden Dollar geschätzt worden.

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Was Kunden am Musik-Streaming schätzen

  • Platz 6

    Ersatz für andere Angebote

    Seitdem ich Musikstreaming-Dienste nutze, höre ich kaum noch Musik auf CDs oder Schallplatten.
    Stimme zu: 44 Prozent
    Stimme nicht zu: 53 Prozent
    Keine Angabe: 3 Prozent

    Quelle: Bitkom/ Deloitte: Studie Die Zukunft der Consumer Electronics – 2014

  • Platz 5

    Soziale Komponente

    Dank Musikstreaming-Angeboten kann ich meine Musik leichter mit Freunden austauschen (z.B. über Playlists, die  ich in sozialen Netzwerken teile).
    Stimme zu: 64 Prozent
    Stimme nicht zu: 32 Prozent
    Keine Angabe: 4 Prozent

  • Platz 4

    Neues entdecken

    Dank Musikstreaming-Angeboten kann ich leichter neue Musikstücke und -genres entdecken.
    Stimme zu: 79 Prozent
    Stimme nicht zu: 19 Prozent
    Keine Angabe: 2 Prozent

  • Platz 3

    Einfachheit

    Musikstreaming-Dienste sind für mich praktisch, da ich damit meine Musik ohne vorheriges Übertragen auf verschiedenen Geräten hören kann.
    Stimme zu: 83 Prozent
    Stimme nicht zu: 14 Prozent
    Keine Angabe: 4 Prozent

  • Platz 2

    Legalität

    Ich nutze Musikstreaming-Dienste gerne, weil sie legal sind
    Stimme zu: 89 Prozent
    Stimme nicht zu: 7 Prozent
    Keine Angabe: 5 Prozent

  • Platz 1

    Permanenter Zugriff

    An Musikstreaming-Diensten schätze ich vor allem die Möglichkeit, von jedem beliebigen Ort auf sämtliche Musikstücke zugreifen zu können.
    Stimme zu: 92 Prozent
    Stimme nicht zu: 7 Prozent
    Keine Angabe: 2 Prozent

Zuletzt hatte Spotify im November 2013 250 Millionen Dollar von Venture-Capital-Investoren bekommen. Zu den neuen Geldgebern soll diesmal unter anderem T. Rowe Price gehören, berichteten Insider. Für einen möglichen Börsengang soll Spotify den Investoren eine Rendite bereits garantiert haben. Das Unternehmen wollte sich zu Details nicht äußern.

Hohes Wachstum, hohe Verluste

Das Unternehmen wächst rasant und ist mittlerweile der unangefochtene Marktführer im schnell wachsenden Streaming-Markt. Mitte Januar meldete Spotify 60 Millionen Kunden, von denen aber nur 15 Millionen den bezahlpflichtigen Service nutzen. Immerhin ein Plus von 50 Prozent seit Mai.

Im November meldete Spotify die Zahlen für das Jahr 2013: Demnach setzten die Schweden 747 Millionen Euro um und machten dabei einen Verlust von 57,8 Millionen Euro.

Trotz der Verluste: Der Technik gehört die Zukunft, darüber sind sich Experten in der Musikbranche einig. Beim Streaming greifen Kunden gegen eine monatliche Gebühr über das Internet auf fast den gesamten Katalog der drei multinationalen Major-Labels (Universal, Sony und Warner) und von mehreren Hundert kleineren Plattenfirmen und Musikverlagen zu.

Rund 30 Millionen Musikstücke, die als MP3-Datei in der Datenwolke lagern, haben Streamingdienste wie Spotify oder deren Wettbewerber Deezer und Simfy im Angebot. Kunden können so viel und so oft hören, wie sie wollen, und die Stücke offline auf ihren Smartphones oder Tablets hören - allerdings nur im bezahlpflichtigen Service, der in den meisten Ländern rund zehn Euro im Monat kostet. Bei der freien, werbefinanzierten Variante ist eine Internetverbindung nötig.

Aggressiver Wachstumskurs

Die Musikindustrie unterstützt die Streamer im Prinzip, drängt aber auf mehr Bezahl-Abos und eine sukzessive Einschränkung der legalen, werbefinanzierten Dienste.

Manhattan Ventures Partners schätzt Spotifys Umsatz für 2014 auf rund 1,1 Milliarden Euro. Die Verluste dürften aber noch lange nicht im Zaum sein, zumal Spotify seinen aggressiven Wachstumskurs zuletzt sogar noch verschärfte, etwa über günstige Familienabos.

Das Geschäft mit dem Musik-Streaming

  • Was sind Streaming-Dienste?

    Nachdem MP3-Dateien CDs und Platten ersetzten, bringt das Streaming eine vielleicht noch größere Veränderung für die Musikbranche. Denn die Nutzer zahlen nicht mehr für den Besitz von Musik, sondern deren Nutzung. Für eine Monatsgebühr erhalten sie Zugriff auf Musikkataloge mit Millionen Titeln. Zudem gibt es auch kostenlose Angebote, die über Werbung Geld einnehmen.

  • Verbreitung

    Laut dem Bundesverband der Musikindustrie haben die Streamingdienste stark an Bedeutung gewonnen. Derzeit (Stand Sommer 2014) haben sie einen Anteil von fünf Prozent am Musikmarkt. Nach Schätzungen sollen sie 2018 schon 35 Prozent des Marktes ausmachen.

  • Probleme

    Künstler kritisieren immer wieder die geringe Vergütung – pro gehörtem Stück erhalten sie Bruchteile eines Cents. Die Einnahmen sind bislang deutlich geringer als über die Verkaufsbeteiligungen. Trotzdem schreiben auch Streamingdienste wie Spotify Verluste. Wie sich die Kalkulationen von Streaminganbietern, Plattenfirmen und Musikern künftig ausbalancieren, ist eine der entscheidenden Fragen.

Zuletzt war ein heftiger Streit in der Musikindustrie um das Geschäftsmodell der Streaming Dienste entbrannt. Musiker beklagen, zu wenig Ausschüttungen aus dem Modell bekommen.

Tatsache ist, dass bei den meisten Künstlern bislang wenig Geld aus dem Streaming ankommt: Je nach Land, Vertrag und Spotifys Einnahmen erhalten sie zwischen 0,04 und 0,08 Cent pro Stream. Zum Vergleich: An einem bezahlten Download (etwa über Apples iTunes) gehen rund 10 Cent an die Rechte-Inhaber, bei CDs zwischen 80 Cent und 1,10 Euro.

US-Megastar Taylor Swift sorgte im vergangenen Dezember für Furore, weil sie ihren gesamten Katalog von Spotify entfernen ließ. Das begründete sie mit den ihrer Meinung nach zu geringen Tantiemen. Allerdings gab sie zu, weniger für sich zu sprechen - Swifts Vermögen wird auf 40 Millionen Euro geschätzt -, als vielmehr für die vielen kleineren Künstler, die wegen des veränderten Geschäftsmodells kaum noch von ihrer Musik leben könnten.

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