Neue Produkte im Anflug: Warum Apple das iPhone schrumpft

Neue Produkte im Anflug: Warum Apple das iPhone schrumpft

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Das neue iPhone SE soll laut Insidern kleiner sein als seine Vorgänger-Modelle.

Quelle:Handelsblatt Online

Klein, aber oho: Apple stellt heute vermutlich das iPhone SE vor. Es hat die aktuelle Hardware, bekommt aber einen nur vier Zoll großen Bildschirm. Wie das Minimodell das Geschäft des iKonzerns ankurbeln soll.

Wer sich im Elektronikgeschäft oder der Bahn umguckt, der sieht lauter Riesen-Smartphones. Fünf Zoll sind fast die Mindestgröße, viele Phablets haben das Format einer Tafel Schokolade oder sogar eines Taschenbuchs. Von diesem Trend scheint sich Apple nun abzusetzen: Der Konzern stellt am Montagabend neue Produkte vor. Unter Beobachtern gilt als ausgemacht, dass darunter das iPhone SE ist.

Das Modell habe aktuelle Hardware, sehe aber „fast genauso aus wie das iPhone 5s“, will das exzellent informierte Blog 9to5Mac erfahren haben. Der Bildschirm des iPhone SE misst demnach vergleichsweise handliche vier Zoll. Sollten diese Vermutungen zutreffen, lässt der Hersteller sein Gerät nach zweieinhalb Jahren erstmals wieder schrumpfen. Er will damit das Smartphone-Geschäft ankurbeln, das nach Jahren des wilden Wachstums derzeit stagniert. Die Chancen stehen gar nicht schlecht.

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Die Marke Apple steht für Premium. Die neuen iPhone-Modelle kosten 700 Euro aufwärts, auch das Originalzubehör ist teuer. Weil nicht alle Nutzer so viel Geld ausgeben können und wollen, bietet der Konzern bislang ältere Gerätegenerationen günstiger an, aktuell etwa das iPhone 5s. Das sei jedoch ein Manko, beobachtet Annette Zimmermann vom Analysehaus Gartner: Die ältere Version vermittle das Gefühl, „dass man veraltete Technologie“ kauft, erklärt sie gegenüber dem Handelsblatt.

Mit 178 Milliarden Dollar könnte Apple...

Das iPhone SE könne helfen, preisbewusste Nutzer mit einem iPhone 4s, 5 oder 5s zum Kauf der verbesserten Version zu bewegen, erläutert die Analystin: „Von diesen Nutzern gibt es noch eine ganze Menge – nicht nur in Schwellenländern, sondern auch bei uns.“ Ein schnellerer Prozessor und eine bessere Kamera könnten durchaus Argumente sein.

Billig wird das Gerät indes nicht. Das iPhone 5s, seit Herbst 2013 auf dem Markt, kostet in Deutschland ohne Mobilfunkvertrag immer noch 400 bis 550 Euro, je nach Händler und Ausstattung. Für das SE-Modell dürfte ähnlich viel fällig werden. Offen ist, ob der Hersteller das alte 5s-Modell auf dem Markt belässt und auf einen Preis reduziert, den die Mehrheit als günstig empfinden würde.


Das Gar-nicht-so-billig-iPhone

Die Bildschirmgröße an sich ist ebenfalls ein Vermarktungsargument: Apple spricht mit dem Vier-Zoll-Format jene Nutzer an, die sich dem Trend zur Größe widersetzen. Wie wichtig das Format ist, zeigt das iPhone 6 Plus: Mit dem XXL-Modell überzeugte Apple zahlreiche Android-Nutzer, gerade in Asien, wo die großen Geräte beliebt sind. Umgekehrt könnte das neue Mini-iPhone helfen, Nutzer zum Upgrade zu bewegen, die bewusst die kleineren und inzwischen älteren Modelle behalten haben.

Apple Neues Einsteiger-iPhone und iPad erwartet

Neue Smartphones verkündet Apple eigentlich stets im Herbst. In diesem Jahr soll diese Routine durchbrochen werden. Experten erwarten allerdings keine ganz neue Generation, sondern nur eine kleinere iPhone-Variante.

FILE - In this Friday, Sept. 25, 2015, file photo, people wait in front of an Apple store in Munich, before the worldwide launch of the iPhone 6s. The government’s fight with Apple over an encrypted iPhone may be the first of many battles in a broader war over who gets access to individuals’ data, as more tech companies offer encrypted messaging and other services. (AP Photo/Matthias Schrader, File) Quelle: AP,AP

Das kleinere Format des iPhone SE hat zudem Nebeneffekte, die sich in der Apple-Bilanz bemerkbar machen dürften. „Ein größerer Bildschirm ist ein Kostenpunkt“, sagt Gartner-Analystin Zimmermann. Die geringere Größe erlaubt zudem nur einen kleineren Akku. Weil die Komponenten des iPhone SE billiger sein dürften, kann der Konzern das neue Einstiegsmodell günstiger anbieten, ohne dass seine Gewinnmarge leidet. Die ist traditionell hoch, zuletzt betrug die Bruttomarge 40 Prozent, fürs laufende Jahr erwartet der Konzern einen ähnlichen Wert.

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Das Gar-nicht-so-billig-iPhone könnte Apple helfen, wieder Schwung aufzunehmen. Nach dem Rekordjahr 2015 mit mehr als 230 Millionen verkauften Geräten erwartet der Konzern zumindest fürs laufende Quartal einen Rückgang. Auch mittelfristig wird das Geschäft nicht einfacher, ist der Markt für Smartphones doch weitgehend gesättigt. Diesen Gesetzen kann sich selbst Apple nicht widersetzen.

Der Analyst Amit Daryanani von RBC Capital Markets geht davon aus, dass der Hersteller zehn bis 15 Millionen Geräte pro Jahr absetzen kann. Bislang hätten nur 40 Prozent der iPhone-Nutzer ein aktuelles Modell gekauft, daher sei das iPhone SE ein strategischer Schritt, um sie zum Wechsel zu bewegen. Für Apple-Verhältnisse sei das zwar nicht viel, es verschaffe dem Konzern aber Luft bis zum Start des iPhone 7, das im Herbst auf den Markt kommen dürfte. Vermutlich in den Größen L und XL.

Quellle:  Handelsblatt Online
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