Neuer Chef von Ziggo: Obermann wechselt zurück in die Zukunft

Neuer Chef von Ziggo: Obermann wechselt zurück in die Zukunft

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René Oberman übernimmt die Führung des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo.

von Jürgen Berke

Telekom-Chef Rene Obermann wechselt zum 1. Januar 2014 zu dem holländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo. Das ist nur konsequent.

War das schon die vorweg genommene Abschiedsfeier? Normalerweise dient die "Morgenandacht" - so heißt das Ritual bei der Telekom - dazu, die 200 bis 300 Stand-Mitarbeiter auf den Beginn der Cebit einzustimmen. Dem Vorstandsvorsitzenden ist es am ersten Messetag traditionell vorbehalten, mit einer Einpeitscherrede die Stimmung am Telekom-Stand anzuheizen. So war es auch vorgestern geplant. Doch dieses Mal ist alles anders. Denn der erste Messetag fällt mit Obermanns 50. Geburtstag zusammen. Pünktlich um 8.20 Uhr betritt der scheidende Vorstandsvorsitzende die Bühne und wird jäh von einem lauten Motorgeheul abgewürgt. Ein völlig ausgelassener Timotheus Höttges, Obermanns designierter Nachfolger, fährt mit einem nagelneuen Motorrad (einer BMW HP 4) vor die Bühne und übernimmt das Zepter für eine spontane Geburtstagsfeier zu früher Morgenstunde. "Ich hab es satt, dass Du mir sagst, ich wäre zu langsam", schreit Höttges in das Mikrofon und gratuliert zum Geburtstag. Dem sichtlich überraschten Obermann fehlen die Worte. Die Mitarbeiter trällern ein Ständchen. Dann spielt eine Band "Born to be wild", den durch den Kult-Film "Easy Rider" bekannt gewordenen Hardrocker-Song.

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Wäre es immer so wild bei der Telekom, dann hätte Obermann seinen bis 2017 laufenden Vertrag nicht vorzeitig gekündigt und sicher noch ein paar Jahre drangehängt. Bereits zwei Tage später lüftet er das bis dato streng gehütete Geheimnis, zu welchem Unternehmen der T-Chef am 1. Januar 2014 wechselt. Obermann wird Vorstandsvorsitzender beim niederländischen TV-Kabelnetzbetreiber Ziggo.

Wie Obermann das Vertrauen verspielt

  • Umsatzentwicklung 2006-2011

    Der Umsatz ging von 61,3 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 zurück. Damit fiel der Umsatz innerhalb von fünf Jahren um 4,3 Prozent.

  • Konzernüberschuss 2006-2011

    Der Konzernüberschuss ging von 3,2 Milliarden Euro auf 0,6 Milliarden Euro zurück. Damit fiel er seit Obermanns Amtsantritt um mächtige 82 Prozent.

  • Kurs der T-Aktie 2006-2012

    Die Aktie der Telekom verlor zwischen 2006 und 2012 satte 35 Prozent. Sie startete 2006 mit 13,50 Euro, derzeit liegt sie bei rund 8,80 Euro.

Mit 2.500 Mitarbeitern und drei Millionen Fernsehkunden gehört die vergleichsweise kleine Firma zu den aufstrebenden Kabel-Anbietern, die den schwächelnden Telekom-Konzernen derzeit besonders viele Kunden im Geschäft mit superschnellen Internetanschlüssen abnehmen. Nach 15 Jahren bei der Deutschen Telekom hatte sich Obermann vorgenommen, sich wieder stärker um das operative Geschäft kümmern zu wollen - um Kunden, Technik und Produktentwicklung. Ziggo ist sicher klein genug, dass sich der Chef persönlich um alles kümmern muss.

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