Neuer Job für Alan Mulally: Ex-Ford-Chef wird Aufsichtsrat bei Google

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Neuer Job für Alan Mulally: Ex-Ford-Chef wird Aufsichtsrat bei Google

, aktualisiert 16. Juli 2014, 11:08 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der frühere Ford-Chef Alan Mulally steigt bei Google ein und wird dort Mitglied des Aufsichtsrats. Für den Internetriesen ist seine Expertise besonders wertvoll - doch für Mulally lohnt der Deal auch.

So stellt man sich den Ruhestand vor. Eine Million Dollar in Aktien als Antrittsgeschenk von Google, 350.000 Dollar in Aktien jedes weitere Jahr, in dem er dabei ist, zudem 75.000 Dollar Taschengeld pro Jahr. Detroits Autolegende Alan Mulally fährt nach seinem Rücktritt als CEO von Ford im Silicon Valley vor.

In Mountain View wird er einen Sitz im Board des Internet-Giganten bekommen, teilte Google am Dienstag mit. Mit 68 Jahren dürfte Mulally der zweitälteste Mitarbeiter Googles nach Chefevangelist Vint Cerf sein. Der 71-jährige wird auch als „Vater des Internets“ bezeichnet.

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Während Cerf bei Google an der Ausbreitung des Internets auf den interstellaren Bereich arbeitet, dürfte Mulallys Expertise eher auf den Straßen von Kalifornien gefragt sein. Genaue Angaben zu seinem Aufgabenbereich machen jedoch weder Google noch Mulally. Der ausgebildete Ingenieur, der einen lukrativen Posten bei Boeing verließ und zu Ford ging, weil ihm der Weg an die Spitze des Flugzeugbauers verwehrt blieb, kommt genau richtig, um Googles Angriff im Automobilbereich zu koordinieren.

Neuer Botschafter

Kurzfristig geht es darum, den Vorstoß mit dem Mobilfunksystem Android in den Automarkt voranzutreiben. Ford arbeitet seit langem mit Microsoft zusammen, Apple ist bereits mit Herstellern wie BMW auf aggressivem Expansionskurs. Die von dem Webriesen gegründete Open Automotive Alliance will dagegenhalten und „Android Auto“ als Alternative etablieren.

Langfristig könnte Mulally als Botschafter in der Automobilindustrie Türen öffnen, wo er exzellente Kontakte besitzt. Google hat zwar ein eigenes selbstfahrendes Auto als Prototyp vorgestellt. Eine Eroberung des Weltmarkts dürfte aber nur ein Schulterschluss mit einem etablierten Massenhersteller ermöglichen.

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Mulally ist eine Legende auf seinem Bereich. Als er 2006 zu Ford kam musste er den maroden Autohersteller durch eine tiefe Krise führen, noch bevor 2008 die Weltwirtschaft mit einem lauten Knall implodierte. Es gelang ihm, der zeitweilig 2013 als heißer Kandidat für den Vorstandsvorsitz bei Microsoft gehandelt wurde, Ford mit Bravour durch die Wirren der Weltwirtschaftskrise zu manövrieren. Während andere Hersteller um staatliche Überlebenshilfe bettelten, festigte er Marktanteile und erneuerte die Fahrzeugflotte.

Mulally gilt als Teamspieler und begnadeter Motivator mit einem ausgeprägten Realitätssinn. Neuer Technologie steht er aufgeschlossen gegenüber und seine Meinung zählt. Trat er als Ford-CEO auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas auf, waren die Säle immer bis zum letzten Platz gefüllt. „Alan bringt eine ausgewiesene Expertise als Technologie- und Unternehmensführer mit“, so Googles CEO Larry Page in einem Statement. Mulally selbst freut sich, so sein Statement, bei einem Unternehmen zu arbeiten, „das unser Leben verbessern will.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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