Neuer Telekom-Tarif: Verbraucherschützer fordern Verbot von „Stream On“

Neuer Telekom-Tarif: Verbraucherschützer fordern Verbot von „Stream On“

, aktualisiert 26. Mai 2017, 14:03 Uhr
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Verbraucherschützer sind der Ansicht, dass der neue Tarif gegen das Gebot der Netzneutralität verstößt.

Quelle:Handelsblatt Online

Unterwegs Videos und Musik streamen ohne das dafür normalerweise notwendige Datenvolumen zu verbrauchen? Das verspricht der neue Telekom-Tarif. Verbraucherschützer sehen darin jedoch eine schwerwiegende Diskriminierung.

BerlinDer Verbraucherzentrale Bundesverband hat die Bundesnetzagentur am Freitag aufgefordert, den neuen Datentarif „Stream On“ der Telekom zu verbieten. Das Angebot verstößt nach Einschätzung der Verbraucherschützer gegen das Gebot der Netzneutralität, nach dem alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen. Bereits vor fünf Wochen hatte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) nach Kritik von mehreren Seiten eine Prüfung durch die Bundesnetzagentur angekündigt.

Die Telekom hält die Kritik für unbegründet. „Es gibt keine Diskriminierung“, betonte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage. „Die Telekom steht für das offene und freie Internet, und wir halten uns an die Regeln zur Netzneutralität, wie sie die EU definiert hat.“ Bei dem neuen Angebot werden bestimmte Dienste etwa für Video- oder Musik-Streaming nicht mehr auf das Datenvolumen des Kunden angerechnet.

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Das Geschäftsmodell verringere jedoch auf lange Sicht die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streamingdiensten und führe zu höheren Mobilfunkpreisen, sagte Florian Glatzner, Medienexperte beim VZBV. Außerdem stehe der Tarif Innovationen entgegen. Das Angebot werde langfristig dazu führen, dass sich kleinere Streaminganbieter zum Beispiel wegen administrativer und finanzieller Hürden nicht mehr am Markt behaupten können, heißt es in der Begründung des VZBV. „Das führt dazu, dass weniger Anbieter den Markt und damit auch Inhalt und Preise bestimmen.“

Zu den ersten Partnern der Telekom zählen Apple Music, Amazon, Netflix und Youtube. Der Musikdienst Spotify ist vorerst nicht dabei. Das Partnernetz soll jedoch weiter ausgebaut werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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