Neues Betriebssystem: Windows 10 bestimmt das Schicksal von Microsoft

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Neues Betriebssystem: Windows 10 bestimmt das Schicksal von Microsoft

Die Zukunft von Microsoft ist eng mit seinem Betriebssystem verknüpft. Floppt das neue Windows 10, wird es eng für den IT-Riesen aus Redmond.

Die Vorzeichen für Windows 10 könnten besser stehen. Das Erbe ist schwer, sein Vorgänger ungeliebt. Trotzdem führt für Microsoft kein Weg daran vorbei: Das für Herbst 2015 angekündigte Betriebssystem muss ein Erfolg werden, will der Konzern aus Redmond nicht den Anschluss verlieren.

Nun will Microsoft auch die Skeptiker überzeugen. Der Konzern stellte eine „Consumer Preview“ genannte Vorabversion vor, die einen detaillierten Ausblick auf das Betriebssystems erlauben soll. (Microsoft überträgt die Präsentation im Livestream).

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Windows 10 Microsoft überrascht mit holografischer Brille

Windows 10 soll Smartphone, Tablet und PC zu einer Arbeits- und Unterhaltungsplattform verschmelzen. So weit, so gut. Doch Microsoft sorgte bei der Vorstellung der kommenden Windows-Generation auch für Überraschungen.

Microsoft stellt sein neues Betriebssystem Windows 10 vor Quelle: Microsoft

Für die Präsentation fährt der Konzern die ganz großen Namen  auf: Neben dem Microsoft-Chef Satya Nadella sind auch Windows-Chef Terry Myerson, der für Windows Phone verantwortliche Joe Belfiore sowie Phil Spencer, zuständig für die Spielekonsole Xbox, angekündigt.

Wie Windows wurde, was es ist

  • Windows 1.0

    Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

  • Windows 3.1

    Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

  • Windows NT

    Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

  • Windows 95

    Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

  • Windows XP

    2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

  • Windows 7

    Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

  • Windows 8

    Mit Windows 8 rüstet sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

  • Windows 8.1

    Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

  • Windows 10

    Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablets und Smartphones an. Das von Nutzern ersehnte Start-Menü kehrt auf den Desktop zurück. Am 29. Juli 2015 stellte der Softwaregigant das jüngste Betriebssystem vor. Ein Jahr lang war das Upgrade auf Windows 10 für Computer mit Windows 7 und 8.1 kostenlos. Was das neue System bringt und für welche Nutzer es sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Es hängt viel an dem neuen Betriebssystem und seinem Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Produkten. Nadella selbst hat die Messlatte hoch gelegt. „Windows 10 ist nicht einfach ein neues Betriebssystem, sondern ein fundamentaler Sprung in eine neue Generation“, kündigte er vollmundig an. Viel weniger wäre vermutlich auch kaum genug.

Der Druck auf den IT-Riesen ist groß. Eine neue Windows-Generation mit einer grundsätzlichen Neuausrichtung ist das Mindeste, was der Konzern am Abend zeigen muss. Denn zusammen mit dem Office-Paket ist das Betriebssystem Microsofts Gewinnbringer Nummer 1 – und für die Verbreitung vieler anderer Produkte aus Redmond verantwortlich. Doch in den vergangenen Jahren wurden die Probleme immer deutlicher.

Wer in Deutschland den Markt dominiert

  • Betriebssysteme Desktop

    Windows 7: 51,92 Prozent
    Windows XP: 6,12
    Windows 8.1: 14,15
    Windows 8: 3,08 Prozent
    Mac OS X: 8,44
    Windows Vista: 2,9 Prozent
    iOS: 5,08 Prozent
    Linux: 2,4 Prozent


    Stand: November 2014
    Quelle: Statista

  • Betriebssysteme Smartphone

    Android: 70,1
    iOS: 21,4
    Windows: 7,1 Prozent
    Blackberry: 0,6 Prozent

  • Browser

    Firefox: 41,7 Prozent
    Chrome: 26, 27 Prozent
    Internet Explorer: 15,94 Prozent
    Safari: 10, 1 Prozent
    Opera: 2,57 Prozent

Der unmittelbare Windows-10-Vorgänger mit der Nummer 8 kam weder bei Unternehmen noch bei Privatkunden besonders gut an und blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Bis heute sind Windows XP (mehr als 13 Jahre alt) und Windows 7 (mehr als fünf Jahre alt) laut netmarketshare.com die verbreitetsten Versionen des Betriebssystems für PCs und Laptops. Windows 8 kam demnach im Dezember 2014 zusammen mit Windows 8.1 auf rund 13,5 Prozent Marktanteil.

Auf dem boomenden Mobil-Markt sieht es sogar noch schlimmer aus. Den Trend zum Smartphone hat Microsoft ebenso verschlafen, wie den Erfolg der Tablets. Beide Bereiche werden von Apples iOS und Googles Android dominiert. Das Windows Phone kam zuletzt auf gerade einmal drei Prozent Marktanteil.

Mobil ist Microsoft so bedeutungslos, dass viele Software-Entwickler nicht einmal daran denken, Apps für dessen Smartphones zu entwerfen. Beliebte Spiele oder Programme gibt es deshalb gar nicht oder nur in veralteten Versionen. Entsprechend uninteressant bleiben die Geräte für viele Nutzer.

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