Neues Google-Zentrum in München: Nach dem Glas „gBräu“ den Browser weiterentwickeln

Neues Google-Zentrum in München: Nach dem Glas „gBräu“ den Browser weiterentwickeln

, aktualisiert 08. April 2016, 15:31 Uhr
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von Axel HöpnerQuelle:Handelsblatt Online

Google eröffnet in München sein neues Entwicklungszentrum. Der Tech-Konzern arbeitet dort am Webbrowser Chrome – und am Datenschutz. Die Mitarbeiter werden mit vielen Extras bei Laune gehalten.

MünchenDas Silicon Valley kommt in München bayerisch daher. Natürlich ist alles im Firmenstil schön bunt im neuen Entwicklungszentrum von Google in München. Doch die Toiletten sind mit Dirndln und Lederhosen markiert, im Erdgeschoss soll das „Café Wiesn“ die Mitarbeiter zur kreativen Rast locken, ausgeschenkt wird das selbstgebraute Bier „gBräu“ – natürlich unter Beachtung des Reinheitsgebots.

800 Beschäftigte sollen hier einmal arbeiten in der Nähe der - das passt für einen IT-Konzern - Hackerbrücke. Bayerisches Flair, das macht den Standort auch für amerikanische Mitarbeiter attraktiv, in der Kantine wird vornehmlich englisch gesprochen. Der alte, zu eng gewordene Standort war in der Nähe des Hofbräuhauses, nun ist immerhin die Theresienwiese mit dem Oktoberfest zu Fuß erreichbar.

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IT-Konzerne wie Google liefern sich einen Wettbewerb um die besten Köpfe. Zwar betont Entwicklungschef und Standortleiter Wieland Holfelder, dass die Personalsuche kein Problem sei. Im IT-Bereich sei der Suchmaschinenbetreiber seit Jahren der attraktivste Arbeitgeber, zwei Millionen Bewerbungen sichte man weltweit jedes Jahr . „Wir suchen uns die besten Leute aus und dann versorgen wir sie gut mit allen möglichen Goodies, damit sie bei uns bleiben“, sagt Holfelder.

Und so gibt es im neuen Entwicklungszentrum die Annehmlichkeiten, die man aus dem Silicon Valley so kennt – und die den Nebeneffekt haben, dass die Mitarbeiter noch mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Das kostenlose Fitness Center im Google-Zentrum hat einen Personal Trainer, im Keller gibt es eine Fahrradwerkstatt, in den Ruheräumen Massagestühle.

Natürlich gibt sich Google auch einen ökologischen Anstrich. Die Toiletten werden mit Regenwasser gespeist, die Küche setzt auf regionale und biologische Zutaten. Zweieinhalb Tonnen Orangen werden jeden Monat zu Saft gepresst, verkündet Standortchef Holfelder. Jede zweite Heizung könne ausgeschaltet bleiben – weil die Rechner genug Wärme produzieren.

Nicht nur bei der Innenausstattung nimmt Google Rücksicht auf lokale Befindlichkeiten.


München setzt auf Googles Weltruf

Das Thema Datenschutz ist ja hierzulande ein sensibles, und so betont der Suchmaschinenbetreiber zur Eröffnung am Freitag, dass die Softwareingenieure im neuen Domizil ganz besonders auch im Bereich Datenschutz aktiv seien. 60 Leute umfasse das Team derzeit, berichtet Google-Manager Stephan Micklitz.

Google will in München kräftig expandieren. Seit zehn Jahren ist der Konzern in der bayerischen Landeshauptstadt aktiv. Zunächst ziehen nun die derzeit rund 400 Beschäftigten vom bisherigen Standort in der Münchner Innenstadt in das neue Zentrum ein. Später sollen bis zu 800 Mitarbeiter im neuen Zentrum zwischen Donnersberger- und Hackerbrücke arbeiten. Damit könnte der Standort größer werden als Hamburg, wo derzeit etwa 500 Googler arbeiten.

Sportliche Duelle zwischen Hamburg und München gebe es ja jede Menge, meinte Deutschlandchef Philipp Justus – räumte aber ein, dass es beim Fußball seit langer Zeit eine klare Münchener Vorherrschaft gebe.

In München und Umgebung haben diverse IT-Firmen ihren Sitz, von Amazon bis Microsoft. München sei bei Informations- und Kommunikationstechnik die „Region Nummer eins in Europa“, sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). An der Isar ist man traditionell selbstbewusst. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ergänzte, man schmücke sich in München gerne mit dem Weltruf von Google. Die Anwender erinnerte er: „Natürlich liegt es auch am Nutzer, wie viele seiner Daten er preisgibt.“

Google-Programmierer in München waren bislang unter anderem an der Entwicklung des Webbrowsers Chrome beteiligt. Außerdem entstand in der bayerischen Landeshauptstadt das „Google Dashboard“, mit dem die Anwender ihre Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen quer über alle Google-Dienste hinweg kontrollieren können sollen. Sein größtes europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum mit rund 1600 Stellen hat Google in Zürich in der Nähe der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) eingerichtet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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