New York Notes: Die Milliarden-Gier nach Facebook

New York Notes: Die Milliarden-Gier nach Facebook

von Angela Hennersdorf und Christof Schürmann

Mark Zuckerberg hängt dem sozialen Netzwerk zum geplanten Börsendebüt ein dickes Preisschild um. Der Gründer und Chef der Internet-Firma will bis zu 35 Dollar pro Aktie verlangen und damit rund zwölf Milliarden Dollar einnehmen – die große Gier der Investoren macht’s möglich.

Der Börsenprospekt ist angepasst, ein hübsches Video über die „Mission“ von Facebook ist ins Netz gestellt: Statt fünf Milliarden Dollar will Mark Zuckerberg, Gründer und Chef des weltweit größten sozialen Online-Netzwerks, nun mit dem Börsendebüt an der Nasdaq in New York am 18. Mai knapp zwölf Milliarden Dollar einnehmen. Um die zu erlösen, will der 27-jährige für eine Facebook-Aktie bis zu 35 Dollar verlangen. Am oberen Ende der Preisspanne, die bei 28 Dollar beginnt, wäre Facebook dann mit 95,9 Milliarden Dollar bewertet. Das entspräche rund dem 100-fachen geschätzten Gewinn dieses Jahres oder dem 15-fachen Jahresumsatz 2012. Zum Vergleich: Google kostet an der Börse 200 Milliarden Dollar und hat 50 Milliarden Dollar Cash auf der hohen Kante. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 14, der Unternehmenswert zum Umsatz bei einem Faktor von vier.

Annähernd 100 Milliarden Dollar sind verdammt happig für ein Unternehmen wie Facebook, das nicht so recht weiß, wie es in Zukunft eigentlich mehr Umsatz einfahren will und gleichzeitig beteuert, es wolle sein Angebot im Web für alle Menschen nach wie vor kostenlos anbieten. Ohne mit der Wimper zu zucken, sagt Finanzchef David Ebersman im Video zum Börsengang, Facebook wolle zukünftig das mobile Angebot ausweiten, auch wenn nicht klar sei, wie das mehr Umsatz – wenn überhaupt welchen – bringe könne. Na, das ist ja eine tolle Perspektive für Anleger. „Vielleicht sollte Facebook die schlingernde Mobilfunkfirma RIM kaufen“, unkt ein Analyst.

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Aber so wie es derzeit aussieht, kriegt Facebook-Chef Zuckerberg was er will – die blinde Gier der Investoren scheint unermesslich. „Die machen offenbar einfach die Augen zu und kaufen“, sagt Joe Terranova von der Investment-Firma Virtus Investment Partners. Ihm gefalle das alles gar nicht, was er so an der Wall Street hört. „Das ist mir alles zu euphorisch, zu enthusiastisch. Ich frage mich, wie viele Investoren von Apple zu Facebook wechseln werden in dem ganzen Hype um das soziale Netzwerk.“ Falls sie von Apple Abstand nähmen, würde er trotzdem Apple kaufen statt Facebook. Der PC- und iPhone-Hersteller hätte mehr Wachstumspotential als das soziale Netzwerk.  

Seit Wochen dreht sich an der Wall Street fast alles um den Facebook-Börsengang. Jedes Wörtchen aus der Firmenzentrale in Menlo Park, Kalifornien wird auf die Goldwaage gelegt und hin und her gewogen. Der ganze Hype um das Webunternehmen fühlt sich an wie in den besten Dotcom-Boom-Zeiten Ende der 90er Jahre.

Vor acht Jahren von Zuckerberg in seiner Studentenbude gegründet, ist Facebook eine Story, wie sie die Amerikaner lieben: Von Null zum Milliardär, zum größten Online-Netzwerk der Welt mit immerhin 900 Millionen Kunden. Das zieht, das lockt, das fasziniert – da wollen die Investoren dabei sein.

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