Nintendo: Yen-Kurs und Paintball sorgen für Überraschungsgewinn

Nintendo: Yen-Kurs und Paintball sorgen für Überraschungsgewinn

Mit einem Paintball-Kampfspiel ist Nintendo die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt. Das macht sich gut, denn der Konzern steht vor einem Schwenk: Nintendo will in das Geschäft mit Handyspielen einsteigen.

Der japanische Spiele-Spezialist Nintendo hat mit Hilfe des schwachen Yen und des neuen Spiels „Splatoon“ einen überraschenden Quartalsgewinn eingefahren. Es gab einen Gewinn von knapp 8,23 Milliarden Yen (60 Mio Euro), während Analysten eher mit einem kleinen Minus gerechnet hatten. Im Vorjahresquartal hatte Nintendo noch einen Verlust von rund 9,9 Milliarden Yen verbucht.

Der Umsatz in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal stieg um gut ein Fünftel auf 90,2 Milliarden Yen (fast 661 Mio Euro), wie Nintendo am Mittwoch mitteilte. Von der Spielekonsole Wii U wurden 470 000 Geräte abgesetzt - rund 40 000 weniger als ein Jahr zuvor. Seit dem Start im November 2012 wurde Nintendo damit gut zehn Millionen Wii-U-Konsolen los. Das ist weniger als die Rivalen Sony und Microsoft von ihren Konsolen Playstation 4 und Xbox One absetzten.

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Das neue Game „Splatoon“, ein buntes Paintball-Kampfspiel, verkaufte sich 1,6 Millionen Mal und machte damit rund ein Drittel der Wii-U-Softwareverkäufe aus.

Der günstige Wechselkurs der japanischen Währung trug 10,8 Milliarden Yen zum Ergebnis bei, erklärte Nintendo. Ein schwacher Yen lässt Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in der Bilanz höher erscheinen.

Nintendo verlor vor wenigen Wochen seinen angesehen Chef Satoru Iwata, der im Alter von 55 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung starb. Als Nachfolgelösung sollen zunächst die Top-Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda Nintendo weiterführen, am Mittwoch gab es keine weiteren Details dazu. Der 62-jährige Miyamoto genießt als Schöpfer von Spielen wie „Super Mario“, „Zelda“ oder „Donkey Kong“ in der Branche den Status einer Legende. Nintendo arbeitet aktuell an dem von Iwata nach langem Zögern eingeleiteten Einstieg ins Geschäft mit Smartphone-Spielen.

Zugleich verkaufte Nintendo trotz der Konkurrenz durch günstige Smartphone-Games gut eine Million Geräte der mobilen Spielekonsole 3DS. Das war über ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Der Zuwachs wurde vor allem im US-Markt erzielt.

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