Nixdorf Data Center: IT-Pionier Nixdorf kommt als Bauer von Rechenzentren zurück

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Der Name Nixdorf überlebte bis zuletzt beim Bankautomatenhersteller Wincor Nixdorf, der 2016 vom US-Rivalen Diebold übernommen wurde. Jetzt startet Nixdorf Data Center als eigenständiges Unternehmen neu.

von Michael Kroker

Die unter anderem von der Nixdorf-Familie finanzierte Nixdorf Data Center GmbH will ab sofort als Generalunternehmer schlüsselfertige energieeffiziente Rechenzentren liefern, erfuhr die WirtschaftsWoche.

Der Name Nixdorf steht wie kein zweiter für Aufstieg und Fall der deutschen IT-Industrie: Das von Heinz Nixdorf im Jahr 1968 gegründete Computerunternehmen Nixdorf Computer AG konkurrierte im Geschäft mit Großrechnern viele Jahre lang mit dem US-Giganten IBM und stieg auf zu einem der größten IT-Unternehmen in Europa.

Nach dem Tod von Heinz Nixdorf durch einen Herzinfarkt auf der CeBIT des Jahres 1986 begann der Niedergang des Unternehmens, das wichtige Trends wie etwa den Wandel der IT weg von Großrechnern hin zum PC verschlief. 1990 übernahm Siemens die Mehrheit der Nixdorf-Aktien. Bis heute lebt der Name Nixdorf nur noch im Bank- und Registrierkassenanbieter Diebold Nixdorf weiter. Teile dessen waren 1999 bei Siemens abgespalten und in das separate Unternehmen Wincor Nixdorf ausgelagert worden, das im vergangenen Jahr vom US-Rivalen Diebold übernommen wurde.

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Jetzt kommt die Nixdorf-Familie, die bereits mehrfach IT-Geschichte geschrieben hat, als Family-Office – das heißt als Investor für Neugründungen – mit der Nixdorf Data Center GmbH (NDC) mit Sitz in München zurück. „Wir wollen unseren Kunden künftig als Generalunternehmer schlüsselfertige höchstenergie-effiziente und nachhaltiger Rechenzentren liefern“, sagt NDC-Chef Spyridon Linardakis im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“.

Dazu zählen die Auswahl geeigneter Grundstücke ebenso wie der Gebäudebau und die Ausstattung des Data Centers mit möglichst energiesparenden Kühltechnologien bis hin zur Komplettfinanzierung und Rechenzentrums-Betrieb, so diese ein Kunde wünscht. „Der Fokus auf nachhaltige und energieeffiziente Rechenzentren ist ein Grund für das Engagement der Nixdorf-Familie, die bei Investments auf erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit wert legt“, sagt Linardakis.

Eckard Heidloff Diebold-Nixdorf-Chef geht von Bord

Der Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf gehört mittlerweile zum US-Konzern Diebold. Nun tritt der langjährige Wincor-Chef Eckard Heidloff ab und verlässt das Unternehmen.

Nach zehn Jahren verlässt der Manager das Unternehmen. Quelle: dpa

Das Unternehmen Nixdorf Data Center wurde im Jahr 2016 in aller Verschwiegenheit gegründet und will Mitte Juni mit seinem Angebot offiziell am Markt agieren. „Der Markt für Rechenzentrums-Neubauten wächst – auch in Deutschland, unter anderem wegen des Booms von Cloud Computing“, sagt Linardakis. „Davon wollen wir als Dienstleister profitieren.“

Dabei will NDC als Generalunternehmer – im Rahmen des sogenannten Data Center Contracting – die Risiken für Rechenzentrumsbetreiber, darunter Universitäten oder Behörden der öffentlichen Hand, minimieren: Schließlich ist der Bau eines neuen Data Centers in der Regel ein Projekt mit einstelliger bis hin zu dreistelligen Millionensummen.

Welchen Umsatz er mit NDC im ersten Jahr anpeilt, will Linardakis nicht verraten – nur so viel: „Die Entscheidung über derartige Millionenprojekte dauert teils Jahre, aber wenn sie fällt, wollen wir langfristige Beziehungen zu unseren Kunden eingehen, indem wir die Rechenzentren auch betreiben.“

Geht die Strategie auf, könnte der Name Nixdorf in einem deutschen Unternehmen tatsächlich längerfristig zurück sein.

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