Office fürs iPad: Microsoft leitet den Kurswechsel ein

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Office fürs iPad: Microsoft leitet den Kurswechsel ein

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Microsoft-CEO Satya Nadella schlägt mit einer Office-Version für Apples iPad eine neue Marschrichtung ein.

von Matthias Hohensee

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella schaut der Realität ins Auge: Windows ist nicht mehr Zentrum des Universums, selbst für dessen Schöpfer. Nun soll eine Abo-Lösung Abhilfe bringen.

Donnerstagnachmittag, San Franciscos Innenstadt. Es ist der erste öffentliche Auftritt von Satya Nadella, seit er vor 52 Tagen zum Microsoft-Chef berufen wurde. Leger in schwarze Jeans und schwarzes Polo-Hemd gekleidet, wirkt der gebürtige Inder wie ein Werber. Ein Eindruck, der durch den dunklen Brillenrahmen und Nadellas asketisches Aussehen noch verstärkt wird. Tatsächlich wirbt der 46-Jährige in seiner ruhig und besonnen vorgetragenen Begrüßungsrede für Microsofts „glänzende Zukunft“, gespickt mit Schlagwörtern wie „Mobil zuerst“ und „Cloud zuerst“. Aber Nadella hat auch Entscheidendes mitzuteilen: Windows, eine langjährige Machtsäule des Konzerns, ist auch für Microsoft nicht mehr das Zentrum des Universums. Und der neue Chef sieht dieser Realität ins Auge.

Das ist Satya Nadella

  • Geboren in Hyderabad

    Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

  • Anfänge bei Sun Microsystems

    Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

  • Entwickler von Bing und Office

    Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Bevor er zum CEO aufstieg, leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

  • Mann der leisen Töne

    Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

„Wir wollen sicherstellen, dass Office auf jedem Tablet, Smartphone oder PC verfügbar ist“, gibt Nadella die Richtung vor. Will heißen: Microsofts populäres Softwarepaket soll sich stärker von Windows lösen und auf allen Geräten verfügbar sein. Was im Tablet- und Smartphone-Geschäft nahezu ausschließlich die der Konkurrenz sind.

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Der neue Microsoft-Chef lässt der Ankündigung auch gleich Taten folgen. Seit Donnerstag gibt es Microsofts populäre Programme Word, Excel und Powerpoint auch für Apples iPad – allerdings nur im Abonnement. Office Apps für Android-Tablets sollen bereits in Arbeit sein.

Jeder iPad-Besitzer kann die Apps kostenlos nutzen, um Office-Dokumente wie Word, Excel oder Powerpoint zu betrachten. Um sie selber zu erzeugen und zu bearbeiten, muss allerdings ein Abo abgeschlossen werden, das Privatnutzer zehn Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr kostet und die Nutzung auf bis zu fünf Geräten erlaubt.

Microsoft Die vielen Fehler des Steve Ballmer

Nach seinem Rückzug vom Microsoft-Chefposten gibt sich der bullige Ballmer reumütig. Immer häufiger gesteht er öffentlich Fehlentscheidungen ein.

Steve Ballmer gibt Gas, wenn er spricht. Seine laute, bullige Art das Markenzeichen des ehemaligen Microsoft-Chefs. Quelle: dpa

Zwar wurde die iPad Variante von Office noch unter Nadellas Vorgänger Steve Ballmer beschlossen. Doch der legte bewusst kein Tempo bei der Markteinführung vor. Zum einen hätte eine Office Version fürs iPad Konkurrent Apple geholfen, noch mehr Marktanteile im Tablet-Geschäft zu erobern – vor allem im für Microsoft strategisch wichtigen Unternehmensgeschäft. Zum anderen hoffte Ballmer, mit Office die Windows-Tablets attraktiver zu machen.

Doch das Kalkül ging nicht auf. Zwar verdoppelte sich laut Berechnungen des US-Beratungsunternehmens Gartner der weltweite Marktanteil von Windows Tablets im vergangenen Jahr tatsächlich – von einem auf zwei Prozent. Apple hatte hingegen 36 Prozent Anteil, Android sogar knapp 62 Prozent.

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