Online-Händler: Ebay könnte bald selbst verkauft werden

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Online-Händler: Ebay könnte bald selbst verkauft werden

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Das US-Internetauktionshaus Ebay steht in einer fiktiven Online-Auktion zum Verkauf. Nach der Abspaltung von PayPal wird Ebay zum Übernahmekandidaten.

von Matthias Hohensee

Nach der Abspaltung von PayPal steht Ebay ohne Ertragsperle da. Analysten spekulieren bereits, dass sich die einstige Internet-Ikone für den Verkauf hübsch macht. Ein Käufer stünde schon bereit – China-Rivale Alibaba.

Es sollte der große Schlag gegen Wettbewerber Amazon sein. Für 2,4 Milliarden Dollar erwarb das Online-Handelsportal Ebay 2011 GSI Commerce. Der US-Internet-Dienstleister half Unternehmen wie Ikea und Vodafone, die Präsenz im Web auszubauen. Für den damaligen Ebay-Chef John Donahoe war der Deal Teil eines großen Traums. Zusammen mit dem 2002 übernommenen Bezahldienst PayPal sowie GSI sollte Ebay zum Infrastrukturdienstleister für den gesamten Online-Handel aufsteigen.

Die Chance ist vertan und vorbei. Unternehmen wie der Spielzeughändler Toys R Us sprangen bei GSI ab, weil sie das Know-how lieber im Haus behalten wollten. Nun geht die Sparte für 925 Millionen Dollar an ein von Permira geführtes Konsortium von Finanzinvestoren.

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Bezahlen per PayPal

  • Seit wann ist das Bezahlen mit Paypal in Deutschland möglich?

    Das Bezahlen mit Paypal ist seit 2004 in Deutschland möglich.

  • Was kostet die Zahlung per Paypal?

    Die Anmeldung bei Paypal ist für den Kunden kostenlos. Die Gebühren für den Einkauf trägt in der Regel der Verkäufer. Laut EHI Payment Studie verlangen 19 Prozent der Händler im Jahr 2014 für diese Bezahlmethode einen Preisaufschlag. Gebühren können auch für Zahlung in Fremdwährung anfallen: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/useragreement-full?locale.x=de_DE#8

  • Wie viele Kunden sind in Deutschland registriert?

    In Deutschland liegt die Zahl der aktiven Kunden bei 15 Millionen. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten.

  • Wie viele Online-Händler bieten das Zahlungsverfahren an?

    In Deutschland bieten 50.000 Online-Händler Paypal als Bezahloption an. Laut einer Studie von EHI bieten 82 Prozent der Top 1.000 Online-Händler ihren Kunden das Bezahlen per Paypal an.

  • Details zum Nutzungsverhalten?

    Eine Auswertung nach Produkten nimmt Paypal nicht vor. Auch zu den durchschnittlich per Paypal bezahlten Warenwerten gibt es keine Angaben.

Nach der gerade vollzogenen Abspaltung der Bezahltochter PayPal, die zuletzt knapp die Hälfte des Ebay-Umsatzes brachte, steht die einstige Internet-Ikone nun endgültig blank da. Die Leidenschaft der Akteure auf der ursprünglichen Online-Auktionsplattform ist verflogen, das Image durch die vielen Billiganbieter auf Resterampen-Niveau gesunken. Konkurrent Amazon, inzwischen zehnmal so umsatzstark wie Ebay, scheint uneinholbar enteilt.

Ebay will sich auf die kleinen Händler besinnen

Aus dieser misslichen Lage will sich Devin Wenig, seit 2011 fürs Marktplatzgeschäft zuständig und nun neuer Ebay-Chef, befreien, indem er das amputierte Unternehmen zu seinen Wurzeln zurückführt: zu Hunderttausenden privaten, kleineren und mittelständischen Händlern, die in den Startjahren den Reiz der Plattform als Fundgrube ausmachten und die sich nicht mit dem aggressiven Riesen Amazon einlassen wollten. Sie fühlten sich in den vergangenen Jahren immer mehr gegenüber großen Akteuren zurückgesetzt, die Ebay mit Billigangeboten überschwemmten.

Vor Paypal-Abspaltung Ebay schrumpft sich gesund

Am Freitag wird Ebay seinen Bezahldienst Paypal endgültig abspalten. Laut einem Bericht könnte sich der Konzern noch von einer weiteren Sparte trennen: Für das Firmenkunden-Geschäft soll es bereits einen Käufer geben.

Ebay wird Paypal abspalten und sich wohl noch von einer weiteren Sparte trennen. Quelle: AP

„Die überwiegende Mehrheit von dem, was auf Ebay verkauft wird, kommt von kleineren und mittleren Händlern“, hat Wenig erkannt – und will mit deren Hilfe zu neuer Kraft gelangen. 25 Millionen Verkäufer hat er auf seiner Plattform, gut zwölfmal so viel wie Amazon. „Das Ebay-Management muss nun zeigen, dass es aus denen mehr herausholen kann“, sagt Doug Anmuth, Analyst bei der US-Investmentbank JP Morgan.

Ebay-Chef Wenig steht vor einer Kärrnerarbeit mit ungewissem Ausgang. Analysten wie Anmuth von JP Morgan spekulieren bereits, er könnte das Unternehmen als Übernahmekandidaten fit machen. Als Interessent gilt der chinesische Online-Handelsgigant Alibaba. Dessen Gründer Jack Ma hatte sein Imperium als Kopie von Ebay gegründet und sein Vorbild schließlich aus dem Reich der Mitte vertrieben.

Die zehn größten IT-Übernahmen weltweit nach Kaufpreis

  • Platz 10

    Im Jahr 2010 schluckte Microsoft die norwegische Suchmaschine Fast. Das 1997 gegründete Unternehmen ist auf Suchmaschinenprogramme für Firmenkunden spezialisiert. Der Kaufpreis soll 1,2 Milliarden US-Dollar betragen haben.
    Quelle: Statista

  • Platz 9

    2006 übernahm Google Youtube für 1,65 Milliarden US-Dollar. Youtube, damals noch ein defizitäres Start-Up-Unternehmen, war für Google zu diesem Zeitpunkt der teuerste Kauf in der achtjährigen Firmengeschichte.

  • Platz 8

    2014 überrasche Facebook Branchenkenner mit dem Kauf von von Oculus VR. Zwei Milliarden US-Dollar zahlte Facebook für den Hersteller von VR-Brillen, die speziell für PC-Spiele ausgelegt sind. Mit dem Unternehmen hat Mark Zuckerberg großes vor. „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform überhaupt zu werden“, sagte er anlässlich der Übernahme.

  • Platz 7

    Nur ein Jahr nach der Youtube-Übernahme kaufte Google für sage und schreibe 3,1 Milliarden US—Dollar den Anzeigenriesen Doubleclick. Auch Microsoft, AOL und Yahoo waren interessiert, hatten allerdings das Nachsehen. Schon vor dem Zukauf hatte Google die führende Stellung im Geschäft mit der Internet-Werbung inne. Mit der Übernahme konnte Google diese Position noch weiter ausbauen.

  • Platz 6

    Ähnlich viel wie für Doubleclick zahlte Google für den Kauf Nest Labs: 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Firma, die smarte Thermostate und Rauchmelder herstellt hat für Google ein ganz besonderes Potenzial: Sie ermöglicht Google das Sammeln von Daten in der analogen Welt.

  • Platz 5

    Nur einen Monat, nachdem Google Microsoft Doubleclick vor der Nase weg kaufte, legte Microsoft 2007 nach und kaufte für 6,3 Milliarden US-Dollar Aquantive – einen Wettbewerber Doubleclick. Für Microsoft war das bis dato der größte Zukauf der Firmengeschichte. Letztendlich war es ein Flop für Microsoft.

  • Platz 4

    Im Jahr 2013 kaufte Microsoft für 5,4 Milliarden US-Dollar die Handysparte von Nokia. Bereits seit 2011 hatten beide Unternehmen zusammengearbeitet – Nokia war der wichtigste Hersteller für Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

  • Platz 3

    2011 tätigte Microsoft den bis dato teuersten Kauf seiner Firmengeschichte: Für 8,5 Milliarden US-Dollar übernahm Microsoft den Online-Telefondienst Skype. Rentiert hat sich das bis heute nicht. Skype fehlt es an zahlenden Kunden.

  • Platz 2

    Im August 2011 kündigte Google an, den Mobilfunk-Pionier Motorola Mobility zu übernehmen. Insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar zahlte Google dafür. Interessant seien für Google nach eigenen Angaben vor allem das 17.000 Eintragungen umfassende Patentportfolio Motorolas gewesen. Die Liasion hielt nicht lange. 2014 verkaufte Google das Unternehmen für knapp drei Milliarden US-Dollar an Lenovo.

  • Platz 1

    Im Februar 2014 kündigte Facebook an, den Messanger-Dienst Whatsapp zu übernehmen. Der damalige Kaufpreis: 19 Milliarden US-Dollar. Facebook hat Whatsapp wegen des schnell Nutzerzuwachs übernommen. Mittlerweile hat Whatsapp 700 Millionen Nutzer weltweit.

Um Ebay attraktiver zu machen, will Wenig das unübersichtliche Angebot besser ordnen. Seit Kurzem müssen Verkäufer von Neuwaren deren Produktnummern und Barcodes zwingend mit angeben. Auf diese Weise hofft Wenig, mehr Käufer auf Ebay zu locken. Bislang waren die Angabe der Produktnummer und die Präsentation des Barcodes durch die Verkäufer freiwillig und fehlten bei vielen Angeboten. Verbraucher, die bei Recherchen im stationären Handel mit ihren Smartphones die Preise via Scan verglichen, landeten auf ihrer App deshalb nicht bei Ebay, sondern hauptsächlich beim Konkurrenten Amazon.

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