Open-Xchange : Nürnberg statt Silicon Valley

Open-Xchange : Nürnberg statt Silicon Valley

, aktualisiert 11. Oktober 2017, 09:11 Uhr
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Technologie aus der fränkischen Großstadt: Open-Xchange erhält Millionen.

von Nena SchinkQuelle:Handelsblatt Online

Das Unternehmen Open-Xchange aus Nürnberg kennt fast niemand. Doch 200 Millionen Menschen nutzen seine Produkte, um E-Mails abzurufen. Obendrauf gibt es jetzt 21 Millionen Euro Finanzierung für das Softwareunternehmen.

DüsseldorfWer Nürnberg hört, der denkt an mittelalterliche Fachwerkhäuser, Christkindlesmarkt und Lebkuchen. Wahrscheinlich weniger an Technologie und Start-ups. Doch in der fränkischen Großstadt sitzt der deutsche Softwareentwickler Open-Xchange. Und der kann sich gerade über einen Geldregen freuen.

Dabei wird das Unternehmen einem Branchenfremden kaum etwas sagen: Quasi unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit entwickelte Gründer Ralf Laguna Linux-basierte E-Mail Lösungen für Serviceanbieter - als Alternative zu Microsoft Exchange. Laguna hat einen Traum: Freie Dienstleisterwahl für alle. Wer kein Vertrauen zu den großen Playern wie etwa Microsoft hat, kann OpenXChange selber hosten. Oder zwischen verschiedenen Anbietern wechseln. Und die Idee kommt an. 2005 gegründet beschäftigt das Unternehmen heute 230 Mitarbeiter.

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Zu den Kunden des Softwareentwicklers zählen führende Hosting-Dienstleister und Telekommunikationsunternehmen wie 1&1 Internet, Liberty Global, oder Vodafone. Sie nutzen die Open-Xchange Software, damit über 200 Millionen private Nutzer und mittelständische Unternehmen ihre Daten kontrollieren können. Eigentlich ist das Unternehmen damit dem Start-up-Status entwachsen. Gründer Laguna ist jedoch immer noch an Bord und weiß: Vertrauen ist wichtig für die Kundenbindung. Und die Originalität des Produkts: „Open-Xchange ist eigentlich die einzige verfügbare Alternative zu Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft“, erklärt Laguna.

Seine Firma wächst nach eigenen Angaben seit zehn Jahren im Schnitt um 45% im Jahr. Seit den vergangenen zwei Jahre arbeitete das Unternehmen profitabel. Open-Xchange gehört zu den umsatzstärksten 25 Softwareunternehmen aus Deutschland. Aber das reicht dem Gründer noch nicht: „Der Markt ist einfach riesig. Das Potenzial für unsere Produkte ist praktisch unbegrenzt, und das wollen wir nutzen.“

Doch dafür benötigt der gelernte Versicherungskaufmann Geld. Die europäische Venture-Capital-Gesellschaft Iris Capital hat jetzt gemeinsam mit eCAPITAL 21 Millionen Euro investiert. Curt Gunsenheimer, Senior Partner bei Iris Capital, meint: „Open-Xchange macht die digitale Landschaft sicherer und transparenter. Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit einem Innovationstreiber.“

Die kräftige Finanzspritze soll die nächste Wachstumsrunde von Open-Xchange einläuten: Ausbau der Entwicklung, neue Wachstumsmöglichkeiten und intensivere Beziehungen zu bestehenden Partnern in Nord- Und Lateinamerika, sowie Asien. Manchmal kommt Technologie eben nicht daher, wo man es vielleicht vermutet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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