Paypal-Chef David Marcus: "Bezahlen passiert wie Magie"

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InterviewPaypal-Chef David Marcus: "Bezahlen passiert wie Magie"

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Der PayPal-Chef über das Ende des Portemonnaies und die NSA.

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von Thomas Stölzel und Cornelius Welp

Der Chef des Bezahldienstes PayPal über das Verhältnis zur Mutter Ebay, die NSA-Affäre und eine Währung für den Weltraum.

WirtschaftsWoche: Mister Marcus, der aggressive Investor Carl Icahn verlangt, dass Ebay seine Bezahltochter PayPal abspaltet. Was halten Sie als PayPal-Chef davon?

David Marcus: Wir haben großen Respekt vor Carl Icahn, und wenn er mit uns reden will, hören wir zu. Aber das gesamte Management ist der Meinung, dass Konsumenten und Aktionären am meisten gedient ist, wenn PayPal und Ebay zusammenbleiben.

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PayPal ist seit Jahren der am stärksten wachsende Teil von Ebay und liefert schon rund 40 Prozent der Umsätze. Wer hat die Macht?

Das frage ich mich selbst (lacht). Die einzelnen Zweige von Ebay ergänzen sich besser denn je. Ebay gibt uns die Möglichkeit, neue Technologien international zu verbreiten. Und der Marktplatz ist mit einem Umsatzanteil von etwa 30 Prozent weltweit weiter ein wichtiger Teil unseres Geschäfts. Allerdings wächst das Geschäft mit Händlern außerhalb von Ebay jährlich um rund 30 Prozent und damit stärker.

Mit PayPal arbeiten Sie daran, das Bargeld abzuschaffen. Haben Sie selbst noch ein Portemonnaie?

Ja, aber nur ein sehr kleines.

Wann brauchen Sie es nicht mehr?

Langfristig wird das Portemonnaie komplett verschwinden. Dann brauchen wir es weder für Ausweise noch für Zahlungsmittel. Wie lange das noch dauert, ist schwer zu sagen. Westliche Großstädter werden ihren Alltag aber schon in vier Jahren ohne Bargeld und Bankkarten meistern können.

Wie werden wir dann in Zukunft zahlen?

Alles funktioniert mobil und digital. Die mobilen Endgeräte werden immer kleiner, bis sie in einer Uhr oder einem Ring verschwinden. Bezahlen wird ein unsichtbarer Vorgang. Die Ladenkasse verschwindet – und mit ihr die Schlange davor.

Onlinehändler und Bezahldienst Warum Ebay Paypal braucht

Amazon hat ihn, Google hat ihn, Ebay hat ihn eventuell bald nicht mehr: den eigenen Bezahldienst. Investor Carl Icahn sähe es gerne, wenn Paypal verkauft würde. Das wäre gut für sein Vermögen, aber schlecht für Ebay.

Die Ebay-Tochter Paypal soll nach Investor Carl Icahn gewinnbringend verkauft werden. Quelle: AP/dpa

Bargeld hat Tausende Jahre gut funktioniert. Warum soll das jetzt vorbei sein?

Pferde haben auch Tausende Jahre gut funktioniert, und dann kam das Auto. Wir wollen Innovationen, die Probleme im Alltag lösen. Ein Mensch verbringt insgesamt mehrere Wochen seines Lebens damit, vor einer Kasse zu warten. Wir wollen den Menschen diese Zeit zurückgeben.

Die wollen das aber womöglich gar nicht. Gerade die Deutschen nehmen neue Technologien nur sehr zögerlich an, erst recht, wenn es ums Bezahlen geht. Wie wollen Sie das ändern?

Die Deutschen sind tatsächlich konservativer und sorgen sich um ihre Privatsphäre und die Sicherheit der Transaktionen. Deshalb finden auch noch 58 Prozent des Zahlungsverkehrs in bar statt. Die Kreditkarte ist nie wirklich angekommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dieses Zwischenstadium überspringen und direkt von baren zu mobilen Zahlungen übergehen. Denn Sicherheit und Datenschutz sind das Kernversprechen unseres Angebots.

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