
BrüsselDie Spitzenvertreter der europäischen Telekommunikations-Branche fordern ein Ende der Preisobergrenzen für ihre Dienstleistungen. In einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten, der der Tageszeitung „Die Welt“ vorliegt, dringen sie darauf, „alle neuen Maßnahmen zu vermeiden, die Lasten für regulierte Unternehmen bedeuten, zum Beispiel im Bereich der Preisregulierung“.
Das Schreiben, das kurz vor einem entscheidenden EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel verschickt wurde, wurde unterschrieben von den Vorstandschefs von 22 großen Telekom-Unternehmen in Europa, alphabetisch von Alcatel-Lucent bis Turk Telekom.
Die Telekom-Branche möchte von neuen Vorschriften verschont bleiben. „Wir glauben, dass eine Änderung der Telekom-Politik der EU dringend nötig ist, um die besten Bedingungen für private Investitionen und Innovationen zu schaffen“, schreiben die Chefs der 22 Unternehmen.
Das bedeute vor allem: „Den Regulierungsdruck im Telekom-Sektor zu vermindern, um Investoren zu versichern, dass ihr Geschäftsmodell nicht unterminiert wird.
Die Intervention der Telekommunikationsbranche kommt, bevor ab 1. Juli die neuen Preisobergrenzen das Telefonieren im EU-Ausland erneut verbilligen. Ab dem Termin dürfen Mobilfunknetzbetreiber im EU-Ausland für das mobile Surfen maximal 83 Cent pro Mbyte verlangen, gibt die EU vor.
Die Kosten für Anrufe sinken auf maximal 35 Cent pro Minute (von 42 Cent). Eingehende Anrufe dürfen nur noch 10 Cent kosten (vorher: 13 Cent). Doch das soll noch nicht das Ende sein.
Die neuen Roaming-Preise sollen jedoch schon auch in den nächsten Jahren weiter sinken. Geht es nach EU-Kommissarin Neelie Kroes sollen Roaming-Kosten im EU-Ausland spätestens 2016 ein Ende haben und das Telefonieren in der ganzen EU gleich viel koste.





















