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Quartalsergebnisse : Freie Mahlzeiten und Smartphones

Quartalsergebnisse : Was die neue Yahoo-Chefin bereits bewegt hat

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Freie Mahlzeiten und Smartphones

Die Produktdesignerin: Marissa Mayer

Ihre Nominierung als Yahoo-Chefin macht die erst 37-jährige Google-Managerin einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch schon zuvor war sie in der Branche als ein Gesicht von Google bekannt, das beispielsweise im Interview mit dem Elektrischen Reporter eloquent die Daten-Sammelei des Konzerns verteidigte. Die ausgebildete Informatikerin galt als eines der Gesichter von Google.

Bei Google war sie für Produkte zuständig. Sie gehörte zum Kern-Team Google und war 1999 die 20. Mitarbeiterin des Unternehmens überhaupt. Das schlichte Design der Google-Suchmaske stammt von ihr. Die Los Angeles Times attestierte ihr, niemand anderes habe so viel Einfluss  darauf, wie Menschen das Internet erleben. Dass Yahoo Mayer zur neuen Chefin macht zeigt, dass das Unternehmen vermutlich mit neuen Produkten aus der Krise finden will.

Bild: Reuters

Gleichzeitig besiegelte Mayer den Verkauf der Hälfte der Yahoo-Anteile an dem chinesischen Online-Konzern Alibaba, der 7,6 Milliarden Dollar in die Kassen spült. Zwar verhandelte der scheidende Finanzchef Tim Morse die wesentlichen Details, doch Mayer drückte die Transaktion im Verwaltungsrat durch. Damit hat die neue Chefin nicht nur eine Baustelle weniger, sondern kann auch ihre Aktionäre befriedigen, an die das Gros des Verkaufserlöses ausgeschüttet werden soll. Allen voran Hedgefond-Manager Daniel Loeb, der Mayers Vorgänger Scott Thompson stürzte und sich für seinen Fond Thirdpoint drei Sitze im Verwaltungsrat sicherte.

Vor allem aber hat Mayer die Moral unter den Yahoo-Mitarbeitern mit relativ simplen Mitteln wieder gehoben. Sie lobte die Ideen der hausinternen Entwicklungsabteilung, die sich unter ihren Vorgängern stiefmütterlich behandelt fühlten. Denn die – wie im Fall des Photoservice Flickr – kauften lieber von außen zu, als ein hauseigenes Projekt zu stützen. Entwickler fühlen sich von der an der Elite-Uni Stanford ausgebildeten Informatikerin ernst genommen. Yahoo-Mitarbeitern bekommen nun von ihrem Unternehmen moderne Smartphones gestellt.

Mayer führte Gratis-Mahlzeiten ein und nimmt ihr Essen demonstrativ gemeinsam mit ihren Mitarbeitern in der Cafeteria ein. Die Kosten für die freien Mahlzeiten sind zwar im Verwaltungsrat umstritten. Doch aus ihrer Erfahrung bei Google weiß Mayer, dass solche Gesten nicht nur die Moral unter den Mitarbeitern heben, sondern sich auch trefflich nach außen vermarkten lassen. Damit hat die Managerin gleich noch ein weiteres Problem gelöst. Im Silicon Valley wird Yahoo seit Mayers Amtsübernahme wieder wohlwollend gesehen und nicht mehr als schwindsüchtige und orientierungslose Internet-Ikone, der die Talente in Scharen davonlaufen, keine schnellen Entscheidungen treffen kann und deren verbliebenen Mitarbeiter ständig in Angst vor neuen Entlassungswellen leben müssen.

Der Glanz der jüngsten US-Konzernchefin hat auf Yahoo abgefärbt. Tatsächlich steht das Unternehmen wirtschaftlich weit besser da als sein Ruf. Der Konzern hat kaum Schulden, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr fünf Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Er agiert im Wachstumsmarkt Online-Werbung, auch wenn Mayers Vorgänger die Zuwächse nicht abschöpfen konnten. Vor allem aber zählt Yahoo noch immer monatlich rund 700 Millionen Besucher und ist damit eins der populärsten Angebote im Internet.

Dank des Teilverkaufs des asiatischen Tafelsilbers hat die neue Chefin sogar mehr finanziellen Spielraum. Zwar hat sie bereits angekündigt, 85 Prozent des Erlöses an die Yahoo-Aktionäre auszuschütten, wahrscheinlich in Form von Dividenden und Aktienrückkaufen. Doch mit dem Rest will sie gezielt zukaufen. Keine Mega-Akquisitionen, sondern die Übernahme von eher kleineren Unternehmen, mit deren Innovationen Yahoo seine Nutzer und Werbekunden enger an sich binden kann. In die Silicon Valley Startup-Szene ist Mayer dank ihrer 13jährigen Tätigkeit bei Google bestens verdraht, viele Gründer und Vorstandschef arbeiteten einst mit ihr oder für sie.

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