Freie Mahlzeiten und Smartphones
Bild: ReutersDie Produktdesignerin: Marissa Mayer
Ihre Nominierung als Yahoo-Chefin macht die erst 37-jährige Google-Managerin einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch schon zuvor war sie in der Branche als ein Gesicht von Google bekannt, das beispielsweise im Interview mit dem Elektrischen Reporter eloquent die Daten-Sammelei des Konzerns verteidigte. Die ausgebildete Informatikerin galt als eines der Gesichter von Google.
Bei Google war sie für Produkte zuständig. Sie gehörte zum Kern-Team Google und war 1999 die 20. Mitarbeiterin des Unternehmens überhaupt. Das schlichte Design der Google-Suchmaske stammt von ihr. Die Los Angeles Times attestierte ihr, niemand anderes habe so viel Einfluss darauf, wie Menschen das Internet erleben. Dass Yahoo Mayer zur neuen Chefin macht zeigt, dass das Unternehmen vermutlich mit neuen Produkten aus der Krise finden will.
Bild: dapdDer Visionär: Marc Andreesen
Wenn einer Silicon-Valley-Größe der Titel Visionär gebührt, dann ohne Zweifel Marc Andreesen (links im Bild), Entwickler des Webbrowsers Mosaic und späterer Gründer von Netscape. Hier ist er links im Bild mit seiner Frau und Facebook-Gründer Marc Zuckerberg zu sehen. Das angesehene Silicon-Valley-Magazin „Wired“ bezeichnete ihn als den „Mann, der die Zukunft gestaltet“.
1992, das Worldwide Web war nicht einmal ein Jahr alt, sagte er bereits voraus, dass irgendwann jeder Zugang zum Web haben wird. 1995 – das Web wurde erstmals einer breitere Öffentlichkeit gerade erst bekannt – die nächste Vorhersage: Der Browser werde zum eigentlichen Betriebssystem, in dem Programme laufen. Eine Vision, der wir heute dank Cloud-Programmen wie Google Docs und Web-Mail-Diensten deutlich näher sind. 1999 sah er den Durchbruch der Cloud-Computing-Technologie für Business-Anwendungen voraus und 2004, im Jahr der Gründung von Facebook, den kommenden Durchbruch des Social Webs.
Die in der Regel treffsicheren Vorhersagen haben Andreesen in Business-Belangen nicht immer geholfen. Der von ihm geschaffene Browser Netscape Navigator verlor den ersten großen Browser-Krieg der 1990er Jahre gegen Microsoft. Das 1999 gegründete Start-Up Loudcloud, das Cloud-Services an Business-Kunden verkaufte, war seiner Zeit voraus. Cloud Computing wurde erst rund zehn Jahre später zum Hype. 2007 kaufte HP das Unternehmen für 1,6 Milliarden Dollar.
Andreesens letzte Vorhersage stammt aus dem Jahre 2009 und klingt heute genauso visionär wie die anderen Vorhersagen von Andreesen zu ihrer Zeit: Alle zentralen Branchen der Wirtshaft, vom Einzelhandel über die Immobilienbranche bis zu Gesundheitsdienstleistungen, werden durch Software revolutioniert und um neue hyperintelligente Software herumgebaut werden.
Bild: dpaBescheidene Genies: Larry Page und Sergey Brin
Im Sommer 1995 kommt es zu einer Begegnung, die die Computergeschichte grundlegend verändern wird: Larry Page (rechts), Absolvent der Universität von Michigan, soll den ein Jahr jüngeren Sergey Brin an der Uni einführen. Wie sie später eingestehen, sind beide bei diesem Treffen bei so gut wie allen Fragen verschiedener Meinung.
Vielleicht macht gerade das die Zusammenarbeit der beiden so fruchtbar. 1996 gründen sie gemeinsam die Suchmaschine BackRub, die einen revolutionären neuen Suchalgorithmus nutzt: Dabei wird die Reihenfolge der Suchergebnisse davon abhängig gemacht, wie viele andere Seiten auf die entsprechende Seite verlinken.
Neben ihren Unterschieden verbinden die beiden Google-Manager Page und Brin auch viele Gemeinsamkeiten in der Biografie: So haben sie beide auf Schulen besucht, die nach dem Erziehungskonzept der Pädagogin Maria Montessori arbeiteten. Das Motto der italienischen Ärztin: „Hilf mir, es selbst zu zun“. Auch ihr Führungsstil ist ähnlich: Beide treten eher zurückhaltend, fast schüchtern, in der Öffentlichkeit auf. Auch werden ihnen keinerlei exzentrische Züge nachgesagt.
Bild: dapdDer Erfolgsmensch: Larry Ellison
Larry Ellison, Chef des weltgrößten Datenbank-Herstellers Oracle, gehört zu jenen CEOs, die wissen, wie sie sich Gehör verschaffen. Meist hat er zu allem, was in der Branche vor sich geht eine Meinung – und meist sagt er sie laut. Eine wütende Rede über den aus seiner Sicht unsinnigen Begriff Cloud Computing aus dem Jahre 2008, kennt in der Branche fast jeder.
Ellisons Leben war durch Brüche geprägt. So rasselte der uneheliche Sohn 1966 in tiefer Trauer durch sämtliche Uni-Prüfungen, als seine Stiefmutter verstarb. Mit nur 2000 Dollar Stammkapital und ohne Uni-Abschluss gründete er 1977 zusammen mit zwei Partnern die Firma, die heute als Oracle bekannt ist. Heute ist der laut „Forbes“ mit einem Nettovermögen von 36 Milliarden Dollar der sechstreichste Mensch der Welt.
Ellison lebt und genießt seinen heutigen Reichtum. Seine 138 Meter lange Mega-Yacht „Rising Sun“, die er mit seinem Freund David Geffen teilt, gehört zu den größten der Welt. Seit kurzem besitzt der Multimilliardär auch eine eigene Insel. Im Bieterwettstreit um die Hawaii-Insel Lanai stoch er Ex-Microsoft-Chef Bill Gates aus.
Bild: dapdDer Geschäftsmann: Bill Gates
Bei Microsoft-Gründer Bill Gates verbanden sich Begabung, Fleiß und Glück miteinander. Als Kind brillierte Gates in Mathematik und Naturwissenschaften. Das erste große Glück im Leben des Bill Gates war sein früher Zugang zu Computern. Die private Elite-Schule, die er besuchte, gehörte zu den ersten in den USA, die einen programmierbaren Fernschreiber besaß. Ebenfalls noch als Schüler erhielt er Zugriff auf Großrechner. Sein Havard-Studium brach er zugunsten der von ihm gemeinsam mit Freunden gegründeten Firma Microsoft ab – keine schlechte Entscheidung.
Das zweite große Glück seines Lebens war der Erfolg des IBM-PCs – oder besser, IBM-kompatibler Nachbauten. Denn während der PC für IBM selbst kein kommerzieller Erfolg war, entwickelten sich die IBM-PC-Klone zu echten Verkaufsschlagern – und mit ihnen das Betriebssystem MS-DOS. Microsoft hatte das System für ressourcenschwache Rechner an IBM lediglich lizenziert und selbst alle Rechte behalten. Das System, das Microsoft reich machen sollte, war keine Eigenentwicklung. Das Unternehmen hatte QDOS von dem Entwickler Tim Paterson für 50.000 Dollar erworben. Heute engagiert sich Gates mit seiner Stiftung vor allem im Kampf gegen Krankheiten in der Dritten Welt.
Bild: dapdDas Marketing-Genie: Steve Jobs
In der Geschichte von Apple gingen bislang alle entscheidenden Impulse von Steve Jobs aus. Ende der siebziger Jahre erkannte Jobs als einer der ersten, dass die von seinem Kumpel Steve Wozniak zusammengelöteten Computer-Platinen nicht nur ein Hobby für Nerds sind, sondern den Anfang der Ära des Personal Computers markieren. Anfang der achtziger Jahre entdeckte er das Potenzial der bei Xerox entwickelten grafischen Benutzeroberfläche für Computer, die mit dem Mac und später mit Microsoft Windows die Welt verändern sollten.
Als Jobs 1985 nach einem Konflikt mit dem damaligen Apple-CEO John Sculley das Unternehmen verlassen musste, übernahm er die Trickfilmsparte von George Lucas und revolutionierte mit Pixar die Filmbranche. 1997 kam er zu Apple zurück. Das Unternehmen stand damals kurz vor der Pleite und wurde von Jobs mit innovativen Produkten wie dem iMac und dem iPod wieder auf die Erfolgsspur gebracht.
Zum Mega-Unternehmer wurde er schließlich mit der Einführung des iPhone im Jahr 2007 und dem iPad (2010), mit dem Apple die „Post-PC“-Ära einläutete. Steve Jobs war bei Apple nicht nur der unbestrittene Chef, sondern vereinte in seiner Person die Rolle des genialen Visionärs, entschiedenen Antreibers und erfolgreichen Verkäufers. Am 5. Oktober 2011 starb Jobs an seinem Krebsleiden. Er hinterließ eine Frau, vier Kinder - und ein kerngesundes Apple, das bis heute das wertvollste Unternehmen der Welt ist.
Bild: ReutersDer Nerd: Steve Wozniak
War Steve Jobs das Gesicht von Apple, so war Wozniak in der Anfangszeit Hand und Hirn der Garagenfirma. Der zurückhaltende, hochbegabte Ingenieur gilt als Genie. Schon mit 13 entwickelte er einen Taschenrechner, ein IQ-Test von damals bescheinigte ihm einen Intelligenzquotienten von über 200 – schon ab Werten von über 130 gelten Menschen als hochbegabt.
1976 gründete Wozniak gemeinsam mit seinem Schulfreund Steve Jobs Apple. In seiner Biografie „iWoz“ beschreibt er seine Jugend als Außenseiter – ein Prototyp des „Computernerds“. Seinen Job als Ingenieur bei Hewlett-Packard gab er erst auf, als Jobs ihm zusicherte, nie Manager werden zu müssen.
Wozniak bereitete der Erfolg von Apple eher Unbehagen. Einen Teil seiner Aktien verkaufte deutlich unter Wert an Mitarbeiter des Unternehmens, die er am Erfolg teilhaben lassen wollte. Jobs zeigte dafür kein Verständnis. Nach einem Flugzeugsabsturz 1981 ließ er die damals aufstrebende Firma Apple hinter sich und widmete sich unter anderem der Organisation von Open-Air-Konzerten, bei denen er mehr als 20 Millionen Dollar verlor. Nach einem kurzen Intermezzo als einfacher Ingenieur bei Apple, kehrte er 1985 dem Konzern endgültig den Rücken. Allerdings erhält er bis heute rund 10.000 Dollar Gehalt im Jahr von Apple. Beruflich setzt er inzwischen aber ganz andere Prioritäten: Seit 1988 unterrichtet er Kinder in Informatik.
Bild: apDer Bastler: Linus Torvalds
„Ich aß, ich schlief. Vielleicht ging ich zur Uni“, beschrieb Linus Torvalds einmal seine Zeit als Student. Nebenbei allerdings schuf er noch etwas, das die IT-Welt für immer verändern sollte: Den frei verwendbaren Betriebssystem-Kern Linux. Vor 20 Jahren machte sich der finnischer Student daran, die Möglichkeiten damaliger Computerchips zu erkunden. In einer Newsgroup kündigte er den Beginn der Arbeit an seinem Betriebssystem Linux mit folgenden Worten an: „Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß und professionell...).“ Er sollte sich irren. Das freie Betriebssystem wurde so erfolgreich, dass es heute aus dem Server- und Mobilbereich nicht mehr wegzudenken ist. Auf den Servern – seien es Internet-Dienste oder die Server in Unternehmen – ist es heute das mit Abstand beliebteste Betriebssystem. Auch Googles Smartphone- und Tablet-System Android basiert auf dem Linux-Kernel.
Torvalds gilt vielen als Prototyp eines Nerds, hat aber auch eine sehr emotionale Seite. Die zeigte er kürzlich vor Studenten, als er auf Probleme mit Treibern für die Grafikkarten von Nvidia angesprochen wurde. Der Grafikkartenhersteller sei die schlimmste Firma überhaupt, was die Zusammenarbeit mit den Kernel-Entwicklern betrifft, wütete Torvalds. Unterstrichen hat er die Aussage mit einem beherzten „Fuck you, Nvidia!“ und einer eindeutigen Geste.
Bild: Victor PowellDer Freiheitskämpfer: Richard Stallman
Der Öffentlichkeit weniger bekannt dürfte Richard Stallmann sein – doch seine Idee prägt die heutige Software-Welt nicht weniger stark als die Produkte von Steve Jobs und Bill Gates. Seine Vision: Das freiheitliche Ethos der Anfangstage unter Programmierern zu bewahren, als Codes noch frei getauscht, geteilt und verändert wurde. 1985 kündigte er seinen Job am Massachusetts Institute of Technology, um sich ganz seiner Vision zu widmen. Er gründete die Free Software Foundation. Die GNU General Public License sollte den rechtlichen Rahmen für das geplante Betriebssystem GNU bilden – ein Betriebssystem, das komplett aus Komponenten bestehen sollte, die jeder frei verbreiten und verändern könnte.
Das Betriebssystem wurde nie fertig. Dafür nahm Linus Torvalds die bereits bestehenden Betriebssystem-Teile wie den Compiler GCC oder die Kommandozeile Bash und verheiratete sie mit dem Linux-Kernel, wodurch das System komplettiert wurde. Außerdem war die Idee Freier Software geboren, die zu zahlreichen Entwicklungen führte – vom freien Office-Programmen Libre Office/Open Office bis zum Mozilla Firefox, dem heute in Europa populärsten Webbrowser. Freie Software befindet sich heute auf fast jedem PC und fast jedem Smartphone. So basieren beispielsweise auch die Browser Chrome von Google und Safari von Apple auf Webkit, eine freie Software, deren Vorläufer KHTML für die Linux-Oberfläche KDE entwickelt wurde.
Bild: dapdLoyale Strategin: Sheryl Sandberg
Anfang 2008 begann Sheryl Sandberg damit, das noch wenig bekannte Social Network Facebook auf Profitabilität zu trimmen. Sie und Gründer Mark Zuckerberg bauten den Anzeigenvertrieb auf und ernteten bald die Früchte ihrer Arbeit: 2010 warf Facebook erstmals Gewinn ab, 2012 erfolgte der Börsengang. Ende Juni zog die Managerin, die 2011 mit allen Boni und Aktienoptionen über 30 Millionen Dollar verdiente, als erste Frau in den Verwaltungsrat von Facebook ein. Von einer Vorzeige- oder Alibifrau kann dabei allerdings keine Rede sein. Trotz ihres guten Verhältnisses zu dem als schwierig geltenden Mark Zuckerberg ist sie es gewohnt, ihre Standpunkte selbstbewusst zu vertreten. 2012 wurde sie in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen des "Time Magazins" aufgenommen.
Ob sie bei Facebook bleiben wird, ist ungewiss. Die Mehrheitsverhältnisse verschaffen Mark Zuckerberg das Recht, über alles und jeden allein zu bestimmen. Und jemanden wie Sheryl Sandberg kann man nicht ewig als Nummer zwei halten, ahnt auch der Facebook-Gründer: "Wenn sie wollte, könnte sie bei jedem Unternehmen Chef werden."
Text: Axel Postinett
Die Produktdesignerin: Marissa Mayer
Ihre Nominierung als Yahoo-Chefin macht die erst 37-jährige Google-Managerin einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch schon zuvor war sie in der Branche als ein Gesicht von Google bekannt, das beispielsweise im Interview mit dem Elektrischen Reporter eloquent die Daten-Sammelei des Konzerns verteidigte. Die ausgebildete Informatikerin galt als eines der Gesichter von Google.
Bei Google war sie für Produkte zuständig. Sie gehörte zum Kern-Team Google und war 1999 die 20. Mitarbeiterin des Unternehmens überhaupt. Das schlichte Design der Google-Suchmaske stammt von ihr. Die Los Angeles Times attestierte ihr, niemand anderes habe so viel Einfluss darauf, wie Menschen das Internet erleben. Dass Yahoo Mayer zur neuen Chefin macht zeigt, dass das Unternehmen vermutlich mit neuen Produkten aus der Krise finden will.
Gleichzeitig besiegelte Mayer den Verkauf der Hälfte der Yahoo-Anteile an dem chinesischen Online-Konzern Alibaba, der 7,6 Milliarden Dollar in die Kassen spült. Zwar verhandelte der scheidende Finanzchef Tim Morse die wesentlichen Details, doch Mayer drückte die Transaktion im Verwaltungsrat durch. Damit hat die neue Chefin nicht nur eine Baustelle weniger, sondern kann auch ihre Aktionäre befriedigen, an die das Gros des Verkaufserlöses ausgeschüttet werden soll. Allen voran Hedgefond-Manager Daniel Loeb, der Mayers Vorgänger Scott Thompson stürzte und sich für seinen Fond Thirdpoint drei Sitze im Verwaltungsrat sicherte.
Vor allem aber hat Mayer die Moral unter den Yahoo-Mitarbeitern mit relativ simplen Mitteln wieder gehoben. Sie lobte die Ideen der hausinternen Entwicklungsabteilung, die sich unter ihren Vorgängern stiefmütterlich behandelt fühlten. Denn die – wie im Fall des Photoservice Flickr – kauften lieber von außen zu, als ein hauseigenes Projekt zu stützen. Entwickler fühlen sich von der an der Elite-Uni Stanford ausgebildeten Informatikerin ernst genommen. Yahoo-Mitarbeitern bekommen nun von ihrem Unternehmen moderne Smartphones gestellt.
Mayer führte Gratis-Mahlzeiten ein und nimmt ihr Essen demonstrativ gemeinsam mit ihren Mitarbeitern in der Cafeteria ein. Die Kosten für die freien Mahlzeiten sind zwar im Verwaltungsrat umstritten. Doch aus ihrer Erfahrung bei Google weiß Mayer, dass solche Gesten nicht nur die Moral unter den Mitarbeitern heben, sondern sich auch trefflich nach außen vermarkten lassen. Damit hat die Managerin gleich noch ein weiteres Problem gelöst. Im Silicon Valley wird Yahoo seit Mayers Amtsübernahme wieder wohlwollend gesehen und nicht mehr als schwindsüchtige und orientierungslose Internet-Ikone, der die Talente in Scharen davonlaufen, keine schnellen Entscheidungen treffen kann und deren verbliebenen Mitarbeiter ständig in Angst vor neuen Entlassungswellen leben müssen.
Der Glanz der jüngsten US-Konzernchefin hat auf Yahoo abgefärbt. Tatsächlich steht das Unternehmen wirtschaftlich weit besser da als sein Ruf. Der Konzern hat kaum Schulden, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr fünf Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Er agiert im Wachstumsmarkt Online-Werbung, auch wenn Mayers Vorgänger die Zuwächse nicht abschöpfen konnten. Vor allem aber zählt Yahoo noch immer monatlich rund 700 Millionen Besucher und ist damit eins der populärsten Angebote im Internet.
Dank des Teilverkaufs des asiatischen Tafelsilbers hat die neue Chefin sogar mehr finanziellen Spielraum. Zwar hat sie bereits angekündigt, 85 Prozent des Erlöses an die Yahoo-Aktionäre auszuschütten, wahrscheinlich in Form von Dividenden und Aktienrückkaufen. Doch mit dem Rest will sie gezielt zukaufen. Keine Mega-Akquisitionen, sondern die Übernahme von eher kleineren Unternehmen, mit deren Innovationen Yahoo seine Nutzer und Werbekunden enger an sich binden kann. In die Silicon Valley Startup-Szene ist Mayer dank ihrer 13jährigen Tätigkeit bei Google bestens verdraht, viele Gründer und Vorstandschef arbeiteten einst mit ihr oder für sie.
- Seite 1: Was die neue Yahoo-Chefin bereits bewegt hat
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