SAP hat wegen hoher Personalkosten weniger verdient

Quartalszahlen: Personalkosten drücken bei SAP den Gewinn

, aktualisiert 25. April 2017, 08:13 Uhr
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Die Personalkosten setzten die Quartalszahlen des Softwarekonzerns SAP unter Druck.

Trotz des gestiegenen Erlöses verdiente SAP im Vergleich zum Vorjahr unterm Strich weniger. Grund sind die hohen Personalkosten: Viele Gehälter sind an den Aktienkurs gekoppelt – und der steigt.


Hohe Managergehälter und Personalkosten haben bei Europas größtem Softwarehersteller SAP trotz eines Umsatzschubs im ersten Quartal den Gewinn gedrückt. Die Erlöse legten auch dank eines schwachen Vergleichsquartals im Vorjahr um zwölf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich verdiente SAP mit 530 Millionen Euro aber sieben Prozent weniger. Grund sei vor allem die aktienbasierte Vergütung für SAP-Mitarbeiter, sagte Finanzchef Luka Mucic.

SAP bietet seinen Beschäftigten Gehaltsbestandteile an, die sich am Aktienkurs orientieren. Gut 65 Prozent der Belegschaft habe an dem jüngsten Programm für aktienbasierte Vergütung teilgenommen, sagte Mucic. Die Kosten dafür seien im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um gut 250 Millionen Euro auf 363 Millionen Euro gestiegen.

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Ein Euro Kursgewinn bei der SAP-Aktie mache etwa 20 Millionen Euro an Mehrkosten aus. Der Kurs der Aktie hatte in den vergangenen zwölf Monaten um gut 20 Euro auf mehr als 90 Euro zugelegt – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Gehaltszettel. SAP-Chef Bill McDermott beispielsweise hatte für 2016 wegen dieser langfristigen Vergütungsbestandteile mit knapp 14 Millionen Euro für 2016 das höchste Gehalt in der Dax-Riege kassiert.

Gleichzeitig war die Mitarbeiterzahl im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 85.751 Beschäftigte weltweit gestiegen. Grund sei das stark wachsende Geschäft mit Mietsoftware, sagte ein Firmensprecher. Um das Feld auszubauen, hatte sich SAP in den vergangenen Jahren mit Milliardenübernahmen gerüstet, war zuletzt aber aus eigener Kraft gewachsen. Der neue Bereich soll in diesem Jahr bis zu vier Milliarden Euro einbringen. Im ersten Jahresviertel, traditionell das schwächste in der Softwarebranche, legten die Umsätze mit Mietsoftware um 34 Prozent auf 905 Millionen Euro zu.

Gleichzeitig verhandelt SAP derzeit mit dem Betriebsrat über ein weiteres Vorruhestands- und Abfindungsprogramm für den Bereich Services. Bei dem neuen Programm geht es laut Betriebsrat eigentlich darum, die Mitarbeiter fit für neue Technologien zu machen, die SAP mehr und mehr einsetzt. Wer sich nicht weiterbilden will, kann eine Abfindung nehmen. Der Bereich hat zuletzt weltweit mehr als 14.600 Mitarbeiter, am Ende dürfte das Programm aber Schätzungen zufolge für weniger als 1000 Mitarbeiter greifen. Der Konzern plane dafür bislang 250 bis 300 Millionen Euro ein, sagte Mucic. 2015 waren bei einem ähnlichen Programm weltweit rund 3000 Mitarbeiter gegangen.

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