Quartalszahlen: US-Geschäft wird für Telekom zum Milliardengrab

Quartalszahlen: US-Geschäft wird für Telekom zum Milliardengrab

Wegen hoher Abschreibungen auf die Krisentochter T-Mobile USA hat die Deutsche Telekom im dritten Quartal einen Fehlbetrag von fast sieben Milliarden Euro verbucht. Das ist der größte Quartalsverlust seit zehn Jahren.

Die Deutsche Telekom hat wegen Abschreibungen auf die Krisentochter T-Mobile USA einen Milliardenverlust verbucht. Im dritten Quartal sei ein Fehlbetrag von 6,9 Milliarden Euro angefallen, teilte die Telekom am Donnerstag mit. Die Belastungen sind Folge der geplanten Fusion der US-Tochter mit dem Rivalen MetroPCS, die Anfang Oktober bekannt gegeben wurde.

Nachteil des Deals: Da T-Mobile USA nicht mehr so hoch bewertet wird wie beim Einstieg, müssen 7,4 Milliarden Euro auf das Unternehmen abgeschrieben werden. Zusammen mit anderen Negativposten summieren sich die Sonderbelastungen für den Konzern im dritten Quartal auf insgesamt 7,8 Milliarden Euro.

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Der Quartalsverlust ist der größte für die Telekom seit zehn Jahren. Im dritten Quartal 2002 fuhr der ehemalige Staatskonzern knapp 21 Milliarden Euro Verlust ein. Grund war auch damals das US-Geschäft - hauptsächlich auf T-Mobile USA mussten damals 19 Milliarden Euro abgeschrieben werden. Der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer hatte 2001 für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream 40 Milliarden Euro gezahlt.

Wie Obermann das Vertrauen verspielt

  • Umsatzentwicklung 2006-2011

    Der Umsatz ging von 61,3 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 zurück. Damit fiel der Umsatz innerhalb von fünf Jahren um 4,3 Prozent.

  • Konzernüberschuss 2006-2011

    Der Konzernüberschuss ging von 3,2 Milliarden Euro auf 0,6 Milliarden Euro zurück. Damit fiel er seit Obermanns Amtsantritt um mächtige 82 Prozent.

  • Kurs der T-Aktie 2006-2012

    Die Aktie der Telekom verlor zwischen 2006 und 2012 satte 35 Prozent. Sie startete 2006 mit 13,50 Euro, derzeit liegt sie bei rund 8,80 Euro.

Telekom-Chef René Obermann verteidigte am Donnerstag die teuren Fusionspläne. "Wir haben im vollen Bewusstsein der buchhalterischen Konsequenzen eine zukunftsweisende Entscheidung für unser US-Geschäft getroffen", erklärte Obermann. Wer nun nur auf das tiefrote Konzernergebnis schaue, übersehe, dass das operatives Geschäft voll auf Kurs sei.

Für die Telekom ist die Fusion mit dem Regionalanbieter MetroPCS nur die zweitbeste Lösung. Eigentlich wollte die Bonner T-Mobile USA - Nummer vier in dem Land - im vergangenen Jahr für 39 Milliarden Dollar an den Telekomriesen AT&T verkaufen. Die US-Wettbewerbsbehörden stoppten die Transaktion.

Aufholjagd im US-Markt T-Mobiles neue Frust-Fusion

T-Mobile will mit dem amerikanischen Konkurrenten MetroPCS zusammengehen. Wer denkt, dass im krisengeschüttelten US-Geschäft nun alles gut wird, irrt gewaltig.

Ohne Zugpferd - T-Mobile-Shops sollen mit Billigtarifen ohne Vertrag Kunden anlocken Quelle: REUTERS

Der Vorstand des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns hält trotz des Milliardenverlusts an seinen Versprechen für 2012 fest: Wie geplant solle eine Dividende von 70 Cent je Titel gezahlt werden. Das freut vor allem den Bund, der gut 30 Prozent der Aktien hält. Auch zur Geschäftsprognose steht die Telekom: Bei einem Free Cash Flow von sechs Milliarden Euro soll das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) in diesem Jahr 18 Milliarden Euro erreichen. In den ersten neun Monaten wurden davon 14,1 Milliarden Euro erreicht.

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