Quartalszahlen zeigen stagnierenden Umsatz: Apple macht deutlich weniger Gewinn

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Quartalszahlen zeigen stagnierenden Umsatz: Apple macht deutlich weniger Gewinn

von Matthias Hohensee

Apple ist kein Wachstumsunternehmen mehr. Anleger spekulieren auf neue Impulse durch die angestaute Nachfrage. Doch Konzernchef Cook deutet schon an, dass sie noch etwas länger warten müssen.

In knapp einem halben Jahr werden wieder die Rückblicke auf das Jahr verfasst. Der von Apple könnte so lauten:

Nach einer historischen Dürre-Periode ohne neue Produkte gelang Apple im Herbst die Umsatz-Trendwende dank neuem iPhone mit verbessertem Display, Kamera und Akku sowie einem leichteren iPad dank Einsatz neuer Materialien. „Wir sind unheimlich stolz“, sagte Konzernchef Tim Cook. „Wir haben nun sogar noch großartigere Produkte“, ergänzte Marketingchef Phil Schiller. „Wir wissen nicht mehr wohin mit dem Geld und haben alle Steuerspar-Möglichkeiten ausgereizt“, verriet Finanzchef Peter Oppenheimer.

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Allerdings stieß das neu gestaltete Betriebssystem iOS 7 auf Kritik, weil es zur sehr an Windows 8 erinnerte. Außerdem verärgerte der Konzern seine Kunden durch Lieferschwierigkeiten, weil sich durch das lange Warten zu viel Nachfrage angestaut hatte. Die Aktie hatte im Spätsommer angezogen. „Ich war schon fast ins Zweifeln gekommen“, gestand der prominente Apple-Beobachter Gene Munster vom Investmenthaus Piper Jaffray ein. Der von ihm prognostizierte Kurs von 1000 Dollar soll nun statt im Frühjahr 2014 erst 2015 erreicht werden. Aber nur, falls Apple 2014 endlich das lang erwartete „one more thing“ präsentiert – ein tatsächlich marktveränderndes Produkt in der Liga eines Steve Jobs und nicht nur Updates von bestehenden Produktlinien. „Wir arbeiten mit Laser-Fokus an fantastischen Produkten“, ließ Cook alle Nachfragen abprallen.

Tablet-Bildschirme Apple testet XXL-Displays für iPhone und iPad

Apple experimentiert mit größeren Bildschirmen für seine iPhone und iPad-Tablets. Der Konzern habe Prototypen von Handy-Displays mit einer Diagonale über 4 Zoll sowie Tablet-Bildschirmen von knapp 13 Zoll geordert.

Apple testet größere Displays. Quelle: dpa

Zurück zur Gegenwart. Dort steckt Apple noch immer in der Update-Langeweile fest, die Cook dem Konzern verordnet hat. Die Folgen lassen sich in den am Dienstag vorgelegten Zahlen des vergangenen Quartals ablesen.

Apple ist kein Wachstumsunternehmen mehr. Es steckt quasi in der Stagnation. Von April bis Ende Juni setzte der kalifornische Hightech-Konzern 35,3 Milliarden Dollar um. Gerade mal ein knappes Prozent mehr als im Vorjahres-Zeitraum. Rund die Hälfte des Umsatzes entfiel auf das iPhone (18,1 Milliarden Dollar), von dem Apple 31,2 Millionen Stück verkaufte und damit 20 Prozent mehr als im zweiten Kalenderquartal 2012. Der Absatz von iPads sowie Macs ging hingegen zurück.

Wer den Markt der Smartphones regiert

  • Apple

    Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

  • Samsung

    Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

  • Nokia

    Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

  • RIM

    Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

  • HTC

    Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

  • Motorola

    Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

  • Sharp

    Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

  • Andere

    Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Der Mini-Zuwachs beim Gesamtumsatz gelang nur, weil die Amerikaner (+12 Prozent) und die Japaner (+27 Prozent) ihre Geldbeutel stärker für iPhones, iPads und Macs öffneten. Im Gegensatz zum Rest von Asien sowie Australien mit einem erstaunlichen Einbruch (-32 Prozent) und einem nicht überraschenden Rückgang in Europa (-8 Prozent). Der Apple Gewinn sank um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum, liegt aber trotzdem bei beachtlichen 6,9 Milliarden Dollar.

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