Quellcode-Weitergabe: Apple öffnet China Tür und Tor

Quellcode-Weitergabe: Apple öffnet China Tür und Tor

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Ein Käufer präsentiert stolz sein iPhone Wangfujing.

von Niklas Dummer

Apple soll den Quellcode für seine iPhone-Software an die chinesische Regierung gegeben und im Gegenzug Zugang zum chinesischen Markt erhalten haben. Sollte das stimmen, wären nicht nur chinesische Nutzer gefährdet.

China ist zum wichtigsten Markt für Apples iPhone geworden. Laut einem Bericht der Financial Times hat Apple dort im vergangenen Jahr erstmals mehr iPhones verkauft als in den USA. Apple will dort weiter wachsen. Erst am Samstag hatte der US-Konzern in der chinesischen Millionen-Metropole Hangzhou den größten Apple-Stores Asiens eröffnet. Noch vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar sollen weitere fünf Apple-Stores mit dem Verkauf starten – so dass es insgesamt 20 in China gibt.

China ist Apples Zukunftsmarkt, doch für den Zugang zahlt der US-Konzern einen hohen Preis. Nach einem Bericht der chinesisch-sprachigen Website Beijing News, hat der US-Konzern den chinesischen Behörden Zugriff auf seinen Quellcode für das iPhone gegeben.

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Demnach hat Apple-Chef Tim Cook im Dezember vergangenen Jahres dem chinesischen Chef des State Internet Office und stellvertretender Chef der Propagandaabteilung der KP, Lu Wei, zugesichert, „Sicherheitschecks“ bei allen Apple Produkten durchführen zu dürfen, die in China verkauft werden.

Nicht nur chinesische Nutzer wären betroffen

Zuvor hatten Vertreter der chinesischen Regierung Apple immer wieder vorgeworfen, mit Geheimdiensten zu kooperieren – deswegen sei das iPhone eine „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ und die Bürger. Auch Microsoft musste sich solche Vorwürfe gefallen lassen.

Cook dementierte umgehend Gerüchte, denen zufolge Apple Daten an Dritte weitergebe, mit staatlichen Einrichtungen kooperiere oder Hintertüren in seine Software einbaue. „Wir hatten niemals Hintertüren und werden niemals welche haben.“

Lu Wei soll laut den Beijing News zu Cook gesagt haben, Apple müsse seine Produkte durch seine Behörde unterziehen lassen. Apple werde „voll kooperieren“, damit chinesische Kunden sich „jederzeit sicher“ fühlten – auch wenn sie Apple-Produkte nutzten.

Sollte Apple im Rahmen dieser „Kooperation“ wirklich den Quellcode gegenüber den chinesischen Behörden offengelegt haben, hätte das weitreichende Konsequenzen – nicht nur für chinesische Nutzer.

So sagte ein unter dem Pseudonym Percy Alpha bekannter Netzaktivist und Gründer des Anti-Zensur-Watchdog GreatFire gegenüber Quartz: „Sollte Apple den Quellcode an die chinesische Regierung ausgeliefert haben, hat diese Einblick in die Funktionsweise der Apple-Software.“

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