Reed Hastings: Netflix gewinnt fast fünf Millionen Nutzer hinzu

Reed Hastings: Netflix gewinnt fast fünf Millionen Nutzer hinzu

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Der Dienst will bis Ende 2016 weltweit verfügbar sein.

Der Fokus auf Eigenproduktionen scheint sich für den Videodienst Netflix auszuzahlen. Im vergangenen Quartal stieg die Kundenzahl deutlich. Der starke Dollar drückt allerdings auf den Gewinn.

Der Online-Videodienst Netflix verzeichnet dank eigener Serien wie „House of Cards“ und der rasanten internationalen Expansion einen kräftigen Kundenzulauf. Im ersten Quartal 2015 stieg die Nutzerzahl um rund 4,9 Millionen auf weltweit über 62 Millionen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar (1,47 Mrd Euro). Der Gewinn sank hingegen von 53,1 auf 23,7 Millionen Dollar, wie Netflix nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Ein Grund dafür war der starke Dollar, der die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger erscheinen lässt.

Wissenswertes über Netflix

  • Alternative zu Videotheken

    Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

  • Online-Dienst als zweites Standbein

    2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

  • Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

    Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

  • Einladung zum „Binge Watching“

    Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

  • Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

    Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Das internationale Geschäft brachte einen operativen Verlust von 65 Millionen Dollar ein - im Vorjahresquartal waren es noch 35 Millionen Dollar gewesen. Für das laufende Vierteljahr rechnet Netflix sogar mit einem Minus von 101 Millionen Dollar. Der Dienst startete zuletzt im März in Australien und Neuseeland und will bis Ende 2016 weltweit verfügbar sein. Im Heimatmarkt verdiente Netflix 312 Millionen Dollar - über 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den USA hat der Dienst 41,4 Millionen Kunden, im vergangenen Vierteljahr kamen knapp 2,3 Millionen dazu. In bisher mehr als 50 Ländern außerhalb der USA kommt Netflix nach einem Zuwachs von 2,6 Millionen Nutzern auf knapp 20,9 Millionen Kunden. Das Plus übertraf die Prognosen. Die Anleger reagierten begeistert: Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um fast zwölf Prozent zu. Der Kurs steuert damit auf einen Höchststand bei über 530 Dollar zu. Netflix plant einen Aktiensplit.

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Die wichtigsten Anbieter im Online-Fernsehen

  • Netflix

    Unternehmen: Netflix

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 95,88–107,88

    Stärke: Viele exklusive Filme und Serien, bewährte Technik, starke Kooperationspartner

    Schwäche: Wenig aktuelle Filme, anfangs relativ kleines Angebot

    Wichtigste Serien: House Of Cards, Orange Is The New Black, Hemlock Grove

    Quelle: Unternehmen

  • Entertain

    Unternehmen: Deutsche Telekom

    Streamingkosten (in € pro Jahr): ab 359,40*

    Stärke: Auch über Satellit nutzbar, teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Nur im Paket mit Telefon und Internet, lange Vertragsbindung

    Wichtigste Serien: Sherlock, The Mentalist, How I Met Your Mother

    * inklusive Telefon und Internet-Anschluss

  • Amazon Prime Video

    Unternehmen: Amazon
    Streamingkosten: Neben einer Jahresgebühr von 49 Euro ist Amazon Prime Video auch im monatlich kündbaren Abo für 7,99 Euro verfügbar
    Stärke: Exklusive Filme und Serien, Gratislieferung von Amazon-Bestellungen, auf mobilen Endgeräten ohne Online-Verbindung nutzbar
    Schwäche: Nicht alle Titel lassen sich für die Offline-Wiedergabe speichern, nicht alle Filme und Serien im Sortiment
    Wichtigste Serien: The Man in the High Castle, Mozart in the Jungle, Transparent, Mr. Robot, Fear the Walking Dead, Lucifer, Preacher, The Night Manager

  • iTunes

    Unternehmen: Apple

    Streamingkosten (in € pro Jahr): Bezahlung pro Download

    Stärke: Sehr breites Angebot, Serien direkt nach US-Ausstrahlung, Kauf ab 99 Cent

    Schwäche: Nur Kauf und Miete

    Wichtigste Serien: True Detective, Sleepy Hollow, The Strain, Downton Abbey

  • Maxdome

    Unternehmen: ProSieben-Sat.1

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 95,88

    Stärke: Großes Angebot, Serien direkt nach US-Ausstrahlung, Kaufvideos, teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Aktuelle Filme und Serien nur Zuzahlung

    Wichtigste Serien: Under The Dome, Hannibal, Sons Of Anarchy, Bitten, Hawaii Five-O

  • Sky Snap

    Unternehmen: Sky

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 47,88

    Stärke: Niedriger Preis; auch Originalfassungen, gegen Aufpreis teilweise ohne Internet-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Begrenztes Angebot, wenig Aktuelles

    Wichtigste Serien: Game Of Thrones, Alcatraz, Die Sopranos, The Walking Dead

  • Whatchever

    Unternehmen: Vivendi

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 107,88

    Stärke: Teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Begrenztes Angebot, wenig Aktuelles

    Wichtigste Serien: Mad Men, The Wire, Lilyhammer, The Mentalist, Torchwood

  • YouTube

    Unternehmen: Google

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 0

    Stärke: Gratis, fast unendliches Angebot

    Schwäche: Wenig aktuelle und hochwertige Filme

    Wichtigste Serien: Tatort, Schimanski, Kanäle von Komödianten wie Y-Titti, LeFloid

Netflix-Chef Reed Hastings führte das Wachstum der Nutzerzahlen auf die Popularität von Eigenproduktionen zurück. In den vergangenen Monaten startete die dritte Staffel der Polit-Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey sowie neue Serien wie „Unbreakable Kimmy Schmidt“ und „Bloodline“. Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Inhalte und verpflichtete unter anderem Adam Sandler für vier Filme. In Deutschland, wo Netflix im vergangenen Herbst an den Start ging, wird „House of Cards“ allerdings zunächst beim Bezahlsender Sky gezeigt.

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Für das laufende Quartal rechnet Netflix mit langsamerem Wachstum mit einem Plus von 600.000 Kunden in den USA und 1,9 Millionen im Ausland. Netflix ist ein Streaming-Dienst, bei dem die Filme und Serien direkt aus dem Internet laufen. Die Nutzer zahlen dafür eine Abo-Gebühr. Zum Konzern gehört auch noch ein Online-DVD-Verleih, der aber an Bedeutung verliert.

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