Rekordquartal: Microsoft punktet mit guten Zahlen

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Rekordquartal: Microsoft punktet mit guten Zahlen

von Matthias Hohensee

Obwohl der PC-Markt weiter schrumpft, wächst Microsoft dank gutem Geschäft mit Firmenkunden. Die Aktie legte kräftig zu. Doch der Jubel könnte verfrüht sein.

Geringe Erwartungen schüren, um dann mit wesentlich besseren Zahlen zu glänzen - diese Strategie fuhr Apple viele Jahre bei seinen Quartalszahlen. Was bei Apple in jüngster Zeit nicht mehr richtig funktionierte, klappt dafür jetzt bei Microsoft. Am Donnerstagnachmittag überraschte der weltgrößte Softwarekonzern seine Aktionäre mit Quartalszahlen, die weit über den Erwartungen der Analysten lagen. Im Geschäftsquartal von Juli bis September gelang es Microsoft nicht nur, den Umsatz um 16 Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu steigern. Der Gewinn legte sogar um 17 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten nicht damit gerechnet, dass Microsoft die Umsatzmarke von 18 Milliarden Dollar überspringen würde. Im nachbörslichen Handel legte Microsofts Aktie sechs Prozent zu.

Zuletzt hatten die Wettbewerber IBM und Oracle mit schwachen Zahlen enttäuscht. Zudem hätte man sogar verstehen können, wenn Microsofts Verkaufstruppe abgelenkt gewesen wäre. Denn die Mitarbeiter des Softwarekonzerns mussten im vergangenen Quartal nicht nur die Nachricht des überraschenden Rückzugs ihres langjährigen Konzernchefs Steve Ballmer verkraften, für den bis spätestens Frühsommer ein Nachfolger gefunden werden muss. Von der bevorstehenden Eingliederung des Handy-Herstellers Nokia ganz zu schweigen. Zudem befinden sie sich gerade in der größten Umorganisation in Microsofts Geschichte. Die große Frage ist, ob diese Unsicherheit sich erst im derzeit laufenden Quartal zeigen wird.

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Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Start des viel gescholtenen Windows 8 schickt Microsoft seinem aktuellem Betriebssystem ein umfassendes Update hinterher. Lohnt sich der Umstieg auf Windows 8.1?

Microsoft präsentiert Windows 8.1 und räumt mit einigen Problemen des Vorgängers auf. Quelle: dpa

Weitaus schwerer wiegt, dass der PC-Markt seit anderthalb Jahren schrumpft und laut dem Marktforschungsunternehmen IDC im dritten Quartal um acht Prozent nachgab.

Im boomenden Geschäft mit Tablets und Smartphones, das traditionelle Computer bei Stückzahlen im vergangenen Jahr überholte, kommt Microsoft  immer noch nur auf klägliche Marktanteile von zwischen drei und vier Prozent. Alles nachvollziehbare Gründe für schwächere Quartalszahlen. Stattdessen ist genau das Gegenteil eingetreten. Der Jubel ist berechtigt. Doch er könnte verfrüht sein.

Die Ergebnisse zeigen das Paradoxon – Dilemma kann man es nicht nennen – in dem Microsoft steckt. Denn obwohl das Herüberretten der einstigen Domäne bei Desktop-PCs und Notebooks in Smartphones und Tablets nicht gelang und das einstige Schlachtross Windows auch in neuem Gewand schwächelt, ist der Konzern wirtschaftlich so stark wie nie. Das liegt daran, dass Ballmer sein Unternehmen in den 13 Jahren seiner Amtszeit stark auf Firmenkunden fokussiert und mit Server-Software und Cloud-Dienstleistungen einen neuen und florierenden Geschäftszweig etabliert hat. Etwa 11,2 Milliarden der 18,5 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Quartal entfielen aufs Unternehmensgeschäft. Bei dem die Profitmargen im Gegensatz zum heiß umkämpften Smartphone- und Tablet-Geschäft wesentlich höher sind. Das Privatkundengeschäft, das um sieben Prozent zurückging, steuerte hingegen nur etwa 4,3 Milliarden Dollar zum Umsatz bei.

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