Research in Motion: Todesspirale oder nur ein Abwärtstrend?

Research in Motion: Todesspirale oder nur ein Abwärtstrend?

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RIM-Chef Thorsten Heins gibt zu, dass auf das Unternehmen eine schwere Zeit zukommt - Aber noch sieht er nicht alles verloren

von Michael Kroker

Thorsten Heins, Chef von Research in Motion, sieht den Blackberry-Hersteller trotz aller Probleme nicht dem Untergang geweiht. Zudem erteilt erteilt er im Interview einem Wechsel auf ein mobiles Betriebssystem von Google oder Microsoft eine Absage.

Nach den jüngsten, dramatisch schlecht ausgefallenen Quartalszahlen des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) habe ich unter der zugegebenermaßen reißerischen Überschrift “Eine tickende Zeitbombe – die jetzt explodiert ist” die schwierige Situation der Kanadier hier im Blog näher beleuchtet. Denn im Prinzip hat RIM bis heute keine Antwort auf die Einführung des iPhones vor fünf Jahren gefunden – entsprechend hat die Aktien in jenem Zeitraum um 89 Prozent an Wert verloren.

Das freilich wollte der 54-jährige Deutsche, der seit Januar dieses Jahres als Vorstandschef an der Spitze von RIM steht, so nicht unkommentiert stehen lassen. Ende vergangener Woche habe ich daher ein Interview mit Heins führen können, um seine Sicht der Dinge zum Zustand des Unternehmens und zu seinen Plänen in den kommenden Monaten zu erfahren. Im Folgenden der Wortlaut unseres Gesprächs:

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WirtschaftsWoche: Herr Heins, RIM hat das zweite Quartal in Folge rote Zahlen geschrieben, der Umsatz ist allein im jüngsten Quartal um mehr als 40 Prozent eingebrochen, der Marktanteil bei Smartphones im freien Fall – laut Ihrer Aussage befinde sich RIM dennoch nicht in einer „Todesspirale“. In was dann?

Ich bezeichne unseren Zustand als eine massive Übergangssituation, durch die das Unternehmen gerade hindurch geht. Man baut ja nicht jedes Jahr eine neue Plattform. Wir wollen mit Blackberry 10 eine Plattform für mobile Computing in den kommenden Jahren schaffen – das ist eben eine andere Herausforderung als ein Upgrade von Version 6 auf Version 7. Wir können damit künftig nicht nur Smartphones, sondern auch Tablets bauen und RIM in neue Geschäftsfelder wie Connected Cars oder Maschine-zu-Maschine-Kommunikation zu führen. Das werden wichtige Themen in den nächsten zehn Jahren. Daher haben wir uns entschieden, die Firma durch diese Übergangsphase hindurchzuführen, um dann in diesen Märkten partizipieren zu können.

Dennoch: Ihre aktuellen Zahlen mit dem eindeutigen Abwärtstrend sehen schon eher nach Todesspirale aus.

Dass der aktuelle Übergang extrem herausfordernd für unsere Firma und alle Mitarbeiter, aber auch für unsere Kunden ist, leugne ich nicht. Als Todesspirale bewerte ich die Situation trotzdem nicht; die würde ich dann sehen, wenn ich auf dem aktuellen Blackberry-Betriebssystem die nächsten zehn Jahre gestalten müsste. Dann wäre ich besorgt über die Zukunft der Firma. Ja, die nächsten Quartale werden eine Herausforderung für das Unternehmen – aber ich bin auch sicher, dass wir da durchkommen werden.

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