Restrukturierung und Markenimage: Wie Blackberry seine Marke über die Krise retten will

Restrukturierung und Markenimage: Wie Blackberry seine Marke über die Krise retten will

Die gerade veröffentlichten Quartalszahlen zeigen: Es liegt noch viel Arbeit vor dem angeschlagenen Smartphone-Hersteller. Damit Blackberry zurück in die Erfolgsspur kommt, müssen die Kanadier dringend ihren Markenwert sanieren. Die ersten Schritte sind getan.

Beantwortet heute jemand zwischen zwei Meetings noch schnell eine E-Mail auf dem Blackberry, ist das fast ein bisschen peinlich. Denn jeder weiß, dass das Unternehmen um sein Überleben kämpft, weil die letzten Produkte fatal floppten. Monatelang kam der einstige Smartphone-Pionier nicht aus den Negativ-Schlagzeilen und innerhalb eines Jahres wurde aus verpassten Produkttrends ein handfester Restrukturierungsfall. Nun legte das Unternehmen seine aktuellen Quartalszahlen vor. Doch Blackberry-Chef John Chen hat die Antwort auf die entscheidende Frage noch nicht geliefert. Sie lautet: Welchen Wert hat die Marke Blackberry noch?

Die Spirale in den Abgrund

Anzeige

Ein Imageschaden ist bei Restrukturierungen kaum abzuwenden. Doch so weit wie bei Blackberry, hätte es nicht kommen müssen. Verliert ein Unternehmen den Anschluss am Markt, kommt eine unaufhaltsame Lawine ins Rollen: Der Misserfolg wird zum Dauerthema in den Medien, Investoren, Analysten und Kunden verlieren das Vertrauen in das Unternehmen, der Umsatz bricht ein. All das türmt sich auf und reißt letztlich die ganze Unternehmensidentität mit ins Tal. Je mehr dabei die Marke an Wert verliert, desto weniger Geld lässt sich damit tragischerweise noch einfahren. Sie zu retten, ist gerade deshalb von Anfang an so wichtig.

Smartphone-Hersteller Blackberry steckt in der Verlustzone fest

Blackberry kommt nicht aus den roten Zahlen: Auch im vierten Geschäftsquartal fuhr das Unternehmen dreistellige Millionenverluste ein. Im Gesamtjahr häufte sich so ein Schuldenberg von fast sechs Milliarden Dollar an.

Der kanadische Handyhersteller Blackberry hat weiter Verlust gemacht. Quelle: dpa

Den Zeitpunkt für Korrekturen verpasst

Bei Blackberry nahm die Lawine im Juni 2013 Fahrt auf: Auf der Pressekonferenz zum Quartalsabschluss verteidigte die Konzernspitze die neuen Produkte trotz schlechter Absatzzahlen und hinterließ damit den Eindruck, die Lage des Unternehmens nicht im Griff und keinen Plan für die Zukunft zu haben. Der Börsenkurs des Unternehmens schoss in den Keller – zu lange hatte man gehofft, doch noch ohne öffentliches Aufsehen den Abwärtstrend zu stoppen. Das Prinzip Hoffnung hält die Führungsriege global operierender Unternehmen genauso am Leben, wie den Kleinunternehmer von nebenan.

Wenn gute Neuigkeiten zu bad news werden

Für die Marke ist das ein Desaster. Denn die Kommunikation ist entscheidend, damit Kunden und Investoren eine Marke als glaubwürdig empfinden. Wenn die prekäre Unternehmenslage erst nach und nach ans Licht kommt, gewinnen Gerüchte und Halbwahrheiten die Oberhand. Anstatt im Hintergrund einen neuen Kurs einzuschlagen, der schnell positive Ergebnisse vorweist, häuften sich die Kommunikationspannen bei Blackberry nach der fatalen Pressekonferenz. Immer wieder sah es so aus, als würde sich das Unternehmen unter dem Druck der Öffentlichkeit rechtfertigen. So verpufften selbst gute Nachrichten, wie die Bekanntgabe eines konkreten Restrukturierungsplans, wirkungslos.

Heute ist bewiesen, dass der damalige Plan in der Lage war, die Situation des Unternehmens grundlegend zu verbessern. Das war die absolute Bedingung für ein Fortführen des Unternehmens – und gleichzeitig ein großer Verdienst des alten CEO Thorsten Heins. Aus seinem Munde wollte dies freilich keiner mehr hören, war das öffentliche Vertrauen durch die vorherigen Kommunikationspannen doch völlig zerstört.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%