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RIM: Bei Blackberry droht eine Entlassungswelle

Quelle: dpa

Der angeschlagene Blackberry-Hersteller Research in Motion kommt nicht gegen die übermächtigen iPhone- und Android-Geräte an. Tausenden Mitarbeitern droht die Entlassung, genaue Zahlen wurden bislang nicht genannt.

Research In Motion Blackberry Quelle: dapd
Ein Mann steht mit einem Regenschirm vor dem Campus von Research In Motion in Waterloo, Kanada. Schätzungen zufolge könnten 2000 bis 6000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Quelle: dapd

Beim angeschlagenen Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) rollt die befürchtete Entlassungswelle an. Die einst so beliebten E-Mail-Maschinen verkaufen sich nach dem Siegeszug von Apples iPhone und den Android-Smartphones immer schlechter. Das Management reagiert mit einem drastischen Sparprogramm. Die ersten Stellen seien bereits gestrichen worden, bestätigte eine Firmensprecherin am Mittwoch. "RIM will im Laufe dieses Geschäftsjahres die Effizienz deutlich steigern und die operativen Kosten senken", erklärte sie auf Anfrage.

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Mindestens 1 Milliarde US-Dollar (790 Mio Euro) sollen eingespart werden. "Die Reduzierung der Belegschaft ist Teil dieser Initiative." Der aus Deutschland stammende RIM-Chef Thorsten Heins hatte Ende Mai grundsätzlich angekündigt, dass Stellen wegfallen werden. Unklar ist weiterhin, wie viele Mitarbeiter am Ende gehen müssen. Das kanadische Unternehmen nennt bislang keine Zahlen. Die Spekulationen in nordamerikanischen Medien und bei Analysten rangieren von 2000 bis zu 6000. RIM beschäftigte Anfang März noch 16.500 Mitarbeiter.

Eine erste Kündigungswelle im vergangenen Jahr hatte bereits rund 2000 Jobs gekostet. Zwischenzeitlich mussten unter dem Druck der unzufriedenen Aktionäre auch mehrere hochrangige Manager gehen - darunter das einstige Führungsduo Jim Balsillie und Mike Lazaridis. Die beiden hatten die Marke Blackberry aufgebaut.

Die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg will das Personal in der Landesverwaltung weiter reduzieren. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" stehen in der Landesverwaltung 5000 Stellen zur Disposition - zusätzlich zu den 11 .600 Lehrerstellen, die eingespart werden müssen. Nach Berechnungen des Finanzministeriums brächten die Stellenstreichungen einen Gesamteinsparbetrag von 236 Millionen Euro. Kürzungen plant Finanzminister Nils Schmid (SPD) auch durch eine Zentralisierung der Informations- und Kommunikationstechnik, die in einem Landesbetrieb zusammengefasst werden soll. Im Etat klafft derzeit eine strukturelle Deckungslücke von 2,5 Milliarden Euro.

Bild: dapd

Über Jahre war das multifunktionale Handy mit der legendären Tastatur ein Statussymbol der Manager. Der Markteintritt von Apple mit seinem iPhone im Jahr 2007 veränderte jedoch alles: Plötzlich war der berührungsempfindliche Bildschirm das Maß der Dinge, und kleine Zusatzprogramme - sogenannte Apps - eroberten die Handys im Sturm. RIM konnte mit seinen Blackberrys nicht Schritt halten.

Der einstige Siemens-Manager Heins hatte Anfang des Jahres das Ruder bei RIM übernommen und setzt nun große Hoffnung auf das neue Betriebssystem Blackberry 10. Damit will das Unternehmen technologisch zur Konkurrenz aufschließen. Eine Vorabversion wurde auf einer Entwicklermesse Anfang Mai gezeigt, nach mehrfacher Verzögerung soll es Ende des Jahres auf den Markt kommen. Den Marktforschern vor Gartner zufolge schrumpfte der Blackberry-Anteil am Smartphone-Geschäft im ersten Kalenderquartal auf 6,9 Prozent - von 13 Prozent noch ein Jahr zuvor.

RIM versucht aktuell, mit Preissenkungen und einem Schwerpunkt auf Schwellenländer wie Indien gegenzusteuern, wo sich viele Kunden kein iPhone leisten können. Die Preisabschläge zusammen mit den Verkaufsrückgängen sorgen jedoch für schlechte Ergebnisse. Das Unternehmen will bei der Vorlage der nächsten Quartalszahlen am Donnerstag kommender Woche (28. Juni) nähere Einzelheiten zum Umbau bekanntgeben. Konzernchef Heins hatte eine lange Durststrecke vorausgesagt und für das Quartal einen neuerlichen Verlust angekündigt.

Investmentbanker sollen nun helfen, Wege aus der Krise zu finden. Selbst ein Verkauf des Unternehmens scheint möglich. Die Aktie liegt am Boden.

Quelle: dpa
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