RIM im Abschwung: Blackberry-Niedergang zwingt Chefs zu Nullrunde

RIM im Abschwung: Blackberry-Niedergang zwingt Chefs zu Nullrunde

, aktualisiert 16. Dezember 2011, 10:26 Uhr
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Mike Lazaridis, einer der Chefs von Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM).

Quelle:Handelsblatt Online

Die Verkäufe des Smartphone-Pioniers RIM schwächeln, der Gewinn fällt und die Einführung des neuen Smartphone-Modells verzögert sich. Wie schlimm es um den Konzern steht, zeigt nun eine ungewöhnliche Aktion der Chefs.

Waterloo/TorontoEs steht nicht gut um Research in Motion (RIM). Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern und der erfolglose Ausflug ins Geschäft mit Tablet-PCs hat viel Geld verbrannt. Der Druck auf die Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie wächst. Um zu zeigen, wie sehr sie sich bemühen, dem Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen, haben sie nun ihren Jahreslohn radikal auf je einen Dollar gekürzt.

Die letzten Quartale seien die „schwierigsten“ in der jüngeren Geschichte des Unternehmens gewesen, erklärte Balsillie am Donnerstag bei Vorlage der jüngsten, einmal mehr enttäuschenden Quartalszahlen. „Unsere Anteilseigner könnten das Gefühl haben, dass wir nicht unser Bestes gegeben haben.“ Er versprach, die Führung werde auf der Suche nach den nötigen Änderungen „jeden Stein umdrehen“.
Research in Motion musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. RIM wies für das Quartal, das mit dem 26. November endete, einen Gewinn von 265 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) aus, ein Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro).

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Der Blackberry-Hersteller fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf elf Millionen bis zwölf Millionen Stück einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der E-Mail-Maschinen rausgegangen. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab.

Nach diesem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um sieben Prozent auf ein neues Jahrestief von 14 Dollar. So billig war das RIM-Papier zuletzt Anfang 2004. Der Smartphone-Boom trieb die Aktie in der Spitze auf mehr als 140 Dollar. Diese Zeiten sind jedoch seit dem Siegeszug von iPhone und Android vorbei. Nach Daten des Marktforschers Gartner ist der Blackberry-Anteil an den Verkäufen zuletzt von 15,4 auf 11,0 Prozent gefallen.


Neue Smartphones verzögern sich

Die beiden Konzernchefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Das Führungsduo hofft darauf, dass ein neues Handy-Betriebssystem namens Blackberry 10 die Kunden zurückbringt. Es soll benutzerfreundlicher sein.

Allerdings hat RIM eine deutliche Verzögerung bezüglich der Markteinführung des neuen Smartphones eingeräumt. Für das geplante Modell Blackberry 10 würden hochkomplexe Chips benötigt, die erst Mitte 2012 zur Verfügung stünden, sagte Co-Vorstand Mike Lazaridis am Donnerstag. Das für die Zukunft des Unternehmens maßgebliche Produkt könne daher erst ab Ende des kommenden Jahres ausgeliefert werden.

Im dritten Geschäftsquartal, das im November endete, waren die Verkäufe im Jahresvergleich leicht auf 14,1 Millionen geschrumpft. Der Umsatz ging um 6 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro) zurück. „Wir glauben aber weiterhin, dass RIM die richtige Mischung aus Stärken und Fähigkeiten besitzt, um auch weiterhin eine führende Rolle in der Mobilfunkbranche einzunehmen“, erklärten die Firmenchefs.

Zuletzt hatten sich die Flops gehäuft: Ein tagelanger Ausfall der E-Mail-Systeme führte zu großem Frust bei den annähernd 75 Millionen Blackberry-Nutzern. Und der als iPad-Rivale geplante Tabletcomputer Playbook fand zu seinem Ursprungspreis von 500 Dollar kaum Käufer. Erst dank Angeboten in den USA von 199 Dollar konnten am Ende im Quartal zumindest 150 000 Playbooks losgeschlagen werden.

Der Wertverlust drückte allerdings den Konzerngewinn. In den drei Monaten bis zum 26. November sei der bereinigte Gewinn um 27 Prozent auf 667 Millionen Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Darin nicht enthalten seien massive Abschreibungen wegen nicht verkaufter Tablet-PCs vom Typ PlayBook oder Kosten im Zusammenhang mit der weltweiten Betriebsstörung im Oktober.

Quelle:  Handelsblatt Online
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