Riskante Wette: Warum Apple seine Software verschenkt

ThemaApple

Riskante Wette: Warum Apple seine Software verschenkt

von Thomas Kuhn

Apple will sein Betriebssystem und wichtige Programme künftig verschenken. In der Computerwelt, in der fast nur noch Software nennenswerte Margen liefert, scheint das selbstmörderisch. Ist es das?

Im Trubel um die jüngst präsentierten neuen iPhones und iPads haben viele Fans und professionellen Beobachter eine weitere, wichtige Ankündigung von Apple nicht so recht wahrgenommen. Und das, obwohl die Neuigkeit auf lange Sicht viel größere Bedeutung für den Konzern aus Cupertino bekommen könnte, als die Frage, wie viel leichter das neue iPad Air ist als sein Vorgänger, oder in wie vielen Farben es das iPhone5c künftig geben wird.

Es geht um einen grundsätzlichen strategischen Schwenk beim Verkauf von Software: Denn Apple hat nicht nur beschlossen, neue Versionen des Betriebssystems seiner Mac-Computer – aktuell das neue MacOS X 10.9 Mavericks – ab sofort allen Besitzern älterer Rechner zu verschenken. Auch iPhone- und iPad-Käufer bekommen künftig zudem Apples Produktivprogramme, das Office-Paket iWork, sowie die Multimediasoftware der iLife-Suite geschenkt. Die umfasst immerhin unter anderem mit iMovie und iPhoto durchaus anspruchsvolle Bild- und Videobearbeitungsprogramme, die in ihrer Funktionsvielfalt mit Anwendungen vergleichbar sind, für die der Nutzer bei anderen Anbietern schnell mal 30 bis 60 Euro zahlt – pro Software.

Anzeige

Rückschläge für Apple

  • Rivale Android

    75 Prozent aller Smartphones laufen inzwischen auf dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google

  • Weihnachtsgeschäft

    18 Prozent mehr Umsatz machte Apple im Weihnachtsgeschäft 2012 - gegenüber einem Plus von 73 Prozent im Vorjahr

  • Konkurrent Samsung

    350 Millionen Smartphones plant Samsung in diesem Jahr zu verkaufen - 60 Millionen mehr als Apple an iPhones seit Juni 2007 insgesamt verkauft hat

  • Teure Tablets

    150 Dollar soll das neue Tablet von Acer kosten, weniger als die Hälfte des iPad mini

  • Probleme in China

    Im vierten Quartal 2012 rutschte Apple in China bei Smartphones auf Rang sechs

Warum also verschenkt Apple hochwertige Programme, für die es bisher Geld verlangt hat. Umso mehr als in der Computerbranche eigentlich als Binsenweisheit gilt, dass attraktive Margen im Softwaregeschäft stecken und nur dort in der IT Welt noch wirklich Geld verdient wird. Die Hardwaremargen dagegen dümpeln inzwischen fast überall in so niedrigen einstelligen Größenordnungen, sodass die Produzenten oft nur noch mehr schlecht als recht überleben.

Die Antwort steckt im Wörtchen „fast“. Denn tatsächlich ist es Apple gelungen, sich fast gänzlich vom Margenverfall im restlichen Hardwaregeschäft abzukoppeln. Gestützt auf die Loyalität seiner Fans und die Bereitschaft, für Hardware vergleichbarer Leistungsfähigkeit einen merklichen Aufpreis zu bezahlen, gelingt es den Kaliforniern kontinuierlich hohe Erlöse aus iPhones, iPads, MacBooks und Macintosh-Rechnern zu ziehen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%