Rocket Internet: Wandelanleihe lässt Aktie abstürzen

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Rocket Internet: Wandelanleihe lässt Aktie abstürzen

Rocket Internet wollte mehr als eine halbe Milliarde Euro frisches Kapital einsammeln und seine Unternehmensbeteiligungen weiter aufstocken. Deshalb begab der Börsenneuling Wandelanleihen und ließ so die Aktie abstürzen.

Der Start-up-Finanzierer Rocket Internet hat sich über Nacht 550 Millionen Euro frisches Kapital besorgt und will damit seine Unternehmensbeteiligungen weiter aufstocken. Der Berliner Börsenneuling begab Wandelanleihen, die bei steigenden Aktienkursen in Rocket-Internet-Aktien getauscht werden können. An der Börse führte das zu einem Kurssturz um 15 Prozent auf weniger als 35 Euro - zur Freude der Käufer der Wandelanleihen. Denn bei welchem Kurs sich für sie der Tausch in Rocket-Aktien lohnt, richtet sich nach dem Durchschnittskurs des Papiers am Mittwoch.

Die drei Samwer-Brüder

  • Die Paten des Internets - Das Buch

    Auf rund 400 Seiten schildert Gründerszene-Chefredakteur Joel Kaczmarek in „Die Paten des Internets“ das Leben der drei Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer – von ihrer Kindheit über ihr erstes eigenes Unternehmen bis zum gigantischen Start-up-Schmiede „Rocket Internet“. Das Buch gewährt nicht nur vertiefende Einblicke in das gigantische Firmenimperium der Samwers, es vermittelt auch einen Eindruck in die Denkweise der ehrgeizigen Geschwister und zeigt ihre unterschiedlichen Charaktere auf.


    „Die Paten des Internets. Zalando, Jamba, Groupon – wie die Samwer-Brüder das größte Internet-Imperium der Welt aufbauen" von Joel Kaczmarek, Finanzbuch Verlag, 19,99 Euro.

  • Marc Samwer

    Zu Beginn des Samwer-Aufstiegs sucht auch Marc (* 3. Dezember 1970) häufig die Öffentlichkeit, überließ jedoch später häufig Oliver Samwer das Rampenlicht und konzentrierte sich auf seine Rolle als rechtlicher Berater und Steuerer des Samwer-Imperiums. Der erste Sohn des Kölner Rechtsanwalts Sigmar-Jürgen gilt als charismatischer und vernünftiger Gesprächspartner. Allerdings haftet dem ältesten Bruder auch der Ruf als Manipulator an.


    Kaczmarek: "Marc Samwer, ein Menschenfänger mit Juristenverstand"


    Studium: Rechtswissenschaften

  • Oliver Samwer

    Der mittlere Bruder (* 9. August 1973) hat schnell die Anführerrolle des Trios übernommen. Oliver organisiert und treibt die Entwicklung des Samwer-Imperiums voran.


    Kaczmarek: „ Ein Mann, der sich körperlich bis an die Grenzen der Belastbarkeit tastet und einen gewissen Masochismus zeigt, wenn es darum geht, (über andere) zu triumphieren. Dem es gleichzeitig aber auch an einem moralischen Kompass oder einer für Unternehmer üblichen Wirtschaftsethik fehlt. […] Schnelligkeit und seine Auffassungsgabe heben Oliver Samwer deutlich hervor, doch es gibt eine Eigenschaft, die ihn wirklich von allen anderen absetzt – das ist diese ganz eigene Art, wie er mit Menschen umgeht und sie steuert. […] Ist es in seinem Interesse, verströmt er eine inspirierende, anregende Aura, der selbst Größen der internationalen Finanzwelt mit Leichtigkeit verfallen.“

    Abitur-Note: 0,8
    Studium: Betriebswirtschaftslehre

  • Alexander Samwer

    Anders als seine Brüder gilt Alexander nicht als nur vom Ehrgeiz Getriebener, sondern als analytischer Denker. Er wird als menschlich, höflich und zurückhaltend beschrieben.

    Kaczmarek: „Während die Gründungen, bei denen Oliver oder Marc Samwer federführend tätig waren, oftmals auf kurzfristigen Erfolg angelegt waren, konzentrierte sich Alexander Samwer auf die anspruchsvollen Aufgaben und betreute diese mit strategischer Weitsicht.[…] Hätte es ihn nicht in die Selbstständigkeit als Internetunternehmer verschlagen, könnte er heute genauso als Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens tätig sein.“

    Abitur-Note: 0,66
    Studium: Volkswirtschaftslehre

Im Vergleich zu diesem Referenzpreis muss der Kurs während der siebenjährigen Laufzeit um 35 Prozent steigen, damit der Tausch für die Anleihegläubiger attraktiv ist. Die Aktie liegt deutlich unter dem Ausgabepreis von 42,50 Euro zum Börsengang im Herbst 2014. Verzinst wird die Wandelanleihe mit 3,0 Prozent, am oberen Rand der Angebotsspanne, wie die begleitende Bank JPMorgan am Mittwoch mitteilte. Tauschen alle Zeichner der Anleihe, muss Rocket Internet sein Kapital um mehr als sechs Prozent aufstocken.

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Die Macher hinter Rocket Internet Das Samwer-Imperium ist nur eine riskante Wette

Vom Börsengang ihrer Start-up-Fabrik erhoffen sich die Samwer-Brüder Milliarden. Doch Rocket Internet erweist sich als intransparentes Unternehmensgeflecht - und als gigantische Wette auf die Zukunft.

Quelle: Torsten Wolber für WirtschaftsWoche

Rocket braucht laufend Geld, um die Beteiligungen an den am weitesten entwickelten und vielversprechendsten Portfolio-Unternehmen zu erhöhen - am besten auf einen Mehrheitsanteil - oder aber neue Unternehmen zu gründen und zu finanzieren. Der Kapitalhunger des Wagniskapitalfinanzierers ist groß: Nach dem 1,4 Milliarden Euro schweren Börsengang hatte Rocket schon im Februar weitere fast 600 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Die flüssigen Mittel sind seit Jahresbeginn aber um 700 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro abgeschmolzen. Denn die Start-up-Firmen schreiben alle noch rote Zahlen.

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Auf der Hauptversammlung Ende Juni hatte sich der Vorstand um Oliver Samwer daher weitreichende Vorratsbeschlüsse von den Aktionären geholt. Damit könnte Rocket Internet das Kapital binnen fünf Jahren um rund 2,5 Milliarden Euro erhöhen und weitere Wandelanleihen ausgeben.

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