Salesforce-Präsident Keith Block: „Wir wollen SAP überholen“

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InterviewSalesforce-Präsident Keith Block: „Wir wollen SAP überholen“

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Der Salesforce-Präsident, Keith Block, will SAP überholen.

von Matthias Hohensee

Bei Unternehmenssoftware ist SAP Weltmarktführer. Die US-Softwareschmiede Salesforce will aber den Konzern aus Walldorf überholen und zum Primus in der Cloud aufsteigen.

Mr. Block, Sie sind gerade unter die zehn größten Softwarehäuser der Welt vorgestoßen. Wo wollen Sie hin?

Ganz klar, wir konzentrieren uns ganz darauf, SAP aus Deutschland zu überholen.

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Wieso nicht erst einmal ihren langjährigen Arbeitgeber und SAP-Rivalen Oracle?

Natürlich wollen wir am Ende alle überholen und zum größten Softwareunternehmen der Welt aufsteigen. (Lacht.) SAP ist derzeit Marktführer bei Anwendungssoftware für Unternehmen, also unserem Kernmarkt. Da ist es doch klar, dass wir uns konkret SAP vornehmen.

Zur Person

  • Keith Block

    Keith Block, 53, ist seit Juni 2013 Präsident des Cloud-Softwareanbieters Salesforce in San Francisco. Zuvor hatte er zwei Jahre als Unternehmensberater und seit 1986 für die US-Datenbankschmiede Oracle gearbeitet. Salesforce gilt als Pionier bei Computerprogrammen aus dem Internet und Rivale von SAP und Oracle.

Wie wollen Sie das schaffen, obwohl SAP fast fünfmal so viel Umsatz macht?

Unter anderem mit internationaler Expansion. Wir investieren kräftig in Europa. Deutschland ist dabei besonders wichtig. Wir bauen unsere Niederlassung in München aus, haben gerade ein zusätzliches Büro in Berlin eröffnet und stellen Mitarbeiter ein. Im Geschäftsjahr 2015 wollen wir in Europa rund 500 neue Stellen schaffen. Wir erhoffen uns hier viel von unserer Partnerschaft mit der Deutschen Telekom. Wir werden die Rechenkapazitäten ihrer IT-Tochter T-Systems nutzen und über sie unsere Angebote im deutschsprachigen Raum vertreiben.

Wer sollte denn statt zu SAP zu einem viel kleineren US-Anbieter gehen?

Wir denken, dass gerade der deutsche Mittelstand, der ja besonders flexibel im weltweiten Wettbewerb sein muss, ein riesiges Potenzial für unsere moderne Anwendungssoftware bietet...

...ein Potenzial, das SAP auch – lange vergeblich – zu heben versucht.

Ich sage nicht, dass es leicht wird. Wir wissen, wie wichtig es ist, eine lokale Präsenz zu haben, also wie ein deutsches Unternehmen zu agieren. SAP ist ein großartiges Unternehmen, fußt aber auf traditioneller Unternehmenssoftware, die vor Ort installiert wird. Der Trend geht eindeutig zum Cloud-Computing, also zur Software aus dem Internet, die sich schneller und flexibler an den Kunden bringen lässt. Wir sind der Pionier. Das ist unser Wettbewerbsvorteil.

Top 10 der Softwareunternehmen nach Umsatz 2013

  • Salesforce.com

    Umsatz: 3,8 Milliarden Dollar

    Wachstum: 33,3 Prozent (gegenüber dem Vorjahr)

    Quelle: Gartner, März 2014

  • CA Technologies

    Umsatz: 4,2 Milliarden Dollar

    Wachstum: -2,6 Prozent

  • VMware

    Umsatz: 4,8 Milliarden Dollar

    Wachstum: 14,1 Prozent

  • HP

    Umsatz: 4,9 Milliarden Dollar

    Wachstum: -2,7 Prozent

  • EMC

    Umsatz: 5,6 Milliarden Dollar

    Wachstum: 4,9 Prozent

  • Symantec

    Umsatz: 6,4 Milliarden Dollar

    Wachstum: -0,8 Prozent

  • SAP

    Umsatz: 18,5 Milliarden Dollar

    Wachstum: 9,5 Prozent

  • IBM

    Umsatz: 29,1 Milliarden Dollar

    Wachstum: 1,4 Prozent

  • Oracle

    Umsatz: 29,6 Milliarden Dollar

    Wachstum: 3,4 Prozent

  • Microsoft

    Umsatz: 65,7 Milliarden Dollar

    Wachstum: 6,0 Prozent

SAP hat US-Cloud-Anbieter wie zuletzt für 8,3 Milliarden Euro den Reisesoftwareanbieter Concur gekauft. Glauben Sie SAP-Chef Bill McDermott nicht, dass er weltweit die meisten Cloud-Kunden hat?

SAP macht noch immer das Gros des Umsatzes mit traditioneller Software. Ich denke, dass die meisten Leute wissen, dass Salesforce das größte Cloud-Softwareunternehmen der Welt ist. Das zeigen die Zahlen des US-Marktforschungsunternehmens Gartner. Wir treiben die Bugwelle im Markt. Ein Unternehmen, das sein Geschäft ausweitet oder neu organisiert, baut nicht mehr eigene Datencenter aus, sondern setzt auf die Cloud. Deshalb wächst Salesforce um mehr als 30 Prozent im Jahr.

Sind nicht nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die Spionagepraktiken der US-Regierung immer mehr Unternehmen und Verbraucher gegen die Auslagerung ihrer Daten in die Cloud?

Damit haben wir nichts zu tun. Ich verstehe die Reaktionen. Aber wir tun alles, um das Vertrauen der Kunden sicherzustellen. Es ist unsere Geschäftsgrundlage.

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Wo liegen die Daten der deutschen Salesforce-Kunden?

Nach den Grundsätzen des Safe-Harbor-Abkommens mit der EU, das das Übertragen personenbezogener Daten in die USA regelt, liegen diese Daten in den USA. In diesem Monat eröffnen wir allerdings unser erstes europäisches Rechenzentrum in Großbritannien. Deutsche Kunden können sich dann auch für die dortige Speicherung entscheiden. Uns ist wichtig, dass unsere Kunden entscheiden können. Deshalb bauen wir gerade in Kooperation mit der Deutschen Telekom ein Rechenzentrum in Deutschland auf, das voraussichtlich 2015 in Betrieb geht.

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