Samsung, Infineon, Micron, : Die Chipindustrie wächst rasant

Samsung, Infineon, Micron, : Die Chipindustrie wächst rasant

, aktualisiert 13. Oktober 2017, 11:18 Uhr
Bild vergrößern

Die Halbleiter-Industrie wächst um mehr als 20 Prozent – Treiber des Wachstums ist die hohe Nachfrage nach Speicherchips.

von Joachim HoferQuelle:Handelsblatt Online

Fotos, Videos, Apps und Spiele: Die Konsumenten gieren nach Speicherplatz. Der Umsatz der Halbleiterbranche wird deshalb dieses Jahr um ein Fünftel in die Höhe schießen. Doch nur wenige Anbieter profitieren von dem Boom.

MünchenSo gut ging es der Halbleiterbranche schon lange nicht mehr: Den Marktforschern von Gartner zufolge wird die Industrie dieses Jahr einen Umsatz von 411 Milliarden Dollar erzielen, knapp ein Fünftel mehr als 2016. Ein dermaßen starkes Plus verzeichneten die Anbieter letztmals vor sieben Jahren. Als sich die Weltwirtschaft nach der Finanzkrise erholte, kletterten die Einnahmen sogar um mehr als 30 Prozent.

Der Halbleiterbranche geht es damit wesentlich besser, als die Experten aus den USA ursprünglich erwartet hatten. Im Frühjahr noch hatte Gartner ein Plus von lediglich rund zwölf Prozent vorher gesagt.

Anzeige

Von dem Aufschwung profitieren allerdings vor allem die Speicherchip-Produzenten. Die Hersteller können gar nicht so viel liefern, wie die Elektronikproduzenten gerne abnehmen würden. Das treibt die Preise. Speicherchips werden in den unterschiedlichsten Geräten verwendet, von Smartphones über Tablets bis zu PCs. Doch auch der Umsatz mit Sensoren steige zweistellig, betonen die Experten von Gartner.

„Speicherplatz ist weiterhin der wichtigste Wachstumsfaktor. Hier wird ein Umsatzanstieg von 57 Prozent erwartet, da die Dynamik von Angebot und Nachfrage die Preise erhöht. Mangel an Speicherplatz treibt die Halbleiter-Umsätze in die Höhe“, erklärte Jon Erensen, Research Director von Gartner.

Starke Ausschläge war die Halbleiterindustrie lange gewohnt. Über Jahrzehnte folgte auf ein rasantes Wachstum ein kräftiger Einbruch. Das lag an den Produzenten selbst: Wenn es gut lief, steckten die Konzerne Milliarden in neue Werke. Einmal in voller Fahrt, überschwemmten die neuen Fabriken den Markt mit Chips, die Preise sanken. In der Folge fuhren die Anbieter ihre Investitionen zurück, doch mit der Zeit erholten sich die Preise wieder. Dann ging der sogenannte Schweinezyklus von vorne los.


Warum sich die Firmen nicht zu sehr freuen sollten

In den vergangenen Jahren schien dieses Muster in der Branche überwunden. Vom stürmischen Wachstum war zwar nur noch wenig übrig, doch das Geschäft wurde berechenbarer. Zum Vergleich: Zwischen 1991 und 2000 verzeichnete die Industrie ein durchschnittliches jährliches Plus von knapp zehn Prozent. Seither beträgt da Umsatzwachstum im Schnitt nur noch vier Prozent. Vergangenes Jahr sind die Umsätze sogar lediglich um anderthalb Prozent geklettert.

Dieses Jahr ist das erstmals wieder anders. Eine riesige Nachfrage nach Speicherplatz trifft auf vollausgelastete Fabriken. Doch allzu sehr sollten sich die Firmen nicht über den Boom freuen. Denn die Gartner-Experten gehen davon aus, dass das Plus nächstes Jahr nur noch vier Prozent beträgt. 2019 gingen dann neue Fabriken in Betrieb, und der weltweite Umsatz werde sogar leicht fallen.

Aus dem extrem volatilen Geschäft mit Speicherchips sind die meisten Hersteller längst ausgeschieden. Infineon, Deutschlands größte Chipfirma, hat sich schon vor zehn Jahren davon verabschiedet. Heute teilen sich vier Konzerne fast 90 Prozent des Speichermarktes: Samsung und Hynix aus Korea, dazu kommen Toshiba aus Japan und der US-Konzern Micron. Diese vier Anbieter sind die größten Profiteure des diesjährigen Booms. Vor sieben Jahren kämpften noch 15 Speicherchiphersteller um die Kunden.

Allerdings rechnen auch Firmen wie Infineon mit anhaltendem, wenn auch nicht sprunghaftem Wachstum. Der Münchener Dax-Konzern verspricht den Investoren ein durchschnittliches jährliches Umsatzplus von acht Prozent. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr stellte Vorstandschef Reinhard Ploss sogar bis zu elf Prozent mehr Umsatz in Aussicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%