Samsung: Warum biegbare Batterien der Clou wären

InterviewSamsung: Warum biegbare Batterien der Clou wären

Samsung steht unter Druck. Trotz Marktführerschaft bei Smartphones und Tablets läuft das Geschäft bei Konkurrent Apple besser. Martin Börner verantwortet seit Dezember 2014 als Deputy President sämtliche Sales- und Marketing-Aktivitäten der Samsung Electronics GmbH. Im Interview spricht er über Herausforderungen, Innovationen und mit welchem Anspruch der koreanische Konzern sein Geschäft betreibe.

Am 10. April war der erste Verkaufstag für Ihre neuen Smartphone-Topmodelle, das Galaxy S6 und das S6 Edge. Wie lang waren die Schlangen vor den Läden, um zu den ersten zu gehören, die eines in Händen halten können?

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Martin Börner: Wir sind mit dem Verkaufsstart schon sehr zufrieden. Ich habe mir das selbst an unserem Samsung Mobile Store in Frankfurt auf der Zeit angesehen. Mit der Ankündigung der Auslieferung ab dem 10. April haben wir das natürlich auch medial bedient.

Wir schauen schon sehr genau auf den Verkaufsstart. Für uns ist das so etwas wie eine Wasserstandsmeldung, wie gut unsere Produkte beim Consumer ankommen. Anders als bei den Vorgängermodellen, bei denen wir immer einen zeitgleichen globalen Launch hatten, müssen wir jetzt die verschiedenen Märkte in Wellen bedienen. Bei der Größenordnung ist das anders nicht mehr zu machen.

Die Geschichte von Samsung

  • Konzern mit langer Geschichte

    Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

  • Trockennahrung und Getreidemühlen

    Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

  • Umzug im Korea-Krieg

    Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

  • Lebensversicherungen

    1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

  • Fernseher und Kühlschränke

    Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

  • Telekommunikationsausrüstung

    1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

  • Generationswechsel und Umstrukturierung

    Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

  • Autotelefone und Smartphones

    In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

  • Tablet-Computer und intelligente Uhren

    Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Wie viele Vorbestellungen hatten Sie denn?

Ich habe keine absoluten Zahlen, aber wir sind sehr positiv gestimmt und erwarten mit dem Galaxy S6 und S6 Edge einen Rekordumsatz, der über den der vorherigen Galaxy S-Serien hinausgeht. Als wir das Galaxy S5 auf den Markt gebracht haben, wurde kritisiert, dass wir zum Launch global keine Steigerung erreicht haben. In Deutschland standen wir aber anders da. Hier ist das Konsumverhalten derzeit sehr gut und wir konnten bislang mit jedem Flagship-Modell, auch mit dem Galaxy S5, immer wieder aufs Neue wachsen.

Trotzdem macht Apple immer die größere Welle. iPhone und iPad gelten als Benchmark. Was macht Apple besser?

Wir legen den Fokus auf unsere Stärken. Als globaler Marktführer sollten wir Benchmark sein. Wir messen nicht Kundenschlangen vor unseren Läden. Lustigerweise hat das einer unserer Partner in einem TV-Spot aufgenommen und gezeigt: Es geht auch anders, wenn man zu den ersten mit einem Galaxy S6 gehören möchte. Wir haben für unsere Kunden ein schönes Paket geschnürt und ab Mitternacht ausgeliefert. Es mag Fans geben, die tagelang vor dem Shop campen und das Ganze als Happening sehen. Wir haben auf jeden Fall viel mehr Kunden glücklich gemacht, indem wir ihnen das Gerät vorab nach Hause geliefert haben und sie das technische Highlight in Ruhe auspacken und ausprobieren konnten.

Technologisch hat Samsung mit der Stiftbedienung beim Galaxy Note, mit Smartwatches und mit dem Virtual Reality Display Galaxy Gear VR gezeigt, was möglich ist. Wie wollen Sie das weiter vorantreiben?

In bewährter Manier – mit dem höchsten Etat für Forschung und Entwicklung in unserer Branche. Wir investieren täglich 40 Millionen Dollar in F&E. Unsere Innovationen spiegeln das auch wider. Nur VW gibt mehr Geld aus – aber die gehören einer anderen Branche an.

Immer wieder kommt die Frage, welche Innovation wir noch bringen können. Beim S6 zeigen wir das mit dem „Edge“ wieder einmal. Wir biegen das Display nicht, nur weil wir das können, sondern weil es einen sinnvollen Zusatznutzen bringen.

Wir treiben Innovationen auch bei Smartwatches voran. Mit der Samsung Gear sind wir mittlerweile schon in der fünften Generation. Glaubt man den Analysten,  haben wir einen Marktanteil von 70 Prozent bei den Wearables. Damit müssen wir uns wirklich nicht verstecken. Auch nicht bei der Bandbreite an unterschiedlichen Produkten, mit der wir in den Markt gehen. Wir bieten nicht nur EIN Produkt, sondern segmentieren sehr stark und bedienen unterschiedliche Anwendungsszenarien, die etwa bei der Gear S Smartwatch von der Steuerung des BMW i3 bis hin zu Funktionen im Gesundheits- und Fitnessbereich reichen.

Auch die Virtual-Reality-Technologie sehen wir als ein riesiges Wachstumsfeld. Bei uns können Sie jetzt schon die zweite Generation kaufen, die wir um unser Smartphone-Flaggschiff Galaxy S6 gebaut haben. Solche Innovationen erfordern massive Investitionen.

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