SAP-Aufsichtsratschef: "Es gibt SAP-Produkte, die sind nicht praxistauglich"

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Hasso Plattner will seine Mitarbeiter mit einem Video, das derzeit im Intranet bei SAP kursiert, offenbar aufrütteln.

von Michael Kroker

Hasso Plattner, Gründer des Softwarekonzerns SAP und amtierender Vorsitzender des Aufsichtsrates, hat seinem eigenen Unternehmen vorgeworfen, in zentralen Bereichen schlecht aufgestellt zu sein und sogar Produkte zu entwickeln, die nicht praxistauglich sind.

In einer internen Rede Ende Februar vor SAP-Mitarbeitern in Palo Alto in Kalifornien, die der WirtschaftsWoche als Video-Mitschnitt in Auszügen vorliegt, schimpfte Plattner, dass SAP vor allem bei Cloud-Software der Entwicklung hinterherhinke und die deutsche SAP-Zentrale dieses Geschäft offenbar nicht verstehe. „Wenn euch irgendwer aus Walldorf eine Technologie spendieren will, schaut euch das Geschenk gut an – und lehnt es im Zweifelsfall ab“, sagte er in Richtung des jüngst von SAP übernommenen Cloud-Anbieters SuccessFactors. Nur, „wenn die Deutschen verstehen, dass weniger mehr ist, sind sie in der Cloud-Welt herzlich willkommen“.

In dem Video, das derzeit im Intranet bei SAP kursiert, will Plattner das Unternehmen offenbar aufrütteln. „Es gibt Produkte bei SAP, die sind weder praxistauglich noch begehrenswert und attraktiv für den Kunden – und wir verkaufen sie dennoch“, heizte Plattner den SAP-Kollegen in Deutschland ein. „Genau das wird in der Ära von Cloud Computing nicht mehr funktionieren.“ Die neuen SAP-Programme seien zu spröde, zu wenig handlich, bedienerfreundlich und mobil.

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Angesichts des Drucks durch die Konkurrenten Oracle und den Cloud-Marktführer Salesforce setzt Plattner auf schlankere und schnellere Software. Dazu zählt unter anderem eine selbstentwickelte Hochleistungsdatenbank, die SAP unter dem Markennamen Hana seit Mitte 2011 gemeinsam mit namhaften Computerherstellern wie IBM, Hewlett-Packard und Dell vertreibt.

Nach einem internen SAP-Papier soll Hana bereits 2012 rund eine Milliarde Euro in die Konzernkassen spülen, rund dreimal so viel wie im zweiten Halbjahr 2011.

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Hopp: SAP kann langfristig eigenständig bleiben

SAP ist nach Einschätzung seines Mitgründers und Großaktionärs Dietmar Hopp so stark, dass er auf Dauer ohne Partner auskommen kann. Aus heutiger Sicht sei sogar die früher geplante Allianz mit Microsoft nicht mehr nötig, sagte Hopp im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. "Unter den damaligen Umständen sollte eine solche Partnerschaft von SAP als eigenständige Einheit innerhalb von Microsoft die Zukunft sichern. Die ist durch die Stärke von SAP inzwischen aber auch so gesichert", so Hopp. "Ich gehe davon aus, dass SAP langfristig eigenständig bleiben kann."

Hopp geht davon aus, dass SAP sich künftig durch Übernahmen stärkt. "Wenn man das Gesamtgebilde durch Zukäufe weiter stärken kann, wird man das sicher tun", sagte er gegenüber der WirtschaftsWoche. "Aktuell ist SAP meines Erachtens aber sehr gut aufgestellt."

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