SAP: Finanzvorstand will Finger von Großeinkäufen lassen

SAP: Finanzvorstand will Finger von Großeinkäufen lassen

, aktualisiert 30. November 2016, 17:02 Uhr
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Für die kommenden Jahre setzt der SAP-Finanzvorstand große Hoffnungen in die Digitalisierung der Wirtschaft.

Quelle:Handelsblatt Online

In den USA herrscht Übernahmefieber. SAP-Finanzvorstand Luka Mucic will sich davon nicht anstecken lassen. Ihm fehlt die Fantasie für Großübernahmen. Kleinere Ausnahme würde er aber doch machen.

FrankfurtDer Softwareriese SAP lässt sich vom aufkommenden Übernahmefieber in den USA nicht anstecken. „Es gibt die Spekulation, unsere Wettbewerber in den USA könnten nochmal tief in die Tasche greifen, wenn sie unter der neuen Regierung womöglich zu niedrigen Steuersätzen Gewinne aus dem Ausland repatriieren können. Das berührt uns wenig“, sagte SAP-Finanzvorstand Luka Mucic in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Für SAP sei nicht die politische Großwetterlage ein Anstoß zu Übernahmen, sondern allein das eigene Produkt-Portfolio entscheidend. Und hier gebe es keine große Lücke mehr. „Für eine große Übernahme fehlt mir momentan die Fantasie: Die meisten größeren Hersteller von Geschäftssoftware haben deutliche Überschneidungen mit SAP, und eine solche Übernahme käme für uns nicht infrage.“ Kleinere Zukäufe stünden aber durchaus auf der Agenda.

Der designierte US-Präsident Donald Trump zieht eine Steuersenkung in Betracht, durch die Unternehmen Auslandsgewinne nach Hause holen und dort für Zukäufe ausgeben könnten. So hat Microsoft, zum Teil ein Konkurrent des Weltmarktführers für Firmensoftware SAP, im vergangenen Jahr gut 100 Milliarden Dollar außerhalb der USA verdient. SAP stemmte 2014 mehrere Milliardenübernahmen, um zusätzlich zum Kerngeschäft mit Lizenzen Software über die Cloud zu vertreiben. Doch diese Phase ist abgeschlossen. Seit 2015 beschränkt sich der Dax-Konzern auf kleine Zukäufe. In diesem Jahr gaben die Walldorfer für eine Hand voll Akquisitionen rund 100 Millionen Euro aus.

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Weiße Flecken hat der Softwareriese unterdessen noch bei den Technologien, die gerade erst im Kommen sind, wie künstliche Intelligenz oder die für Banken und Versicherungen interessante Blockchain – ein virtuelles Kassenbuch zum Abwickeln von Zahlungen. In Anwendungen für das „Internet der Dinge“ steckt SAP bis 2020 zwei Milliarden Euro, wobei auch Übernahmen geplant sind. „In diesem Bereich lohnt es sich, über die ein oder andere kleinere Akquisition nachzudenken“, sagte Mucic. „Hier gibt es interessante Vordenker aus dem akademischen Bereich, die sich mit Spin-offs selbstständig machen. Aber das sind dann eher kleinere Akquisitionen.“

Für die kommenden Jahre setzt Mucic große Hoffnungen in die Digitalisierung der Wirtschaft. „Das birgt für uns erhebliche Wachstumschancen“, betonte er. Der Markt für Software zur Vernetzung von Industrie und Alltag könne bis zum Ende des Jahrzehnts 250 Milliarden Dollar betragen. „Die SAP ist fundamental für diesen Megatrend sehr gut aufgestellt.“ Der Dax-Konzern habe dank milliardenschwerer Übernahmen in den USA im Unterschied zu seinen Konkurrenten wie Oracle für Kunden ein Netzwerk zum Abwickeln ihrer Geschäfte über das Internet zu bieten. Das sei zur Digitalisierung von Industrie oder Handel sehr wichtig.

Zu diesem Netzwerk gehört die Einkaufsplattform Ariba, eine Art Ebay für Firmen, das Geschäftsreisemanagement-Portal Concur und die Online-Fachkräftevermittlung Fieldglass. Verknüpft mit der Software von Partnerunternehmen der Industrie wie Siemens, Bosch und General Electric könnten Kunden im produzierenden Gewerbe ihre Maschinenparks verwalten. Während die Industriepartner „die letzte Meile“ der Softwareverbindung zum Kunden besetzten, stelle SAP die Basistechnologie für neue digitale Anwendungen, erklärte Mucic. „Auf unseren Plattformen können Maschinen Verschleiß rechtzeitig anzeigen und, zum Beispiel über Ariba und Fieldglass, Bestellungen für Ersatzteile und Servicetechniker auslösen.“ Das Geschäftsfeld „Industrie 4.0„ zwinge IT- und Industriebranche zur Zusammenarbeit. „Ich sehe hier ein geringes Potenzial für Konflikte mit unseren Partnern, aber ein hohes Potenzial für Kooperation – auch mit zukünftigen Wettbewerbern“, sagte er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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